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Gesundheitslexikon: Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma - Folge eines starken Drucks auf Schädel und Gehirn

Der Begriff Schädel-Hirn-Trauma umfasst alle Kopfverletzungen, die eine Verletzung des Schädelknochens und des Gehirns zur Folge haben. Mediziner unterscheiden zwischen drei Schweregraden. Grad I ist das leichte Trauma (Gehirnerschütterung), Grad II das mittelschwere Trauma (Gehirnprellung) und Grad III das schwere Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnquetschung). Außerdem wird das Trauma in ‚geschlossen‘ und ‚offen‘ unterteilt. Beim offenen Schädel-Hirn-Trauma besteht aufgrund der Verletzung der harten Hirnhaut und der damit verbundenen Gefahr des Austrittes von Hirnwasser akute Lebensgefahr. In Deutschland kommt es rund 250.000 Mal pro Jahr zu einem Schädel-Hirn-Trauma, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma wird nur in etwa fünf Prozent der Fälle diagnostiziert. Bei den unter 40-Jährigen zählt das Schädel-Hirn-Trauma zu den häufigsten Todesursachen.

Ursachen

Bei einem Schädel-Hirn-Trauma kommt es zu einem enormen Druck auf den Schädel und das Gehirn. Werden im Zuge dieser Krafteinwirkung beide Bereiche verletzt und ist die Gehirnfunktion eingeschränkt, so sprechen Mediziner von einem Schädel-Hirn-Traum. Kommt es zu einer reinen Kopfverletzung ohne Beeinträchtigung des Gehirns, so handelt es sich um eine Schädelprellung.

Bei jungen Menschen wird ein Schädel-Hirn-Trauma zumeist durch Verkehrsunfälle ausgelöst, bei älteren Personen durch Stürze. Bei Sport-, Arbeits- und Haushaltsunfällen besteht ebenso die Gefahr einer Verletzung wie bei Gewaltverbrechen, die mit Schlägen oder Kopfschüssen einhergehen.

Symptome

Die Krankheitszeichen hängen vom Ausmaß der Kopfverletzung und von der beeinträchtigten Gehirnregion ab. Das leichte Schädel-Hirn-Trauma wird von Kopfschmerzen und Schwindel sowie von Erbrechen und Übelkeit begleitet. Es wird eine kurze Benommenheit oder Bewusstlosigkeit beobachtet. Häufig kommt es zu einer retrograden Amnesie, dabei kann sich der Patient in den ersten 24 Stunden nicht an den Unfall und die Geschehnisse unmittelbar davor erinnern.

Ähnliche Symptome werden beim mittelschweren Schädel-Hirn-Trauma beobachtet. Die Bewusstlosigkeit hält in der Regel aber länger an und auch die Gedächtnislücken sind ausgeprägter. Dazu kommen neurologische Krankheitszeichen wie Doppelbilder, Lähmungserscheinungen oder Probleme beim Sprechen.

Besonders gefährlich ist ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, das eine komatöse Bewusstlosigkeit nach sich zieht. Aufgrund der schweren Hirnverletzungen sind epileptische Anfälle oder körperliche Behinderungen möglich. Es besteht akute Lebensgefahr.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma, etwa aufgrund eines Sturzes, sollte sofort der Rettungsdienst benachrichtigt werden. Im Krankenhaus wird der Patient erstversorgt und neurologisch untersucht. Infolge werden bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie durchgeführt, um das Ausmaß der Verletzung einschätzen zu können.

Behandlung

Das leichte Schädel-Hirn-Trauma bedarf keiner besonderen Behandlung, ein Krankenhausaufenthalt ist daher nicht unbedingt notwendig. Gegen Kopfschmerzen oder Übelkeit können Medikamente eingenommen werden, gegen Nackenschmerzen und Verspannungen helfen Wärme- und Kälteanwendungen oder eine Physiotherapie.

Bei mittelschweren und schweren Verletzungen beginnt die Behandlung bereits während des Krankentransports. Der Blutdruck und die Atmung werden stabilisiert, um sekundären Hirnschäden vorzubeugen. Die Ärzte im Krankenhaus entscheiden über die weitere Behandlung. Kommt es zu einer Gehirnschwellung oder treten Gehirnblutungen auf, kann eine Operation notwendig werden. Im Falle von neurologischen Ausfallerscheinungen schließt direkt an den Krankenhausaufenthalt eine Rehabilitation an. Die Art der Therapie richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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