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Gesundheitslexikon: Rizinusöl

Rizinusöl – der pflanzliche Hautschmeichler

Rizinusöl, auch Kastoröl genannt, ist ein vielseitiges pflanzliches Heilmittel, welches nicht nur im Bereich Medizin, sondern auch in der Kosmetik Anwendung findet. Bereits im altertümlichen Ägypten und bis zum Mittelalter wurde es hauptsächlich als Brennstoff für Öllampen benutzt. Ab dem 18. Jahrhundert wurde es zudem als Abführmittel verwendet. Rizinusöl kommt aufgrund seiner Eigenschaften in medizinischen und kosmetischen Produkten zum Einsatz.

Was ist Rizinusöl?

Das Rizinusöl wird aus dem Wolfsmilchgewächs Rizinus, welches auch unter dem Namen Wunderbaum bekannt ist, gewonnen. Die Pflanze kommt hauptsächlich in den Tropen vor. Die größten Anbaugebiete befinden sich in Brasilien, Indien und China. Aus diesen Ländern stammen 80 Prozent der gesamten Produktion auf dem Weltmarkt. Das Öl wird aus den geschälten Samen, die in den Rizinusfrüchten enthalten sind, kalt gepresst. Im Gegensatz zu den Samen, die das toxische Eiweiß Rizin enthalten, ist das Rizinusöl ungiftig. Bei der Raffination wird das Rizin entfernt. Rizinusöl hat eine gelbliche Farbe und ist dickflüssig. Sein Geruch ist schwach, hat eine charakteristische Note und sein Geschmack ist unangenehm. Es besteht zu mehr als 80 Prozent aus den Triglyceriden der Ricinolsäure, zudem aus Fettsäuren und anderen Glyceriden. In der Moderne findet Rizinusöl, neben der medizinischen und kosmetischen Verwendung, auch in der Industrie, etwa als Bindemittel für Lacke, als Korrosionsschutz von Bauträgern oder für chemische Umwandlungen, etwa bei der Herstellung von Biodiesel, Anwendung.

Medizinische Verwendung

Raffiniertes Rizinusöl wird sowohl zur innerlichen als auch äußerlichen Anwendung genutzt. Es dient bei der Herstellung verschiedener Medikamente als Lösungsmittel. Es kommt in Augentropfen vor und wird weiterhin als natürliches Abführmittel verwendet. Zudem kommt es als Zutat im Wehencocktail bei der Geburtshilfe zum Einsatz, um die Wehen einzuleiten. Diese Wirkung ist der Ricinolsäure zuzuschreiben. Allerdings können als Nebenwirkung Durchfall und Erbrechen auftreten. Zur äußerlichen Anwendung wird Rizinusöl bei der Therapie von Narben und Altersflecken eingesetzt. Auch Hautschuppen und Hornhaut können mit Rizinusöl erfolgreich behandelt werden. Schrunden und Fissuren können durch das Auftragen des Öls gelindert und selbst bei der Behandlung von Hämorrhoiden oder Warzen können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Äußerlich angewendet bietet es einen aktiven Haut- und Zellschutz.

Kosmetische Verwendung

Rizinusöl wird für die Herstellung von Cremes, Lotionen, Mascaras, Haarpflegemitteln und Badeölen benutzt. Da es die Produktion von Kollagen in der Haut anregt, ist es für eine Anti-Aging-Kur gut geeignet. Cremes können mit Rizinusöl angereichert werden, um der Faltenbildung besser vorzubeugen. Die pflegenden Eigenschaften des Rizinusöls machen das Haar weich, geschmeidig und lassen es wunderbar glänzen. Trockene Kopfhaut wird mit Feuchtigkeit versorgt. Somit eignet sich Rizinusöl gut für eine Behandlung bei Schuppen. Weiterhin regt es den Haarwuchs an. Wer natürliche lange Wimpern möchte, kann über einen längeren Zeitraum vor dem Zubettgehen einige Tropfen des Öls mit einem Wattestäbchen vorsichtig an den Wimpern entlang auftragen. Keine Sorge: Rizinusöl reizt nicht. Daher ist eine Verwendung am Auge vollkommen unbedenklich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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