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Gesundheitslexikon: Restless legs

Restless legs: So erkennen und behandeln Sie die neurologische Erkrankung

Restless legs bedeutet 'unruhige Beine' und bezeichnet eine neurologische Erkrankung. Der Patient verspürt den Drang, die Beine ständig zu bewegen und hat zusätzlich verschiedenartige Missempfindungen in den Beinen. Das können Schmerzen sein, Kribbeln oder Ziehen. 'Restless legs' nennt der Mediziner auch 'Restless-Legs-Syndrom' (RLS). Wie der Name schon sagt, beschränkt sich der Bewegungsdrang fast ausschließlich auf die Beine. Nur sehr selten kommen Fälle vor, bei welchen auch die Arme und Hände betroffen sind.

Ursachen

Es sind keine genauen Ursachen bekannt, die das RLS auslösen. Manchmal tritt es gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, wie beispielsweise bei chronischer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche), bei Eisen- und Vitamin-B12-Mangel, Diabetes oder Parkinson. Es wurde auch beobachtet, dass Medikamente gegen Übelkeit und gegen Depressionen den Bewegungsdrang auslösen. Nach Absetzen der Medikamente verschwindet er wieder. Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Entstehung der Erkrankung mit einer Störung der Nervenimpulse im Gehirn zu tun hat. Daran beteiligt ist wahrscheinlich auch ein fehlerhafter Dopaminstoffwechsel. Zusätzlich hat man festgestellt, dass RLS in der Familie gehäuft auftritt, also auch vererbbar ist.

Symptome

Die Beschwerden treten nur in Ruhe auf, meist abends und nachts, wenn der Patient ruhig sitzt oder im Bett liegt. Die Beine müssen dauernd bewegt werden, es ist nicht möglich, sie liegen zu lassen. Die Missempfindungen wie Kribbeln oder Ziehen werden hauptsächlich an den Waden wahrgenommen, nur selten auch am Oberschenkel. Die Folge dieses Bewegungsdrangs sind Einschlafprobleme. Betroffene sind zwar müde und von den Bewegungen erschöpft, finden aber dennoch keinen Schlaf. Wenn sie dann endlich einschlafen, ist diese Ruhe nur oberflächlich und bringt keine Erholung. Das führt dazu, dass sich die Patienten tagsüber matt und erschöpft fühlen. Oft können sie ihren Alltag deswegen nicht bewältigen.

Diagnose

Für eine Diagnose ist zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch nötig. Der Arzt wird fragen, wann die Beschwerden auftreten und ob auch andere Familienangehörige davon betroffen sind. Es kommt vor, dass der Patient eher die Schlafstörung als vordergründiges Problem ansieht und sich gar nicht des Bewegungsdrangs und der Missempfindungen bewusst ist. Hier gilt es für den Arzt, sich für das Gespräch genügend Zeit zu nehmen, damit die Symptome genau benannt werden können. Des Weiteren werden zum Ausschluss anderer Erkrankungen eine neurologische und eine allgemeine körperliche Untersuchung durchgeführt. In seltenen Fällen kann auch die Beobachtung des Patienten in einem Schlaflabor empfehlenswert sein.

Behandlung

Bei der Therapie des RLS steht der Leidensdruck des Patienten im Vordergrund und damit meist seine Schlafprobleme. Hilfreich sind beispielsweise Beinmassagen, Wechselduschen oder Wadenwickel. Sportliche Betätigung und anschließende Dehnübungen führen zu natürlicher Ermüdung der Muskeln und zu Entspannung. Außerdem sollten Betroffene möglichst auf koffeinhaltige Getränke verzichten, welche die Nervosität steigern. Helfen diese Maßnahmen nicht, so kann auch medikamentös behandelt werden, beispielsweise mit einer Dopaminersatztherapie. Sollte Eisen- oder Vitaminmangel vorliegen, wird diesem Mangel mit Medikamenten entgegengewirkt. Allerdings geben all diese Maßnahmen keine Gewähr für die Besserung der Beschwerden, da jeder Patient anders reagiert und die Krankheit sehr individuelle Erscheinungsformen hat.

Vorbeugung

Gegen RLS kann man nicht vorbeugen. Es ist diesbezüglich nichts bekannt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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