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Gesundheitslexikon: Rotaviren (Rotavirus)

Rotaviren – die weltweit häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen

Beim Rotavirus handelt es sich um einen hochansteckenden, leicht übertragbaren Erreger, der in sieben Untergruppen (Serotypen) unterteilt wird. Die Serogruppe A ist die am häufigsten vorkommende Art. Der Begriff Rotavirus wird nicht nur für die Bezeichnung des Krankheitserregers verwendet, sondern auch für die vom Virus ausgelöste Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine schwere Durchfallerkrankung, die vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden kann. Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken weltweit weit mehr als 100 Millionen Kinder am Rotavirus, bei etwa 450.000 Kindern kommt jede Hilfe zu spät. Die Ansteckung Erwachsener ist seltener, sie erkranken meist an Noroviren. Die Rotaviren-Erkrankung tritt saisonal gehäuft aus, der Erkrankungshöhepunkt liegt zwischen Februar und April.

Ursache

Rotaviren werden über Tröpfcheninfektion oder fäkal-oral übertragen. Babys und Kleinkinder, die die Welt mit dem Mund erkunden, sind deshalb besonders gefährdet. Der Erreger kann aber auch durch kontaminiertes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen werden. Dies stellt vor allem in Entwicklungsländern, wo die Kindersterblichkeit aufgrund von Rotaviren besonders hoch ist, ein großes Risiko dar. Ist das Virus erst in den Körper gelangt, dringt es in die Schleimhaut des Darmes ein. Dort vermehren sich die Erreger und schädigen die Schleimhaut.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt etwa drei Tage, bis zu acht Tage (bei ganz kleinen Kindern auch länger) nach Infektion wird der Erreger über den Stuhl ausgeschieden. Erste Anzeichen auf eine Erkrankung sind leichter, wässriger Durchfall, der in den Folgestunden immer schlimmer wird. Zudem werden Erbrechen, Übelkeit, Magenschmerzen und bei Kindern oft auch Fieber beobachtet. Die Kombination der Symptome macht die Gefährlichkeit der Erkrankung aus, denn der Körper verliert innerhalb kürzester Zeit viel Flüssigkeit und Mineralstoffe.

Diagnose

Werden bei Säuglingen und Kleinkindern Durchfälle beobachtet, die von wiederkehrendem Erbrechen begleitet sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung tastet der Mediziner den Bauch ab, um andere Ursachen für die Erkrankung auszuschließen. Eine Stuhluntersuchung bringt Sicherheit, handelt es sich tatsächlich um Rotaviren, so muss die Erkrankung an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Behandlung/Therapie

Erster und wichtigster Schritt bei der Behandlung einer Infektion mit Rotaviren ist die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten. Besonders geeignet sind Mineralwasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte sowie fertig gemischte Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Die Flüssigkeit soll in kleinsten Portionen, am besten löffelweise, zugeführt werden. Die beste Wahl für gestillte Säuglinge ist die Muttermilch. Sobald wie möglich sollte wieder mit der Nahrungsaufnahme begonnen werden. Leichte Kost wie Brei oder Zwieback unterstützt die Regeneration der Darmschleimhaut.

Die Behandlung kann zuhause durchgeführt werden, häufig ist allerdings ein Krankenhausaufenthalt notwendig. In Deutschland müssen bis zu 50 Prozent der Patienten unter fünf Jahren ins Hospital, bei den Erwachsenen sind es etwa 20 Prozent.

Vorbeugung

Die einzige Möglichkeit des Schutzes vor den hochansteckenden Viren ist die Impfung. In Deutschland werden zwei Impfstoffe angeboten. Diese werden oral verabreicht. Der Impfstoff enthält lebende Viren, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet. Im Falle einer Infektion kann der Körper die Erreger besser abwehren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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