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Gesundheitslexikon: Rehabilitation

Rehabilitation – körperlich, psychisch, beruflich und sozial wieder fit werden

Der Begriff Rehabilitation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt ‚wieder fähig machen‘. Er meint einen Prozess, bei dem es darum geht, Menschen, die durch bestimmte Ereignisse wie Erkrankungen oder Unfälle körperliche oder psychische Defizite oder Behinderungen erlitten haben, ihre Fähigkeiten zurückzugeben, zu erhalten oder Minderungen so gering wie möglich zu halten. Leistungen und Maßnahmen, die dazu eingesetzt werden, können sich auf drei Arten von Rehabilitation beziehen: die medizinische, die berufliche und die soziale Rehabilitation. Die Genannten können sich zum Teil überschneiden beziehungsweise voneinander abhängen.

Medizinische Rehabilitation

Das Ziel der medizinischen Rehabilitation ist es, die körperlichen und psychischen Folgen von Unfällen und Erkrankungen zu beseitigen oder so gering wie möglich zu halten. Insbesondere geht es darum, Behinderungen zu vermeiden und einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Sie ist neben der Akutversorgung durch niedergelassene Ärzte und Kliniken Teil des medizinischen Systems. Spezifische Rehabilitationsverfahren werden nach einem Unfall, einer Operation oder schweren Erkrankungen in spezifisch ausgestatteten Einrichtungen angeboten, entweder stationär in Rehakliniken oder ambulant in Rehazentren. Dort werden die Patienten je nach Art ihrer Beschwerden von einem interdisziplinären Team betreut, dem neben Ärzten und Pflegepersonal auch Therapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen und Psychotherapeuten angehören können.

Berufliche Rehabilitation

Bei der beruflichen Rehabilitation geht es darum, Menschen, die infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können, wieder in das Berufsleben einzugliedern. Die medizinische Rehabilitation schafft die Basis dafür, indem sie die negativen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen beseitigt oder so gering wie möglich hält. Abhängig davon, ob eine Rückkehr in den ursprünglichen Beruf möglich ist oder nicht, können verschiedene Maßnahmen zur Anwendung kommen. Das kann ein Stufenmodell sein, mit dem die Rückkehr in die Arbeitswelt zeitlich gestaffelt erfolgt, Umbauten des Arbeitsplatzes, aber auch die Versetzung in einen anderen Tätigkeitsbereich, der den Fähigkeiten besser entspricht. Häufig sind Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen notwendig, um die Chancen für die Rückkehr ins Arbeitsleben zu verbessern, im Extremfall auch eine Umschulung.

Soziale Rehabilitation

Körperliche und psychische Beeinträchtigungen und Behinderungen können die Teilhabe am sozialen Leben beeinträchtigen. Häufig entwickelt sich nach einem einschneidenden Ereignis eine Spirale, die die betroffenen Menschen zum Rückzug aus der sozialen Umgebung veranlasst. Sie empfinden die erlittenen Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit und die Einschränkung der beruflichen Möglichkeiten als Statusverlust, der ihre Rolle in der Familie und im Umfeld infrage stellt. Besteht dieser Zustand länger, können dadurch echte psychische Probleme entstehen. Die medizinische und berufliche Rehabilitation sind für die betroffenen Menschen wichtig, um die Ursachen der Beeinträchtigungen so schnell wie möglich zu beheben beziehungsweise ihre Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus sind spezifische Leistungen notwendig, die dazu geeignet sind, das Selbstwertgefühl zu stärken und wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Personell sind in diesem Bereich vor allem Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter gefragt.

Kostenträger

Die Kostenübernahme für spezifische Maßnahmen zur Rehabilitation fällt in Deutschland in den Verantwortungsbereich der Sozialversicherungsträger. Kosten, die infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls im privaten Bereich entstehen, werden von den Krankenkassen oder gesetzlichen Rentenversicherungen übernommen. Bei Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig, die in der Regel den Berufsgenossenschaften angegliedert ist.

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