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Gesundheitslexikon: Radiologie

Radiologie – wichtige Informationen über den Körper erlangen

Die Radiologie ist ein medizinisches Teilgebiet. Sie befasst sich mittels bildgebender Verfahren mit der Diagnose und Behandlung vieler Krankheitsbilder und Beschwerden, die im Inneren des Körpers verortet sind. Sie kann den Zustand innerer Organe, Knochen, Gefäße und anderen Gewebes wiedergeben. Radiologische Verfahren können auch zu wissenschaftlichen und Forschungszwecken eingesetzt werden.

Bildgebende Verfahren in der Radiologie

Die unterschiedlichen organischen Stoffe im menschlichen Körper reagieren verschieden auf Bestrahlung. Dadurch, dass beispielsweise Knochen weniger strahlungsdurchlässig sind als Weichteile, und luftgefülltes Gewebe durchlässiger ist als anderes Gewebe, ergeben sich Bilder des inneren Organismus, die der Radiologe auf Auffälligkeiten untersuchen kann. Das früheste radiologische Verfahren ist die Anwendung von Röntgenstrahlen. Inzwischen sind Computertomografie (kurz: CT), Magnetresonanztherapie (kurz: MRT) und Ultraschalluntersuchungen (auch Sonografie) hinzugekommen. Sie alle bieten dem Arzt einen Einblick in das Innere des Körpers, ohne diesen chirurgisch öffnen zu müssen. Minimalinvasive Eingriffe, zum Beispiel in Form einer Herzkatheteruntersuchung, sind in der Radiologie jedoch zuweilen auch vonnöten. Durch den diagnostischen Einblick, den radiologische Untersuchungen in den Organismus ermöglichen, soll der Arzt zu einer sicheren Diagnose kommen. Die Radiologie kann jedoch auch Behandlungsmöglichkeiten stellen, beispielsweise in der Strahlentherapie. Die bekannteste Verwendung dürfte die Bestrahlung von Tumoren sein, was häufig mit einer Chemotherapie kombiniert wird.

Die Aufgaben des Radiologen

Um den Titel 'Facharzt für Radiologie' zu erwerben, benötigt ein Studienabsolvent der Medizin eine fünfjährige Weiterbildungszeit. Ein Radiologe kann als niedergelassener Arzt in einer eigenen Praxis oder im Krankenhaus arbeiten. Ein Radiologe ist als Arzt kaum der erste Anlaufpartner des Patienten. In den meisten Fällen geht dieser mit Beschwerden zum Hausarzt und wird dann überwiesen, wenn ein Anfangsverdacht besteht oder ein Krankheitsbild ausgeschlossen werden soll. Da die diagnostischen Mittel des Hausarztes begrenzt sind, kann dann die Radiologie tiefere Einblicke in den Organismus gewähren. Der Radiologe wertet die via MRT, CT oder Röntgen erstellten Bilder aus und kann bei nicht eindeutigen Befunden über eine angemessene erneute Diagnostik entscheiden. Trotz inzwischen sehr genauer Verfahren ist es nicht immer einfach, die Bilder korrekt zu interpretieren. Daher sind Radiologen als Fachärzte, die sich genau auf dieses Feld spezialisiert haben, wichtig.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Die auf den Körper abgegebene Strahlung kann für die Diagnose und damit als erster Schritt der Behandlung wichtig sein. Sie kann jedoch auch eine gesundheitliche Belastung darstellen. Dies gilt vor allem für die Radiografie, also das Röntgen, und die Röntgen-Computertomografie. Diese Strahlungen können krebserregend sein, wobei gilt, je höher die Strahlungsbelastung desto höher das Risiko. Die behandelnden Ärzte müssen also stets die Risiken gegen den Nutzen der radiologischen Verfahren für den Patienten abwägen. Ultraschall und Magnetresonanztomografie sind schonender und senden keine krebserregende Strahlung aus, haben dafür aber andere Nachteile. So geben zum Beispiel schonende und schnell durchzuführende Ultraschalluntersuchungen weitaus weniger Details wieder als eine CT und können auch nicht alle Orte im Organismus erreichen. Zudem beeinträchtigt Übergewicht beim Patienten die Anwendbarkeit negativ. Die MRT bietet in der Bildgebung einen besseren Kontrast bei Weichteilen und ist strahlenfrei, ist aber auch mit höheren Kosten und einem höheren Aufwand verbunden und kann aufgrund seines Aufbaus zudem beim Patienten zu klaustrophobischen Ängsten führen. Kontrastmittel, die vor einer radiologischen Untersuchung gegeben werden können, werden vom Patienten unter Umständen nicht gut vertragen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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