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Gesundheitslexikon: Rotatorenmanschettensyndrom

Rotatorenmanschettensyndrom: Ursachen, Symptome, Behandlung

Der Begriff Rotatorenmanschettensyndrom ist eine Sammelbezeichnung für krankhafte Prozesse im Schultergelenk, die häufig zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Kraftverlust führen. Betroffen ist die Rotatorenmanschette, die aus den Sehnen von vier Muskeln besteht, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen und diesen wie eine Kappe umfassen.

Ursachen

Besonders bei Sportarten mit Körperkontakt kann eine plötzlich eintretende Gewalteinwirkung zu einem Teilriss oder einem kompletten Abriss einer oder mehrerer Sehnen führen. Meist sind es aber vor allem zwei Mechanismen, die zum Rotatorenmanschettensyndrom führen: Zum einen degenerative Veränderungen, die überwiegend jenseits des 50. Lebensjahres auftreten und zur Ausdünnung des Sehnenmaterials und zu feinen Rissen führen – zum anderen mechanische Beanspruchungen, die besonders beim Anheben des Armes unter dem Schulterdach entstehen, wenn dieser Raum durch anatomische Bedingungen oder schlechte Haltungsgewohnheiten zu eng ist. Dadurch können die Sehnen schmerzhaft eingeklemmt und gereizt werden. Dieses Phänomen nennt sich Impingement-Syndrom.

Symptome

Die degenerativen Prozesse bleiben lange Zeit völlig symptomlos, und die Beschwerden entwickeln sich nur langsam. Das Leitsymptom des Rotatorenmanschettensyndroms ist der Schulterschmerz, der sich besonders beim Heben des Armes und in der Funktion des betroffenen Muskels bemerkbar macht. Ein ganz spezifisches Kennzeichen der Erkrankung ist der sogenannte ‚schmerzhafte Bogen‘. Beim Heben des Armes tritt der Schmerz im Bereich zwischen 60 und 120 Grad auf. Darüber und darunter ist die Bewegung beschwerdefrei möglich. Ganz typisch ist auch der Nachtschmerz, besonders beim Schlafen auf der betroffenen Schulter. Bestehen die Beschwerden über längere Zeit, führt dies zu einem Schonverhalten. Der Arm wird weniger benutzt und der Bewegungsumfang nicht mehr komplett ausgenutzt. Dadurch baut die Kraft ab, und es entstehen Bewegungseinschränkungen.

Diagnose

Im Mittelpunkt der Diagnostik stehen klinische Untersuchungen zum Testen der schmerzauslösenden Faktoren sowie der Beweglichkeit und der Kraft. Zudem können erfahrene Ärzte mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen, ob degenerative Veränderungen oder Risse in den Sehnen vorliegen. Röntgenuntersuchungen erfüllen den Zweck, knöcherne Verletzungen auszuschließen.

Behandlung

In den meisten Fällen lassen sich Beschwerden bei einem Teilriss der Rotatorenmanschette sehr gut konservativ behandeln. Im akuten Zustand kommen entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz, eventuell auch eine gezielte Injektion mit Kortison. Nachdem die Akutsymptome abgeklungen sind, werden physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt, um das gewöhnliche Bewegungsausmaß und die Kraftverhältnisse wiederherzustellen. Dies sollte immer in Verbindung mit einer Haltungskorrektur erfolgen, um die Gefahr eines Rückfalls zu reduzieren. Bei akuten Rupturen oder therapieresistenten Beschwerden wird ein arthroskopischer Eingriff notwendig, bei dem der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf geweitet wird oder gerissene Sehnen genäht werden.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung degenerativer Veränderungen empfiehlt sich regelmäßiges Muskeltraining der Schulter- und Schulterblattmuskulatur in Verbindung mit einer spezifischen Haltungsschulung. Durch die Aufrichtung der Brustwirbelsäule kann der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf vergrößert werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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