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Gesundheitslexikon: Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis)

Eine rheumatoide Arthritis bedeutet Schmerzen in den Gelenken

Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Systemerkrankung mit vielfältigen schmerzhaften Symptomen an Muskeln, Sehnen, Gelenken und serösen Häuten. Die Folgen dieser schubweise verlaufenden, progredienten Krankheit sind einhergehende Funktionseinschränkungen bis hin zur Behinderung. Von einer chronischen Polyarthritis spricht man, wenn mindestens fünf Gelenke von einer Entzündung betroffen sind.

Ursachen

Die Ursachen, die zu einer rheumatoiden Arthritis führen, sind bis heute noch nicht geklärt. Fakt ist, dass die Autoimmunkrankheit nur ausbricht, wenn eine genetische Disposition vorliegt. Dann befallen körpereigene Antikörper und Phagozyten, die eigentlich Bakterien und Viren in Schach halten sollen, das körpereigene Gewebe und zerstören es.

Symptome

Rheumatoide Arthritis verläuft in vier Phasen, welche schubweise oder ineinander übergehend auftreten können.

In der proliferativen Phase kommt es zum symmetrischen Befall der kleinen Fingergelenke. Dieser äußert sich in Morgensteifigkeit, wiederkehrenden schmerzhaften Gelenkergüssen und gelenknaher Osteoporose.

Die destruktive Phase ist gekennzeichnet durch ein Übergehen der Entzündung von der Gelenkinnenhaut auf den Knorpel. Dadurch entstehen krankheitstypische Rheumaknoten an den Streckseiten der Fingergelenke.

Im Laufe der Zeit erleben Betroffene in der degenerativen Phase eine weitere Unterwanderung der Entzündungen in gelenknahe Knochen. Dadurch werden die Gelenke instabil. Außerdem kann es zu extraartikulären Organmanifestationen kommen, beispielsweise in Herz, Lunge oder Augen.

Die ausgebrannte Phase bezeichnet das Ende der Krankheit mit zerstörten, deformierten und versteiften Gelenken, sowohl in den Fingern als auch in anderen Extremitäten.

Diagnose

Die Diagnosestellung ist wichtig, um die chronische Polyarthritis von der Arthrose und Morbus Bechterew abzugrenzen.

Um eine rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren, werden eine Anamnese und eine klinische Untersuchung erhoben. Ergänzend finden bildgebende Verfahren statt. Mittels Laborparametern können akute und vorangegangene Schübe ausgemacht werden.

Behandlung

Die Therapie der rheumatoiden Arthritis erfolgt konservativ, medikamentös, physikalisch und gegebenenfalls auch operativ.

Gängige Medikamente in der Behandlung und zur Vorbeugung einer fortschreitenden Verschlechterung sind MTX, Glukokortikoide und Analgetika. Diese dämmen die Antikörper ein und vermindern die Entzündungsreaktionen. Ergänzend verhelfen physikalische Maßnahmen wie Kälteanwendungen oder Physiotherapie zu einer autonomeren Alltagsbewältigung.

Hilfsmittel und eine Anpassung des Wohnumfeldes bieten Betroffenen die Möglichkeit, so lange wie möglich selbständig leben zu können. Zusätzlich erzielt eine Ernährungsumstellung gute Erfolge bei der Verlangsamung der Krankheit. Durch den Verzicht auf Fleisch und damit die verminderte Aufnahme von Arachnidonsäure werden Entzündungen gehemmt. Der Konsum von Obst und Gemüse wirkt sich wiederum begünstigend auf die medikamentöse Therapie aus.

Helfen alle diese Maßnahmen nichts, kommt es zu operativen Therapiemethoden. Die Synovialektomie, Osteotomie, Arthrodese oder Prothetik sind Anwendungen, die ein Fortschreiten der Krankheit in das nächste Stadium verhindern sollen. Nachteil dieser ist jedoch der Verlust der Beweglichkeit der operierten Gelenke.

Vorbeugung

Die chronische Polyarthritis kann nicht verhindert werden. Dennoch lassen sich Folgekrankheiten, die mit der rheumatischen Arthritis einhergehen oder aus deren Behandlung resultieren, vermeiden. So können Magenulzera, welche nach der Medikamenteneinnahme oftmals entstehen, durch entsprechende Magenprotekt-Tabletten verhindert werden. Stürze und Knochenbrüche sind meist ein Ergebnis schlecht angepasster Wohnsituationen und lassen sich mithilfe einfacher Umgestaltungen oftmals umgehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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