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Gesundheitslexikon: Saunaaufguss

Saunaaufguss: belebender Höhepunkt des Saunabesuchs

Wenn im Rahmen eines Saunagangs heißes oder auch kaltes Wasser auf Lavagestein trifft, bedeutet dies vor allem für geübte Saunagänger besonderen Genuss. Die Luftfeuchtigkeit steigt merklich an, und das dadurch intensivierte Wärmeempfinden steigert das Wohlbefinden. Doch Vorsicht: So angenehm ein Saunaaufguss auch sein mag, so ist er doch immer auch eine Herausforderung für das Herz-Kreislauf-System. Dementsprechend gilt es, vor, während und nach der Durchführung einige Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensregeln zu beachten.

Was ist ein Saunaaufguss?

Ein Aufguss in öffentlichen Saunen wird zumeist von einem sogenannten ‚Saunameister‘ zu festgelegten Zeiten durchgeführt; den Gästen ist die eigenständige Durchführung üblicherweise untersagt. Zunächst wird ein wenig Frischluft in den Saunaraum gelassen. Wenn alle Gäste Platz genommen haben und eine gewisse Ruhe eingekehrt ist, wird der Saunaaufguss – häufig mit einer Schöpfkelle aus einem speziellen Saunakübel – nach und nach auf die erhitzten Steine des Saunaofens gegeben. Dadurch entsteht Wasserdampf, der vom Saunameister mit Hilfe eines Handtuchs im Raum verteilt wird. Der Vorgang des Verteilens wiederholt sich ein- bis zweimal. Im Anschluss wird die Tür geöffnet, damit die Gäste die Sauna verlassen und sich akklimatisieren können.

Wirkungsweise

Beim Auftreffen des verwendeten Wassers – oder im Falle mancher Aufguss-Varianten auch Eises – auf die heißen Steine entsteht Wasserdampf. Dieser steigt zunächst nach oben und wird dann vom Saunameister durch gezielte Bewegungen eines Handtuchs (Wirbeln in der Luft, Ausschlagen in Richtung der Sitzenden) in der Sauna verteilt. Sofern zusätzlich ätherische Öle in das Wasser im Saunakübel gemischt wurden, verteilen sich auch diese im Raum und entfalten ihre individuelle Wirkung. Dazu kann ein freieres Durchatmen dank Eukalyptus- oder Minzöl ebenso gehören wie ein Gefühl der Entspannung dank Lavendelduft. Das Hitzeerleben der Saunabesucher steigt stark an, da sich die auf der Hautoberfläche als Isolierung dienende Luftschicht mit der heißen Luft des Saunaaufgusses mischt.

Auswirkungen auf Körper und Gesundheit

Die Auswirkungen eines Saunaaufgusses auf die Gesundheit entsprechen denen eines intensiven Saunagangs. Indem die Immunzellen durch die steigende Körpertemperatur angeregt werden, soll das Saunieren zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Die Muskulatur wird entspannt und der Kreislauf sowie der Stoffwechsel angeregt, wovon vor allem auch Sportler im Anschluss an ihre Trainingseinheiten profitieren können. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit haben einen positiven Effekt auf die Haut: Die Poren öffnen sich und Unreinheiten sowie abgestorbene Hautzellen werden gelöst und ausgeschwemmt. Gesundheitliche Probleme, auf die sich ein Saunaaufguss positiv auswirken kann, sind unter anderem Störungen des vegetativen Nervensystems, chronische Rückenbeschwerden sowie Arthrose.

Was zu beachten ist

Es gibt Personengruppen, die sich vor einem Saunabesuch ärztlich beraten lassen oder sich zumindest nicht der intensiven Hitze eines Saunaaufgusses aussetzen sollten. Dazu zählen neben sehr alten Menschen auch Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krampfadern und Venenthrombosen sowie solche mit Entzündungen oder akuten Infektionskrankheiten. In den meisten Saunen ist es aus hygienischen Gründen Pflicht, ein Saunatuch unterzulegen. Auf fettreiches Essen sollte im Vorfeld verzichtet werden; eine leichte, ausgewogene Mahlzeit stärkt hingegen die Kreislauffunktionen. Zwischen den einzelnen Saunagängen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden; zudem sind regelmäßige Ruhepausen einzulegen.

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