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Gesundheitslexikon: Saccharose

Saccharose: Wie schädlich ist Zuckerkonsum wirklich für den menschlichen Körper?

Die Liste der Zivilisationskrankheiten, die auf das Konto von Saccharose gehen sollen, ist lang. Nicht nur die Zähne werden geschädigt, sondern sogar lebensbedrohliche Krankheiten sollen von den kristallinen Körnchen verursacht werden. Die Studienlage ist schwer zu beurteilen. Isolierte Untersuchungen lassen sich kaum vornehmen, weil die menschliche Ernährung so umfangreich ist. Auch können sich die wenigsten Menschen vorstellen, wirklich dauerhaft auf die süße Saccharose zu verzichten.

Was ist Saccharose?

Mit dem Begriff Saccharose wird der umgangssprachliche Haushaltszucker oder Kristallzucker bezeichnet. Saccharose gewinnt man aus der Zuckerrübe und dem Zuckerrohr. Auch die Zuckerpalme wird wirtschaftlich zur Gewinnung von Saccharose genutzt. Saccharose hat keinen Geruch und keinen Eigengeschmack und tritt in kristalliner Form auf. Eine Beigabe von Saccharose süßt Lebensmittel beträchtlich.

Saccharose ist ein Kohlenhydrat und besteht aus einem Glucose-Molekül und einem Fructose-Molekül, welche fest miteinander verbunden sind. Diese Zuckerart lässt sich preiswert herstellen, einfach transportieren und unkompliziert industriell weiterverarbeiten. Als Süßungsmittel kommt Saccharose in äußerst vielen Lebensmitteln vor.

Wie wird Saccharose hergestellt?

Weltweit, aber auch nach wie vor in Europa, wird Saccharose industriell hergestellt. Auf riesigen Feldern werden Zuckerrüben agrarwirtschaftlich gezüchtet. Die Ernte der großen Rübenköpfe findet im Herbst statt. Die Rüben werden gereinigt, geschnitzelt und ausgekocht. Der süße Saft wird anschließend einige Stunden lang eingedampft, bis schließlich nur noch die Zuckerkristalle übrig sind. Diese reinigt man nochmals und packt sie schließlich als Granulat oder in Würfelform für den Handel ab.

Welche Wirkung hat Saccharose auf den Körper?

Als isoliertes Kohlenhydrat wird die Saccharose nach dem Konsum sehr schnell vom Blut aufgenommen. Umgehend schüttet das Hirn das Glückshormon Serotonin aus und lässt eine Art ‚Belohnungsgefühl‘ aufkommen. Wer Saccharose verzehrt, fühlt sich gut, glücklich und wach. Gleichzeitig wird von der Bauchspeicheldrüse aus das Hormon Insulin aktiviert. Es ist dafür verantwortlich, die erhöhte Energiemenge gleichmäßig den Organen zukommen zu lassen. Bei übertriebenem Saccharosekonsum sieht sich der Körper allerdings gezwungen, den Zucker umzuwandeln und in das Binde- und Fettgewebe einzulagern. Die aktivierte Bauchspeicheldrüse ist durch die ungewöhnlich hohe Flut an Saccharose zudem überreizt und schüttet weiterhin Insulin aus, auch wenn nichts Zuckerhaltiges mehr konsumiert wurde. So entwickelt sich ein Hungergefühl, welches vom Gehirn und nicht vom Magen aus gesteuert wird.

Was sollte man beachten, welche Risiken gibt es?

Saccharose ist nun einmal beliebt und die wenigsten Menschen sind in der Lage, dem Zusatzstoff dauerhaft aus dem Weg zu gehen. Erwiesen ist jedoch, dass ein umfangreicher Konsum von Saccharose zahlreiche Krankheiten entweder mit auslösen, oder sogar verantworten kann. So gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von schwerwiegenden Herz-Kreislauferkrankungen und dem Konsum von Saccharose. Auch ist es kein Geheimnis mehr, dass Saccharose im Mund in zahnschädigenden Säuren umgewandelt wird und dort zu Karies führt. Zahlreiche Studien weisen auch den eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von saccharosehaltigen Getränken und einem erhöhten Diabetes-Risiko hin. Auch gibt es keine Zweifel mehr daran, dass Saccharose zu Übergewicht führen kann. Die WHO empfiehlt, dass Zucker täglich insgesamt nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtenergiemenge ausmachen sollte. Menschen aus Industriestaaten liegen mit durchschnittlich 16 Teelöffeln am Tag meist über diesem Wert. Empfehlenswert ist es in jedem Fall, so wenig Saccharose wie möglich zu verzehren.

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