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Gesundheitslexikon: Ringelröteln

Ringelröteln: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ringelröteln (auch: 'Fünfte Krankheit', Erythema infectiosum) sind eine ansteckende Viruserkrankung. Meist sind Kinder im Kindergarten- und Schulalter betroffen. Doch auch Teenager und Erwachsene können sich anstecken. Charakteristisch ist ein schmetterlingsförmiger Ausschlag im Gesicht, der allerdings nicht bei allen Patienten auftritt. Meist verläuft die Erkrankung so unauffällig, dass man sie kaum bemerkt. Bei Schwangeren kann sie jedoch zu einer Fehlgeburt führen.

Ursachen

Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B19. Es ist nicht mit dem Rötelnvirus verwandt. Das winzige Parvovirus B19 vermehrt sich bevorzugt über die Vorläuferzellen roter Blutkörperchen im Knochenmark. Es ist sehr widerstandsfähig und kann längere Zeit außerhalb des Körpers überleben. Übertragen wird es hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Auch direkter Kontakt mit Infizierten, gemeinsames Benutzen von Geschirr, kontaminierte Hände und Bluttransfusionen können zu einer Ansteckung führen. Danach vergehen sieben bis 18 Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. In dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Symptome

Die Mehrheit der Infektionen verläuft ohne Krankheitszeichen. Treten Symptome auf, ähneln sie anfangs meist einer leichten Grippe mit mildem Fieber und Unwohlsein. In 15 bis 20 Prozent aller Fälle zeigt sich der typische Hautausschlag. Er beginnt an den Wangen mit hellroten, erhabenen Flecken, die allmählich zusammenfließen. Da Mund und Nasenrücken dabei ausgespart werden, entsteht die typische, an einen Schmetterling erinnernde Form. Innerhalb weniger Tage breitet sich der Ausschlag auf die Streckseiten der Gliedmaßen aus. Seine girlandenartige Ausprägung gab der Krankheit ihren Namen. Juckreiz ist möglich. Oft verblassen die Hauterscheinungen und bilden sich dann wieder neu. Sie können bis zu sieben Wochen andauern. Im Allgemeinen ist die Erkrankung jedoch nach zehn bis zwölf Tagen überstanden. Danach ist man lebenslang immun gegen den Erreger.

Komplikationen sind selten. Gelegentlich kommt es bei jungen Frauen und Mädchen zu rheumaähnlichen Gelenkbeschwerden. Patienten mit Defekten des Immunsystems können eine chronische Anämie entwickeln. Bei Menschen, die bereits unter Blutarmut leiden, kann die Anzahl der roten Blutkörperchen bedrohlich absinken.

Gefährlich sind Ringelröteln in der Schwangerschaft. Über die Plazenta kann auch das Ungeborene infiziert werden und eine schwere Blutarmut entwickeln. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Fehlgeburt.

Diagnose

Wenn die typischen Hauterscheinungen fehlen, kann ein Bluttest Aufschluss geben. Bei einer Infektion bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Virus, die man im Blut nachweisen kann. Das Virus selbst wird in Blut oder Fruchtwasser durch die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion identifiziert.

Behandlung

Meistens stellt der Arzt nur fest, ob es sich tatsächlich um Ringelröteln handelt. Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich. Gegen Juckreiz werden geeignete Lotionen verschrieben. Fiebersenkende Mittel sind nur selten nötig.

Bei frisch infizierten Schwangeren wird das Ungeborene mittels Ultraschall überwacht. Im Falle einer Anämie kann es durch eine sofortige Bluttransfusion über die Nabelschnur gerettet werden.

Vorbeugung

Eine Ansteckung lässt sich kaum vermeiden. Gründliches Händewaschen scheint das Risiko jedoch einzudämmen. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Frauen mit Kinderwunsch sollten vom Arzt testen lassen, ob sie immun sind.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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