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Gesundheitslexikon: Schafgarbe

Schafgarbe: ein seit der Antike bekanntes Wundheilmittel

Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler, wächst krautartig zu einem Strauch und kann bis zu einem Meter hoch werden. Sie bildet rispenartige, weiße bis rötliche Blütendolden aus und hat längliche, fiedrige Blätter. Es existieren mehrere verschiedene Unterarten. Ihrem botanischen Name Achillea millefolium liegt eine Legende zugrunde. In der griechischen Mythologie soll der tapfere Kämpfer Achilles mit dem Kraut seine verwundeten Krieger geheilt haben. Nicht umsonst hat sich die Pflanze einen Namen in der Naturmedizin, vor allem als blutstillendes Mittel, gemacht. Ihr unverwechselbares Aroma scheint nicht nur bei Menschen beliebt zu sein. Ihre Bezeichnung hat die Schafgarbe nicht zuletzt daher, dass auch Schafe das Kraut gerne fressen.

Vorkommen

Die Schafgarbe kommt überall auf der Welt vor. Sie wächst sowohl in subtropischen als auch in gemäßigten Klimazonen und ist in Europa sogar bis in den hohen Norden sowie in Gebirgen bis 2.000 Meter Höhe verbreitet. Lediglich im Mittelmeerraum ist sie seltener anzutreffen. In Deutschland ist die Schafgarbe in der freien Natur, auf heimischen Wiesen und Äckern aufzufinden. Sie lässt sich problemlos im Garten kultivieren und blüht im Sommer ab Juni bis in den Oktober hinein.

Verwendung und Wirkung als Heilmittel

Für medizinische Zwecke können alle Teile der Pflanze, bis auf die Wurzel, verwendet werden. Dabei können die Pflanzenteile frisch oder getrocknet zu einem Aufguss zubereitet beziehungsweise ausgepresst werden. Die Schafgarbe enthält ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung sich je nach Standort unterscheidet. Hauptbestandteile der Pflanze sind zudem Gerb- und Bitterstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Kampfer, Mineralien und Vitamine. Die Pflanze ist vor allem reich an Kalium und enthält wertvolle Aminosäuren. Die Wirkungsweise der Schafgarbe ist vielfältig. Ihre Inhaltsstoffe haben entzündungshemmende Eigenschaften und werden daher in der Wundheilung angewendet. Äußerlich in Form von Umschlägen und Verbänden verwendet kann die Pflanze die Behandlung offener Wunden unterstützen und helfen, Blutungen, wie etwa Nasenbluten, zu stillen. Da die Schafgarbe eine antibakterielle Wirkung hat, kann ein in ihrem Saft beziehungsweise mit einem Aufguss getränkter Tampon verwendet werden, um Beschwerden, wie Hämorrhoiden oder Menstruationsproblemen, zu lindern. Auch Sitzbäder eignen sich hervorragend als therapeutische Methode bei starken Blutungen, etwa während der Wechseljahre. Ein Teeaufguss kann, innerlich angewendet, Krämpfe im Magen-Darm-Trakt bekämpfen, Blähungen vermindern und den Appetit anregen. Weiterhin kann die Schafgarbe zur Förderung der Gallenproduktion und bei Nieren-oder Blasenerkrankungen eingesetzt werden. Ihr Extrakt wird zu homöopathischen Mitteln weiter verarbeitet. Eine Zubereitung daheim ist allerdings einfach und zudem noch günstig.

Das müssen Sie beachten

Die Schafgarbe ist gänzlich ungiftig. Allerdings sollten Personen mit einer nachgewiesenen Allergie gegen Korbblütler Arzneimittel mit Extrakten der Pflanze nicht anwenden. Beachten Sie beim Sammeln der Pflanze, dass Sie nicht in der Nähe von befahrenen Straßen oder von kultivierten Feldern pflücken. In der Landwirtschaft werden oftmals Pestizide eingesetzt, die sich in der Pflanze festsetzen können. Suchen Sie daher auf wilden Wiesen und an Waldrändern. Waschen Sie die Pflanze vor der Zubereitung mit lauwarmem Wasser.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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