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Gesundheitslexikon: Salbutamol

Was ist Salbutamol?

Salbutamol ist ein Arzneimittel, das zu Erweiterung der Bronchien eingesetzt wird (Broncholytikum, Antiasthmatikum, Sympathomimetikum). Darreichungsformen für Salbutamol sind Pulverinhalatoren und Druckgasinhalatoren zum Einatmen. Der Wirkstoff kann auch als Inhalationslösung zur Verneblung eingesetzt werden. Die Wirkung (erweiterte Bronchien) tritt innerhalb weniger Sekunden ein, das Wirkmaximum ist nach etwa 15 Minuten erreicht. Ist ein verzögerter Wirkungseinsatz angezeigt, kann Salbutamol in Form von Tropfen oder Retardtabletten eingenommen werden.

Wann wird Salbutamol angewendet?

Das Medikament Salbutamol wird zur symptomatischen Behandlung verschiedener Erkrankungen mit rückbildungsfähiger Verengung der Atemwege eingesetzt. Dazu gehören Bronchialasthma und COPD (chronisch obstruktive Bronchitis). Salbutamol wirkt vorbeugend bei Verkrampfungen der Atemwege, wie sie als Atemnot bei Anstrengungen und/oder Kontakt mit bestimmten Stoffen, die Allergie auslösen, auftreten können. Salbutamol wird hauptsächlich bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 4–11 Jahren eingesetzt. In der Therapie längerfristiger Krankheitsverläufe wird Salbutamol mit entzündungshemmenden Medikamenten gekoppelt.

Was ist bereits vor einer Anwendung/Einnahme von Salbutamol zu beachten?

Salbutamol wird nicht verwendet, wenn Allergien gegen Salbutamol und/oder sonstige Bestandteile wie Norfluran oder Ethanol vorliegen. Die parallel laufende Einnahme von Beta-Rezeptorenblockern kann Bronchialkrämpfe generieren. Vorsicht bei der Einnahme von Salbutamol ist zudem angeraten bei:

- Bluthochdruck,

- ausgeprägten Herzkrankheiten wie frische Infarkte, Herzmuskelerkrankungen und Herzrhythmusstörungen,

- Einnahme von Medikamenten zur Behandlung einer Herzschwäche (Aneurysma),

- Erkrankungen des Nebennierenmarks (Phäochromozytom),

- Überfunktion der Schilddrüse,

- schwer kontrollierbarer Diabetes mellitus

Ansteigender Bedarf des Medikaments Salbutamol zeigt eine Verschlechterungen der Grundkrankheit an. Überdosiertes Salbutamol kann herzschädigende Nebenwirkungen hervorrufen. Hohe Dosierungen in Notfallsituationen können zur Laktatazidose führen, die ihrerseits zunehmende Atemnot hervorruft. Zudem kann der Blutzuckerspiegel ansteigen. Wer Salbutamol bestimmungsmäßig verwendet, soll die Asthma- bzw. COPD-Erkrankung täglich kontrollieren (beispielsweise Messung der Atemstoßstärke mittels Peak-Flow-Meter). Notwendig ist dazu im Vorfeld eine fachärztliche Anleitung.

Kombination mit anderen Medikamenten

Bei gleichzeitiger Einnahme von Salbutamol mit

- Antidiabetika,

- Beta-Rezeptorenblockern,

- Narkosemitteln,

- Herzglykosiden,

- Mitteln zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems,

- Arzneimitteln gegen Depressionen,

- Procarbazin,

- Mutterkornalkaloiden (Ergotamin)

sowie durch die mit Salbutamol verbundene Senkung des Blutkaliumspiegels kann es zu Neben- und Wechselwirkungen kommen. Maßgeblich ist die Einschätzung des Arztes oder Apothekers.

Anwendung von Salbutamol in Schwangerschafts- und Stillzeiten

Der Wirkstoff passiert die Plazentaschranke – weitergehende Erfahrungen gibt es bis dato nicht. Nichtsdestotrotz sind strenge Indikationsstellungen anzuwenden. Weil Salbutamol auch in die Muttermilch übergeht, sind Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Entscheidend ist die Einschätzung des Arztes und/oder Apothekers.

Anwendung

Salbutamol wird nach Art und Schwere der Erkrankung dosiert. Der behandelnde Arzt gibt den Einsatz bei akuten Anfällen von Atemnot und bei plötzlich auftretenden Bronchialkrämpfen vor. Vorbeugende Einzeldosierungen im Vorfeld besonderer Anstrengungen oder vorhersehbarer Allergenkontakte sollen etwa 10 bis 15 Minuten vor dem Ereignis konsumiert werden. Salbutamol kann die Fahrtauglichkeit beeinflussen, insbesondere im Zusammenwirken mit Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmitteln.

Mögliche Nebenwirkungen

Salbutamol kann Nebenwirkungen haben, die allerdings nicht auftreten müssen. Dazu zählen u. a. Übelkeit, Kopfschmerzen, Zittern, Herzklopfen – Nebenwirkungen, die sich einige Tage nach Behandlungsbeginn zurückbilden. Daneben können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz und Hautausschlag, Muskelkrämpfe, Blutzuckeranstieg, Abfall des Kaliumspiegels, Husten und Bronchialkrämpfe (paradoxer Bronchospasmus) auftreten. Insgesamt ist der Rat des behandelnden Arztes maßgeblich. Salbutamol ist verschreibungspflichtig. Das Medikament kann bei Dopingkontrollen im Sport positive Ergebnisse generieren. Die Anwendung als Dopingmittel kann zu Gesundheitsgefährdungen führen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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