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Gesundheitslexikon: Rittersporn

Rittersporn: das leuchtend blaue Hahnenfußgewächs

Rittersporn gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Ihren Namen verdankt die Pflanze ihrem langen Blütensporn. Der Volksmund bezeichnet Rittersporn auch als ‚Läusepfeffer‘, ‚Läusezahn‘ oder ‚Stephanskraut‘. Im Jahr 2015 wurde der für Mensch und Tier leicht giftige Rittersporn zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Es gibt 300 unterschiedliche Arten des Stauden-Gewächses.

Vorkommen und Aussehen

Ursprünglich kommt der Rittersporn aus Griechenland, Italien und Asien. Heute findet man ihn nur noch selten und meist im südlichen Mittelmeerraum oder in alpinen Gebieten. Früher sah man ihn oft auf Getreidefeldern. Rittersporn erreicht eine Höhe von mehr als einem Meter. Seine üppigen, wie Kerzen geformten Blüten sind leuchtend blau bis lilafarben und zwischen Juni und August zu bewundern.

Verwendung und Wirkung

Die im Rittersporn enthaltenen giftigen Alkaloide machten ihn im Altertum als Heilpflanze interessant. Er wurde daher oft als solche eingesetzt, doch seine heilende Wirkung ist eher gering und bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen. Dennoch sagt man ihm blutreinigende und harntreibende Eigenschaften nach und setzt ihn als Tee, z. B. gegen Koliken, ein. Auch Teemischungen, die eine angestrebte Gewichtsreduzierung unterstützen sollen, enthalten oftmals Rittersporn. In erster Linie wertet man Teemischungen durch ihn jedoch nur optisch auf, denn seine leuchtend blaue Farbe behält die Blüte auch nach dem Trocknen.

Mit dem Pflanzensaft des Rittersporns reinigte man früher Wunden und nutzte die Wirkung zudem bei Beschwerden der Prostata. Hierzu wurde eine Auflage mit aufgekochtem Pflanzensaft getränkt und entsprechend platziert. Auch bei Entzündungen der Augen und als Gegengift bei Schlangenbissen wurde die Pflanze angewendet. Griechen und Römer nutzten den Rittersporn außerdem als Mittel zur Empfängnisverhütung, als Salbe für Bissverletzungen und als Tinktur zum Vertreiben von Läusen.

Wichtige Hinweise

In frischem Zustand ist der Rittersporn in allen Teilen schwach giftig. Nimmt man ihn in dieser Form zu sich, kann das Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, Hautreizungen, Bewegungsschmerz und Durchfall verursachen. Daher sollte man auf gar keinen Fall mit der frischen Pflanze experimentieren.

In getrocknetem Zustand verliert sich diese Unverträglichkeit jedoch. Getrocknet, zerrieben und in Wasser aufgelöst kann Rittersporn gegen Husten, Sodbrennen und Verstopfung helfen.

Die Verwendung des homöopathischen Mittels Staphisagria ist, im Gegensatz zum frischen Rittersporn, nicht gefährlich. Die starke Potenzierung von D3 bis D12 macht die Einnahme unbedenklich. Man verwendet das Mittel heute zur Bekämpfung von Schmerzen nach Operationen und bei Depressionen oder Schwermut.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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