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Gesundheitslexikon: Reflux (Refluxkrankheit)

Reflux: Ursachen, Symptome und Behandlung der Refluxkrankheit

Die Refluxkrankheit ist ein Beschwerdebild des oberen Verdauungsapparates. Der Begriff selbst bezeichnet das permanente Zurückfließen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre. Außer unserem Magen ist jedoch kein Part des Gastrointestinaltraktes darauf ausgelegt, den Magensaft mit einem pH-Wert von 2 bis 3 zu ertragen. Deshalb bringt die Refluxkrankheit vielerlei Beschwerden mit sich.

Ursachen

Die Magensäure hat die Aufgabe, Bakterien und andere schädliche Stoffe abzutöten, bevor sie über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Damit dieser Verdauungssaft auch im Magen bleibt, gibt es verschiedene Schließmuskel, die den Magen von der Speiseröhre trennen. Im Falle einer Refluxkrankheit ist insbesondere der äußere Pförtner zur Speiseröhre funktionsgestört. Die Folge ist aufsteigende Magensäure. Da die Zellen der Mageninnenwand mit speziellen Drüsen ausgestattet sind, werden diese nicht durch die Salzsäure des Magensaftes angegriffen. Anders ist dies in der Speiseröhre, denn die Zellen hier werden stark gereizt.

Gründe für einen dysfunktionalen Magenschließmuskel sind Druckerhöhungen im Oberbauch, wie sie beispielsweise bei Übergewicht und Schwangerschaft vorkommen. Doch auch ein Zwerchfellbruch oder andere anatomische Anomalien wie eine durch Skoliose bedingte Fehlhaltung spielen bei der Entstehung der Refluxkrankheit eine entscheidende Rolle.

Symptome

Die Refluxkrankheit beginnt oftmals sehr plötzlich. Viele Betroffene bemerken ein saures Aufstoßen im Liegen oder beim Bücken. Oftmals kommt ein unangenehmes Aufstoßen von Luft insbesondere nach der Nahrungsaufnahme hinzu, was sich in säuerlichem Mundgeruch niederschlägt. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es aufgrund der Schädigung der Speiseröhren-Innenwand zu einem permanentem Druckgefühl hinter dem Brustbein, Schluckbeschwerden und Reizhusten. Diese Symptome können viele Reflux-Kranke sehr stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigen.

Diagnose

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum unter den genannten Symptomen leiden, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser wird in einem Anamnesegespräch und mittels klinischer Untersuchung feststellen, ob es sich um unkompliziertes Sodbrennen handelt oder ob er weitere Maßnahmen zum Ausschluss einer Refluxkrankheit einleiten soll.

State of the Art zur Diagnosesicherung einer Refluxkrankheit ist noch immer eine Gastroskopie, eine Magenspiegelung. Bei dieser kurzen und komplikationsarmen Untersuchungsmethode kann festgestellt werden, ob der Schließmuskel des Magens in seiner Funktion beeinträchtigt ist und inwiefern die Schleimhaut der Speiseröhre bereits Schaden genommen hat.

Behandlung

Die Refluxkrankheit hat eine gute Prognose. Insbesondere die Reduktion des abdominalen Drucks, beispielsweise durch Gewichtsminderung, verspricht Linderung. Zusätzlich können nächtliche Reflux-Beschwerden durch eine leicht erhöhte Lagerung des Oberkörpers oder Linksseitenlage gemildert werden.

Die Umstellung einer etwaigen fett- und kohlenhydratreichen Ernährungsgewohnheiten hin zu häufigen kleinen fettarmen Mahlzeiten verschafft ebenfalls oft Symptomfreiheit. Auch die Nahrungskarenz mindestens zwei Stunden vor der Nachtruhe verhilft vielen Betroffenen zu einem erholsameren Schlaf.

Schädliche Substanzen wie Nikotin und Alkohol sollten bis zum Abklingen der Refluxkrankheit absolut vermieden werden. Dies ist nebenbei auch für andere Körperfunktionen sinnvoll.

Helfen all die genannten allgemeinen Maßnahmen nicht, kann mittels Säureblocker oder Protonenpumpenhemmer medikamentöse Hilfe geleistet werden. Diese Tabletten haben kaum Nebenwirkungen und werden von fast allen Betroffenen innerhalb kürzester Zeit als wirkungsvoll bewertet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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