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Gesundheitslexikon: Salzsäure

Salzsäure und ihre Bedeutung für den menschlichen Körper

Salzsäure ist die wässrige Lösungsform des gasförmigen Chlorwasserstoffs. Sie gehört zu den Mineralsäuren und ist anorganisch. Die Salze der Salzsäure heißen Chloride. Das bekannteste dieser Salze ist Natriumchlorid (NaCl), auch als Kochsalz bekannt. Entdeckt wurde die Salzsäure bereits im zweiten Jahrhundert nach Christus. Die Herstellung gelang erstmals im 17. Jahrhundert. In der Natur findet sich Salzsäure in Kraterseen und in Vulkangasen. Als Steinsalz liegt die Säure zudem im Meerwasser in gelöster Form vor. Besondere Bedeutung kommt der Salzsäure im Magensaft der Wirbeltiere zu.

Die Produktion der Magensäure

Pro Tag produziert der Magen rund zwei bis drei Liter Magensaft. Dieser setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Der wichtigste Bestandteil ist die Magensäure, die aus 0,5-prozentiger Salzsäure besteht. Die Magensäure wird in den Belegzellen gebildet. Diese sitzen in der Magenschleimhaut. Wie viel Magensäure die Belegzellen produzieren, ist von der Nahrungsaufnahme abhängig. Damit die Zellen sich durch die Magensäure nicht selbst zersetzen, erfolgt die Kombination der einzelnen Bestandteile der Salzsäure erst außerhalb der Zellen. Die Belegzellen stellen aus Wasser und Kohlendioxid Kohlensäure her. Dabei entstehen Protonen, die in das Innere des Magens transportiert werden. Für die Magensäure werden nun noch Chloridionen benötigt. Die Sekretion der Chloridionen wird durch eine Aktivierung des parasympathischen Nervensystems oder durch die Freisetzung von Gastrin angeregt.

Die Aufgabe der Salzsäure im Magen

Die Magensäure dient dem Aufschluss der aufgenommenen Nahrung. Sie spaltet Eiweiße in kleine Untereinheiten wie Oligopeptide und Aminosäuren und bereitet die Nahrung für die weitere Aufspaltung und Verwertung im Dünndarm vor. Ferner hat die Salzsäure im Magen eine bakterizide Funktion. Sie macht Bakterien, Viren und andere Eindringlinge unschädlich.

Sodbrennen und salzsäurebedingte Magenschmerzen

Zu viel Magensäure kann zu einer Magenübersäuerung führen. Diese wird in medizinischen Fachkreisen auch Hyperazidität genannt. Die Hyperazidität ist in der Regel keine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom anderer Erkrankungen. Wer zu viel Magensäure hat, leidet unter Völlegefühl, Übelkeit, Magenschmerzen und Sodbrennen. Schuld daran ist meist eine Schädigung der schützenden Magenschleimhaut, die normalerweise als Barriere gegen die aggressive Säure dient. Die Magenschleimhaut kann durch Alkohol, bestimmte Schmerzmittel, verschiedene Nahrungsbestandteile, Stress, scharfe Gewürze oder durch das Bakterium Helicobacter pylori beeinträchtigt werden. In der Folge gelangt die Magensäure auf das darunterliegende Gewebe. Es entsteht eine Magenschleimhautentzündung oder im schlimmsten Fall sogar ein Magengeschwür.

Bei einer fehlerhaften Funktion des unteren Schließmuskels der Speiseröhre kann Magensäure in die Speiseröhre gelangen. Dadurch entstehen brennende Schmerzen, die auch als Sodbrennen bezeichnet werden. Auf lange Sicht kommt es zu einer dauerhaften Schädigung der Speiseröhre. Die sogenannte Refluxkrankheit geht mit brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein, Übelkeit und Erbrechen einher. Die Salzsäure kann eventuell sogar chronischen Husten und Heiserkeit verursachen. Um sich gegen die Salzsäure zu schützen, wandelt sich das Epithel der Speiseröhre um. Dieses sogenannte Barrett-Syndrom gilt als Präkanzerose, also als Krebsvorstufe. Zu viel Salzsäure im Magen wird häufig mit Säureblockern oder mit Protonenpumpenhemmern aus der Apotheke entgegengewirkt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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