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Gesundheitslexikon: Raucherlunge

Raucherlunge - Symptome, Diagnose, Behandlung

Der Begriff ‚Raucherlunge‘ wird in der Medizin für eine bestimmte Atemwegserkrankung verwendet, die im Fachjargon als chronisch obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet und mit COPD abgekürzt wird. Sie beginnt mit dem sogenannten ‚Raucherhusten‘, bei dem es sich um eine chronische Bronchitis handelt. Nach und nach verengen sich die Bronchien, wodurch es zu Atemnot kommen kann. Ist die chronisch obstruktive Bronchitis weiter fortgeschritten, sind die Atemwege dauerhaft und unumkehrbar verengt.

Ursachen

Die Hauptursache für eine Raucherlunge ist – wenig überraschend – das Rauchen. Durch den Konsum von Tabakwaren steigt das Risiko, an einer Raucherlunge zu erkranken, um ein Vielfaches. Es sind jedoch insbesondere ältere beziehungsweise langjährige Raucher gefährdet. Das gilt vor allem für die europäischen Industrieländer, in denen zwischen 200.000 und 400.000 Menschen pro Jahr an den Folgen einer durch Rauchen bedingten Lungenerkrankung sterben. Nicht so gravierend, aber auch durch das Passivrauchen verdoppelt sich das Risiko, an COPD zu erkranken. Vergleichsweise selten geht die Lungenerkrankung auf erbliche oder durch die Umwelt bedingte Faktoren zurück.

Symptome

Durch den langjährigen Konsum von Tabak gelangen die in Zigaretten und anderen Tabakwaren enthaltenen schädlichen Substanzen in die Atemwege und in die Lunge, wo sie entzündliche Prozesse in Gang setzen können. Unter anderem enthalten Tabakwaren Teer, der sich auf den kleinen Flimmerhärchen der Lunge ablagert, was die Funktionsfähigkeit der Lunge beeinträchtigen kann. Denn die Flimmerhärchen haben die Aufgabe, störende Partikel aus der Lunge zu transportieren. Geschieht dies nicht, kommt es zu einer Ansammlung von Partikeln und als Abwehrreaktion vermehrt zu Schleimbildung. Hält dieser Vorgang über Jahre und Jahrzehnte an, kann sich die Lunge schwarz färben, weshalb sie dann als sogenannte ‚Teerlunge‘ bezeichnet wird. In diesem Stadium leidet der betroffene Raucher unter chronischem Husten, der einhergeht mit vermehrtem Auswurf, sowie verstärkt unter Atemnot.

Diagnose

Treten noch keine eindeutigen Symptome auf, können bei dem Betroffenen leichtere Verlaufsformen durch eine Lungenfunktionsmessung festgestellt werden. Handelt es sich bereits um eine schwerere Form, sind die Symptome sehr eindeutig. Bei der betroffenen Person kommt es selbst bei kleinsten körperlichen Anstrengungen zu Atemnot. Um beurteilen zu können, ob und in welchem Maß die Funktionsfähigkeit von Atemwegen und Lunge durch den anhaltenden Tabakkonsum beeinträchtigt ist, werden entweder eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie durchgeführt beziehungsweise beide Diagnoseverfahren zur Absicherung des Ergebnisses miteinander kombiniert. Zu den angewandten Untersuchungsmethoden gehören außerdem ein Blutbild, ein EKG (Elektrogardiogramm), eine Lungenfunktionsprüfung und eine Sputumkontrolle, bei der der Auswurf untersucht wird.

Behandlung

Die Behandlung lässt sich, anders als bei anderen Erkrankungen, sehr schnell auf einen Nenner bringen. Raucher, die bereits eine Raucherlunge haben oder an einer COPD erkrankt sind, sollten so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufhören. Denn nur so lassen sich Entzündungsprozesse im Bereich der Lunge stoppen. Um im Zusammenhang mit auftretender Atemnot Erleichterung zu spüren, verschreibt der Arzt regelmäßig ein Spray zum Inhalieren, das die Bronchien erweitert. Sprays, Kortison und andere Medikamente lindern allerdings lediglich die Symptome. Nur wer mit dem Rauchen – auch nach jahrzehntelangem Tabakkonsum – vollständig aufhört, kann eine Verbesserung der Lungenfunktion erzielen. Das bedeutet, dass auch weniger Rauchen nicht ausreicht.

Vorbeugung

Die beste vorbeugende Maßnahme ist nicht zu rauchen. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, kann eine Vielzahl von unterstützenden Maßnahmen hinzuziehen, angefangen von Nikotinersatzstoffen über Raucherentwöhnungsprogramme bis zur Akupunktur und Hypnose.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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