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Gesundheitslexikon: Sauerstoff

Ohne Sauerstoff kein Leben

Sauerstoff ist für den Menschen lebensnotwendig. Er ist Grundvoraussetzung für alle Stoffwechselprozesse in unserem Körper. Wir können ihn nicht speichern, weshalb unsere Atmung von elementarer Bedeutung ist – denn der überwiegende Teil des benötigten Sauerstoffes wird über die Lunge aufgenommen. Ohne zu atmen würden wir innerhalb weniger Minuten sterben. Jede unserer Zellen ist auf die Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Dies geschieht über das Herz-Kreislauf-System, welches den Sauerstoff, gebunden an die roten Blutkörperchen, in jeden Winkel unseres Körpers transportiert.

Sauerstoffaufnahme

Unsere Atemluft hat einen durchschnittlichen Sauerstoffgehalt von 21 Prozent. Aus dieser gewinnen wir durch Lungenatmung den für den Stoffwechsel so wichtigen Sauerstoff. Die Luft wird dabei über die Bronchien bis zu den Lungenbläschen, auch Alveolen genannt, gesogen. In diesen winzigen, sackartigen Erweiterungen findet der eigentliche Gasaustausch statt: Sauerstoff wird aufgenommen, gelangt von hier ins Blut und wird in Richtung des Herzens abtransportiert. Von dort aus wird er im gesamten Körper verteilt. Über die Lunge wird schließlich das Atmungs-Abfallprodukt Kohlendioxid wieder ausgeatmet.

Auch über die Haut nimmt der Mensch Sauerstoff auf. Durch die Hautatmung wird beim Menschen jedoch nur ein Prozent des Sauerstoffbedarfes gedeckt.

Funktion des Sauerstoffs

Sauerstoff ist das wichtigste Element des Stoffwechsels. Jede Zelle im Körper benötigt Energie. Diese wird durch Kohlehydrate, Fette und Zucker gewonnen. Um diese Energie umzusetzen, müssen diese Energieträger verbrannt werden – und das ist nur mit Sauerstoff möglich. Über 90 Prozent unserer Energieproduktion wird durch Sauerstoffverbrennung oder Oxidation gewährleistet. Diese Vorgänge in den Zellen bezeichnet man als innere Atmung, während man bei der Lungenatmung von äußerer Atmung spricht.

Außerdem spielt Sauerstoff eine Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks, beschleunigt die Wundheilung und ist an diversen Entgiftungsprozessen beteiligt. Sauerstoff wirkt übrigens antibakteriell und antiviral: über 90 Prozent aller Viren und Bakterien sterben bei Sauerstoffkontakt ab.

Sauerstoffmangel

Die Mangelversorgung von Sauerstoff bezeichnet man als Hypoxie. Bei einer Sauerstoff-Unterversorgung entwickeln Betroffene eine graue oder bläuliche Hautfarbe, haben zittrige Lippen und erleiden rasch Muskelschwächen, Atemnot und Ohnmacht. Ursache dafür können unterschiedliche Erkrankungen sein.

Einzelne Organe können bei Herzinsuffizienz, Thrombosen oder Embolien von Hypoxie betroffen sein. Aber auch bei zu geringem Sauerstoffgehalt in der Luft, beispielsweise in sehr großer Höhe, kann Hypoxie auftreten.

Bei Atemstillstand kann es ebenso zu schweren hypoxiebedingten Schäden kommen. Dieser kann sogar im Schlaf auftreten – man spricht vom Schlafapnoe-Syndrom.

Auch bei Schädigungen des Atemzentrums, bei Lähmungen, Strangulation oder Blockierung der Atemwege kommt es häufig zu akuter Sauerstoff-Unterversorgung. Ist das Gehirn unterversorgt, kann dies zu bleibenden Schäden führen und im schlimmsten Fall innerhalb weniger Minuten zum Tod.

Auch im Bereich der unteren Extremitäten, den Füßen und Unterschenkeln, kann es zu einer partiellen Hypoxie kommen, vor allem bei an Diabetes erkrankten Menschen. Das diabetische Fußsyndrom, bei dem Erkrankte an schlecht heilenden, chronischen Wunden im Fußbereich leiden, ist auf Sauerstoffmangel zurückzuführen, der durch eine Schädigung der Blutgefäße verursacht wird, die bei Diabetes entstehen kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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