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Gesundheitslexikon: Reizhusten

Reizhusten

Reizhusten ist ein trockener, bellender Husten ohne Absonderung von Schleim.

Ursachen

Die Ursache eines Reizhustens kann beispielsweise eine beginnende Erkältung sein, wenn die Atemwege gereizt sind. Er tritt aber auch bei chronischen und akuten Erkrankungen der Lunge auf und als Nebenwirkung bei der Einnahme von Medikamenten. Er ist zudem Folge eines schützenden Reflexes, wenn ein Fremdkörper in die Luftröhre eingedrungen ist. Man muss husten, wenn man sich 'verschluckt' hat, um den Fremdkörper wieder loszuwerden und nicht zu ersticken. Weiterhin können eine Kehlkopfentzündung oder eine Bronchitis einen trockenen Husten auslösen, der auch als Kitzelhusten bezeichnet wird. Allergische Reaktionen können ebenfalls die Ursache von Reizhusten sein.

Symptome

Wie in der Zusammensetzung des Wortes bereits ausgedrückt, wird ein Reizhusten durch einen Reiz verursacht. Bei einer akuten Form, wie im Anfangsstadium einer Erkältung, sind neben dem Drang husten zu müssen, oft Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Schnupfen symptomatisch. Weiterhin kann es sich bei einem trockenen Husten mit tränenden Augen um eine Atemwegsreizung durch Staub oder Schadstoffe handeln. Sind Kurzatmigkeit und Schmerzen beim Atmen mit einem bellenden Husten verbunden, kann es sich um eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) handeln. Meist ist ein Reizhusten mit einem Räusperzwang verbunden. Ein trockener Husten kann auch chronisch sein und sich über mehrere Wochen hinziehen.

Diagnose

Da bei einem Reizhusten psychische Belastungen eine Ursache sein können, muss zunächst eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden. Der Arzt wird fragen, ob der Husten in Anfällen auftritt, über Stunden anhält und sich insbesondere bei emotionaler Anspannung zeigt. Dies könnte auf einen psychogenen Reizhusten hinweisen. Nach einer ausführlichen Anamnese wird der Arzt die oberen Luftwege untersuchen, den Betroffenen abhören und abklopfen. Zur Abklärung der Diagnose wird er möglicherweise eine Lungenfunktionsprüfung, eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie), eine Röntgenuntersuchung und eine Computertomografie (CT) des Brustkorbs veranlassen. Hier kann sich herausstellen, ob es sich um eine ernste Erkrankung wie Krebs oder einen entzündlichen Prozess handelt. Auch Fremdkörper lassen sich mittels einer Bronchoskopie entdecken.

Behandlung

Wenn sich bei der Diagnose der Auslöser des Reizhustens herausgestellt hat, wird dementsprechend eine Therapie aufgebaut. Handelt es sich um ein Erkältungssymptom, wird der Arzt eher Medikamente zur Linderung als zur Unterdrückung des Hustens empfehlen. Ist der Patient durch die Hustenanfälle extrem belastet, können hustenhemmende Mittel, so genannte Antitussiva, helfen, um ihm zumindest nachts zur Ruhe zu verhelfen. Sie sorgen dafür, dass der Hustenreflex gehemmt wird. Da Hustenblocker wie Codein oder Noscapin nicht ganz ungefährlich sind und unter Umständen zur Abhängigkeit führen, sollten diese Medikamente nicht länger als über einen Zeitraum von einer Woche eingenommen werden. Bei einem psychisch bedingten Reizhusten kann das Erlernen von Entspannungstechniken und das Ausschalten von psychischen Belastungen zu einer deutlichen Reduzierung der Beschwerden führen. Bei einer Bronchitis oder Rippenfellentzündung führt neben der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten eine längere Bettruhe zur Entlastung. Liegt ein Bronchialkarzinom als Ursache des Reizhustens vor, wird eine entsprechende Krebsbehandlung eingeleitet, neben einer gezielten Chemotherapie möglicherweise auch eine Operation.

Vorbeugung

Als Vorbeugung eines Reizhustens gilt der Rat, möglichst das zu vermeiden, was die Atemwege reizen könnte. Dazu gehört auch das Rauchen, was zudem das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs erhöht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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