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Gesundheitslexikon: Salicylsäure

Salicylsäure: Der pflanzliche Stoff wird heute als Medikament eingesetzt

Ob in Form von Medikamenten oder versteckt in kosmetischen Produkten – Salicylsäure begegnet sicher auch Ihnen im Alltag häufig und in ganz unterschiedlicher Form.

Was ist Salicylsäure?

Salicylsäure bildet farblose und geruchlose Kristalle, die süß-säuerlich schmecken und im Mund ein kratzendes Gefühl und einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen. Sie gehört zu der Gruppe der Hydroxybenzoesäuren, die sich wiederum von der Gruppe der Phenole ableiten. Aus der Salicylsäure wird das bekannte Medikament Aspirin hergestellt, in welchem der Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten ist. Acetylsalicylsäure wiederum ist ein Salz der Salicylsäure.

Salicylsäure wird heute durch die sogenannte ‚Kolbe-Schmitt-Reaktion‘ aus Kohlenstoffdioxid und Natriumphenolat industriell hergestellt. Neben der Weiterverarbeitung der Salicylsäure für die Pharmaindustrie werden weitere Salze dieser Säure zur Herstellung von Farb- und Riechstoffen genutzt.

Wo kommt Salicylsäure vor?

Ursprünglich wurde die Salicylsäure aus Pflanzen gewonnen, denn hier ist die sogenannte 2-Hydroxybenzoesäure als natürliches Hormon vor allem in den Wurzeln, Blüten, der Rinde und den Blättern enthalten. In den Pflanzen sorgt die Salicylsäure als natürliche Immunabwehr für einen gewissen Schutzmechanismus. Durch sie soll die Pflanze vor Bakterien, Pilzen oder Viren geschützt werden. Natürliche Salicylsäure sorgt also für ein stabiles Immunsystem und bewahrt die Pflanze vor Angriffen oder möglichen Infekten von außen. Auf natürlichem Wege konnte die Salicylsäure im Jahre 1838 erstmalig isoliert werden. 1874 wurde der Wirkstoff dann synthetisch im Labor hergestellt. Seitdem wird Salicylsäure industriell produziert. Vor allem die aus der Salicylsäure entwickelte Acetylsalicylsäure ist heute eines der meist konsumierten Medikamente der Welt.

Salicylsäure selbst kommt in ganz unterschiedlichen Medikamenten vor. Als Entzündungshemmer wird sie gerne als Mittel gegen Rheuma, Schuppenflechte oder Störungen der Hornhaut verschrieben.

Auch kann die Salicylsäure Produkten beigegeben werden, die einen abschuppenden Prozess auf die oberste Hautschicht haben sollen. Solche ‚Peelings‘ kommen vorwiegend in Kosmetikstudios zum Einsatz.

Da Salicylsäure in der Lage ist Bakterien abzutöten, kommt der Stoff auch in sehr geringen Konzentrationen in dekorativen Kosmetikprodukten zum Einsatz.

Welche Wirkung hat Salicylsäure auf den menschlichen Körper?

Die Salicylsäure dringt, je nach Wirkstoffdosis in die Haut ein und verursacht einen abschuppenden Prozess. Deshalb wird Salicylsäure häufig Präparaten beigegeben, die zur äußerlichen Anwendung bei Schuppenflechte helfen sollen. Salicylsäure bewirkt in der Haut eine Ablösung der Hornhautzellverbände und sorgt ferner für eine bessere und effektivere Durchblutung der Haut. Dieser Effekt wird auch gewünscht, wenn es um die Entfernung von Hühneraugen oder Warzen geht. Aber auch eine Tiefenreinigung der Hautporen kann damit vollzogen werden, wenn der Patient beispielsweise unter starker Akne leidet. Zur weiteren Anwendung kommt Salicylsäure als nicht-steroidales Antirheumatika. Auch hier wird sich die entzündungshemmende Eigenschaft zunutze gemacht. Salicylsäure hemmt das Enzym Cyclooxigenase und unterbindet damit ganz effektiv den Entzündungsprozess. Da Salicylsäure jedoch eine schlechte Verträglichkeit im Magen-Darm-Trakt hat, wird sie nur von außen über Salben oder Pflaster zugeführt. Sollen tiefere Gewebeschichten angesprochen werden, so muss eine entsprechende Erhöhung der Dosis verordnet werden. Dann erreicht der Wirkstoff auch Muskeln und Gewebe, z. B. bei Erkrankungen im Rahmen von Sportverletzungen.

Salicylsäure wirkt auf Augen, Schleimhäute und die Haut zuweilen auch reizend. Wird die Säure über den Mund aufgenommen kann es zu einer Herabsetzung der Atemfrequenz kommen und es können Störungen des Zentralnervensystems auftreten. Bei langfristiger äußerlicher Anwendung können Probleme im Magen-Darm-Trakt auftreten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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