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Gesundheitslexikon: Radioaktivität

Was ist Radioaktivität?

Radioaktivität bezeichnet die Strahlungsaktivität von Atomkernen. Radioaktive Atomkerne (Radionuklide) geben energiereiche ionisierende Strahlung ab und verändern dadurch ihren Zustand, auch radioaktiver Zerfall genannt. Jeder radioaktive Stoff halbiert sich und damit seine Strahlenaktivität in einer für ihn typischen ‚Halbwertszeit‘, die Sekundenbruchteile bis hin zu Millionen Jahren dauern kann. Wenn Radionuklide bei ihrer Umwandlung Energie freisetzen, tritt diese als Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung aus, abhängig vom jeweiligen Radionuklid.

Welche Arten von Radioaktivität gibt es?

Natürliche Radioaktivität war bereits in der Materie vorhanden, aus der die Erde entstanden ist. Aufgrund hoher Halbwertszeiten bestehen diese Radionuklide heute noch (Uran). Sie können als terrestrische Strahlung in Böden und Baumaterialien nachgewiesen werden. Kosmische Strahlung in der Atmosphäre wird durch die schützende Atmosphärenschicht zwar abgeschwächt, nimmt aber in großer Höhe (Langstreckenflüge!) gefährlich zu. Schließlich gelangen radioaktive Stoffe auch über Atmung und Nahrung in den Körper. Die kurzlebigen Zerfallsprodukte des radioaktiven Edelgases Radon verursachen etwa die Hälfte der gesamten natürlichen Strahlenbelastung. Sie lagern sich an Aerosole (Sprays, Rauch, Ruß) an, werden eingeatmet und schädigen das Lungengewebe. Künstliche Radionuklide entstehen zum Beispiel bei der Energiegewinnung in Kernreaktoren. Sie werden häufig auch als ‚radioaktiver Abfall‘ bezeichnet. Zu medizinischen, technischen oder Forschungszwecken werden Radionuklide in Forschungsreaktoren hergestellt.

Wozu wird Radioaktivität genutzt?

Im technischen Bereich erfolgen Messungen und Materialprüfungen mittels Durchstrahlung. Archäologen und Geologen messen die Konzentration von Radionukliden zur Altersbestimmung ihrer Funde. Auch in der Medizin kommt radioaktive Strahlung zum Einsatz, zum Beispiel bei Röntgenuntersuchungen und im CT. In der Nuklearmedizin helfen radioaktive Substanzen, Organe und Gefäße bildlich besser darstellen zu können. Therapeutisch wird Radioaktivität genutzt, um durch gezielte Bestrahlung krankhaft veränderte Tumorzellen zu vernichten.

Was bewirkt Radioaktivität beim Menschen?

Nicht die Strahlung selbst ist radioaktiv, sondern die Substanzen, die sie freisetzen. Sie können körpereigene Zellen schädigen oder vernichten. Ist der Körper einer zu hohen Strahlendosis ausgesetzt, kann er die entstandenen Zellschädigungen nicht mehr selbst reparieren. Aus den geschädigten Zellen entsteht dann häufig Krebs.

Wie kann man sich vor Radioaktivität schützen?

Die in der Luft enthaltene Radioaktivität wird ständig gemessen und überwacht. Die Messwerte von natürlicher Strahlung liegen höher als die von künstlich erzeugter Radioaktivität. Eine Gesundheitsgefährdung besteht für den Menschen in der Regel nicht. Lediglich die Radonwerte stellen in manchen Regionen Deutschlands ein erhöhtes Risiko dar. Ohne Sonnenschutz kann durch ultraviolette Strahlung in der Atmosphäre Hautkrebs entstehen. Strahlen aus elektrischen oder magnetischen Feldern treten an jedem Ort auf, an dem elektrische Geräte in Betrieb sind (Fernseher, Fön), daher ist zu diesen Geräten ein Mindestabstand einzuhalten. Hochfrequente elektromagnetische Felder entstehen vor allem im Umkreis von weitreichenden Sendefunkanlagen, aber auch schon durch Mobiltelefone, WLAN, schnurlose Telefone und dergleichen. Sie sollten nicht zu lange am Kopf platziert werden, da dieser höchst empfindlich auf Strahlen reagiert.

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