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Gesundheitslexikon: Scharlach

Scharlach: Was Sie über die hochansteckende Infektion wissen sollten

Scharlach ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern auftritt und mit einem Antibiotikum behandelbar ist. Schwangere Frauen achten wegen der Gefahren für ihr ungeborenes Kind am besten besonders aufmerksam auf Symptome einer möglichen Scharlacherkrankung.

Ursachen

Auslöser einer Scharlacherkrankung ist ein zur Familie der Streptokokken gehörendes Bakterium (Streptococcus pyogenes). Infizierte Personen übertragen es durch Tröpfcheninfektion, also über Speichel und Sekrete, die sie beim Sprechen, Husten oder Niesen ausscheiden. Gefährdet sind besonders Menschen, die engen Kontakt zu Erkrankten haben, z. B. in Kindertagesstätten und Schulen.

Symptome

Nach dem Anstecken mit den Bakterien, die Scharlach auslösen, vergehen einige Tage, bevor die ersten Krankheitszeichen auftreten. Die Erkrankung beginnt oft mit hohem Fieber und Halsschmerzen, später kommen weitere Symptome hinzu. Typisch für die Scharlacherkrankung sind die sogenannte Himbeerzunge und ein juckender Hautausschlag. Auf der Zunge bildet sich zunächst ein weißlicher Belag, der nach einigen Tagen verschwindet und eine himbeerrote Zunge hinterlässt. Der Ausschlag beginnt etwa drei Tage nach den ersten Krankheitsanzeichen mit winzigen Pusteln, die sich rau und erhaben anfühlen. Diese Pusteln zeigen sich meist zuerst unter den Achseln oder im Leistenbereich. Von dort breiten sie sich über den gesamten Körper aus, nur der Fleck zwischen Mund und Kinn bleibt ausgespart. Nach einer guten Woche beginnt die Haut zu schuppen und der Ausschlag verschwindet wieder.

Diagnose

Anhand der typischen Symptome ist ein erfahrener Arzt meist schon in der Lage, eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Um seine Diagnose abzusichern, nimmt er einen Abstrich vom Rachen und führt mit diesem einen Scharlach-Schnelltest durch. Der sogenannte Rumpel-Leede-Test gibt ebenfalls Hinweise auf eine Scharlacherkrankung. Hierfür legt der Mediziner dem Patienten eine Blutdruckmanschette an und bläst diese auf. Nach etwa zehn Minuten untersucht er den Arm auf winzige Einblutungen. Mehr als zehn dieser bläulich erscheinenden Punkte gelten als positiver Scharlach-Nachweis.

Behandlung

Ärzte behandeln Scharlach mit einem Antibiotikum, meist mit Penicillin. Ziel ist, dass sich die Infektion nicht weiter ausbreitet. Bereits 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Behandlung ist die Ansteckungsgefahr gebannt. Es ist empfehlenswert, Bettruhe einzuhalten, vor allem bei Fieber. Dann verschwinden die Symptome in der Regel schnell wieder. Da das Infektionsschutzgesetz Scharlach erfasst, sind alle Personen, bei denen der Verdacht auf eine Scharlacherkrankung besteht, gezwungen, sich von Gemeinschaftseinrichtungen fernzuhalten: Kindern ist der Besuch des Kindergartens oder der Schule verboten. Erwachsenen ist es verboten, Tätigkeiten auszuüben, bei denen Kontakt zu anderen Menschen besteht (wie Lehrer, Erzieher oder Angehörige von Pflegeberufen). Zwei Wochen nach Beginn der Erkrankung kontrolliert der Arzt den Urin, um mögliche Spätfolgen der Scharlacherkrankung wie eine Herz- oder Nierenentzündung frühzeitig zu erkennen.

Vorbeugung

Leider gibt es keine Impfung gegen Scharlach. Vorbeugen ist jedoch möglich: Dazu gehören allgemeine Maßnahmen gegen Erkältungskrankheiten wie häufiges Händewaschen und das Vermeiden des Kontakts mit Erkrankten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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