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Gesundheitslexikon: saure Phosphatase

Saure Phosphatase – Diagnose-Hinweis aus dem Blut

Saure Phosphatase ist ein Oberbegriff für eine bestimmte Gruppe von biochemischen Teilchen im Körper (‚Enzyme‘). Saure Phosphatasen kommen in allen Zellen vor. Am aktivsten sind sie im Blut, in den am Blutstoffwechsel beteiligten Organen Leber und Milz und in den Knochenzellen. Bei Männern sind diese Enzyme darüber hinaus vor allem in der Prostata aktiv. Normalerweise können sie im Blut nur in sehr geringen Mengen nachgewiesen werden. Sind die Messwerte erhöht, kann dies ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung sein.

Welche sauren Phosphatasen gibt es?

Sauren Phosphatasen ist gemein, dass sie ein saures Stoffwechsel-Milieu benötigen, um optimal zu funktionieren. Unterschieden werden sie unter anderem anhand ihres Ursprungsgewebes und ihrer biologischen Struktur. Einige dieser Gruppen sind für den Menschen besonders wichtig. Sie können wertvolle Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben, so etwa die sauren Phosphatasen, die in den roten Blutkörperchen aktiv sind. Sie verändern ihre Aktivität bei Erkrankungen des Blutes. Ebenso ist dies bei einer zweiten Gruppe, den Enzyme in den Organen Milz, Leber, Prostata und Gehirn möglich. Auch die in den Knochen befindlichen sauren Phosphatasen können Hinweisgeber sein, wenn ihre Werte eine bestimmte Obergrenze überschreiten.

Was bedeuten erhöhte Werte saurer Phosphatasen?

Besteht bereits der Verdacht auf eine bösartige Tumorerkrankung, wird in bestimmten Fällen auch die Konzentration der sauren Phosphatase gemessen. Dies erfolgt in der Regel im Rahmen einer Laboruntersuchung des Blutes. Normalerweise ist die saure Phosphatase nicht der erste oder einzige Wert, der interpretiert wird. Als möglicher Tumormarker kann er jedoch ein Indiz sein, dass Anlass zu weiteren Untersuchungen gibt. Früher wurde dieser Wert bei Männern als ein möglicher Hinweis auf Prostatakrebs gewertet. Heute wird in der Regel zunächst der sogenannte ‚PSA-Wert‘ gemessen. Die saure Phosphatase ist somit inzwischen eher begleitend zur Verlaufskontrolle bereits behandelter Prostata-Tumoren. Bei Frauen und Männern können erhöhte Werte Hinweise auf Blut- oder Knochenkrebs geben. Dies gilt insbesondere, wenn bei einem bereits erkannten bösartigen Tumor der Verdacht auf Absiedelungen in andere Gewebe (‚Metastasen‘) besteht. Neben Krebserkrankungen zählen Fettstoffwechsel-Erkrankungen zu möglichen Verursachern erhöhter Werte.

Was ist zu beachten?

Grundsätzlich ist es niemals ein Messwert allein, der wegweisend für die Diagnose einer bösartigen Erkrankung ist. Daher wird Ihr Arzt in der Regel die saure Phosphatase nur als einen möglichen diagnostischen Marker unter vielen betrachten. Für eine Früherkennung von Erkrankungen wird die saure Phosphatase im Allgemeinen nicht gemessen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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