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Gesundheitslexikon: Raucherbein

Raucherbein – eine Form der Arteriosklerose

Als Raucherbein wird umgangssprachlich ein fortgeschrittenes Stadium der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) im Bein bezeichnet. Bei dieser Erkrankung kommt es durch Engstellen in den Arterien zu Durchblutungsstörungen und einer Minderversorgung des Gewebes peripher der Engstelle. Dies kann je nach Ausprägung schwerwiegende Folgen haben.

Ursachen

Die Grunderkrankung, die zu einem Raucherbein führt, ist die Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt. Der Name kommt daher, dass Rauchen neben Diabetes, Bluthochdruck und schlechten Blutfett- und Cholesterinwerten einer der Hauptrisikofaktoren dieser Erkrankung ist. Es ist ein systemisches Krankheitsgeschehen, bei dem sich durch Ablagerungen in den Gefäßwänden Engpässe bilden, die zur Unterversorgung des nachfolgenden Gewebes führen können. Grundsätzlich können alle Arterien betroffen sein, es gibt aber einige bevorzugte Lokalisationen. Dazu gehören die Herzkranzgefäße, die Hirnarterien, aber auch die Arterien des Beckens und der Beine. Die Erkrankung entwickelt sich langsam und bleibt lange symptomlos. Erst bei einem Verschluss von mehr als 90 Prozent treten erste Beschwerden auf.

Symptome

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird in vier Stadien eingeteilt. Stadium eins ist ein Zufallsbefund ohne Symptome. Im Stadium zwei tauchen Belastungsschmerzen in den Beinen auf, die sich typischerweise beim Gehen zeigen. Die auftretenden Beschwerden können das Gehen deutlich beeinträchtigen und das Weiterlaufen sogar verhindern. Die Patienten bleiben dann stehen und warten ab, bis die Symptome abgeklungen sind, bevor sie sich wieder in Bewegung setzen. Dieses Verhalten wird allgemein als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Stadium drei ist dadurch gekennzeichnet, dass die Beschwerden schon in Ruhe auftreten und sich zusätzlich erste Hautveränderungen bemerkbar machen. Gehen ist häufig nicht mehr möglich. Im Stadium vier kommt es zu manifesten Gewebeveränderungen mit Gewebsuntergang (Nekrose). Es treten häufig schlecht heilende Geschwüre auf. Die offenen Stellen können zusätzlich durch Keime infiziert werden. Man spricht dann von einer Gangrän, bei der der Gewebetod deutlich beschleunigt wird. Im Stadium drei und vier besteht ein erhöhtes Amputationsrisiko. Auch die Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr ist größer.

Diagnose

Die Diagnose Raucherbein lässt sich häufig schon nach der Anamnese stellen, weil die Schilderung der Beschwerden, der möglichen Risikofaktoren und der Entwicklung der Erkrankung eindeutig ist. Im Sichtbefund kann der Arzt Haut- und Gewebeveränderungen und bestehende Muskelatrophien entdecken. Zur Standarduntersuchung gehört auch der Tastbefund, bei dem an verschiedenen Stellen die Pulse getestet werden, die durch die Verengung abgeschwächt oder nicht mehr spürbar sein können. Genauere Auskunft über die Lokalisation und das Ausmaß einer Verengung können bildgebende Verfahren wie die Duplexsonografie oder die Magnetresonanztomografie geben.

Behandlung

Die Therapie setzt immer an der Beseitigung der Ursachen und der Risikofaktoren an. Im Stadium zwei kommt das regelmäßige Gehtraining hinzu, das die Entwicklung von Umgehungskreisläufen begünstigen soll. Operativ kann versucht werden, die Engstellen mit einem Ballonkatheter wieder durchgängig zu machen und mit einem Drahtgeflecht (STENT) offen zu halten. Die Verengung kann auch mit einem Bypass umgangen werden. Im Extremfall droht die Amputation.

Vorbeugung

Die Vorbeugung besteht in der Vermeidung oder Ausschaltung von Risikofaktoren der Arteriosklerose. Neben dem Rauchverzicht gehören dazu eine regelmäßige körperliche Bewegung, eine fettarme, abwechslungsreiche Ernährung mit hohem Gemüseanteil und eventuell die Gewichtsreduktion.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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