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Gesundheitslexikon: Rachitis (Knochenerweichung)

Rachitis: Knochenerweichung bei Kindern

Rachitis, auch Knochenerweichung genannt, ist eine Krankheit, die bereits im Säuglingsalter auftritt und bei Eltern gefürchtet ist. Die Erkrankung kommt zwar nicht häufig vor, hat aber drastische, wenn auch reversible Folgen – falls die richtige Behandlung eingeleitet wird. Bei Erwachsenen spricht man nicht von Rachitis, sondern von Osteomalazie. Dabei handelt es sich um Störungen der Mineralisation der Knochen und der Wachstumsfugen. Unterschieden wird zwischen Calcium-Mangel-Rachitis, die eine Vitamin-D-Stoffwechselstörung darstellt, und der seltenen Phosphatmangel-Rachitis, wobei über die Nieren zu viel Phosphatverlust eintritt. Deutlich erkennbares Anzeichen ist eine Verformung der Knochen (zum Beispiel O-Beine).

Ursachen

Bei der häufigsten Form der Rachitis, der Calcium-Mangel-Rachitis, ist die Konzentration des Vitamins D im Blut viel zu gering. Da der Körper Vitamin D in Kombination mit Sonneneinstrahlung selbst bildet, ist zu wenig Sonnenlicht eine Ursache. Eine zweite Ursache ist darin begründet, dass zu wenig der Vorstufe des Vitamins und zu wenig Calcium mit der Nahrung aufgenommen werden. Bei der Phosphatmangel-Rachitis wird zu viel Phosphat über die Nieren ausgeschieden. Auch hier ist darauf zu achten, dass Säuglinge genügend Phosphat mit der Nahrung bekommen.

Symptome

Bereits im zweiten und dritten Lebensmonat zeigen sich erste Symptome: Diese bestehen in vermehrter Unruhe und Schreckhaftigkeit, Schwitzen und Hautausschlag. Später kommen Muskelschwäche, Verstopfung und erste Knochenerweichungen am Schädel hinzu. Auch Krämpfe sind möglich. Schreitet die Krankheit fort, kommt es zu einem sogenannten Quadratschädel, einer Verbreiterung der Hand- und Fußgelenke und Auftreibungen an den Rippen, die als ‚Rosenkranz‘ bezeichnet werden. Das Zahnwachstum ist verzögert und da der Zahnschmelz weich ist, ist Karies die Folge. Die Knochen verformen sich, was zu den charakteristischen O-Beinen führt.

Diagnose

Aufschluss über Veränderungen an den Knochen gibt ein Röntgenbild. Ferner zeigt sich in einer Blutanalyse, wie es um die Vitamin-D- und die Calcium-Konzentration im Blut bestellt ist. Treten die geschilderten Symptome auf und decken sich diese mit den Untersuchungen, liegt der Verdacht auf Rachitis nahe.

Behandlung

Eine Behandlung von Knochenerweichung muss ursachenorientiert vonstattengehen. Handelt es sich um eine Vitamin-D-Mangel-Rachitis, werden der Nahrung sechs Wochen lang konzentriertes Vitamin D und Calcium beigesetzt. In der Folge sind eine calciumreiche Ernährung und ausreichend Sonneneinstrahlung essenziell. Ist die Vitamin-D-Umwandlung im Körper gestört, wird lebenslang Calcium und Calcitriol gegeben. Bei schweren Formen ergeben auch Calcium-Infusionen Sinn. Fehlt Phosphat, wird dieser Nährstoff verabreicht. Die Knochenfehlstellungen heilen bei entsprechender Behandlung meist von selbst wieder aus. Manchmal sind jedoch auch oberschenkellange Schienen notwendig, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Bei Phosphatmangel sind unter Umständen Operationen notwendig, um die verformten Knochen wieder zu korrigieren.

Vorbeugung

Rachitis können Eltern vorbeugen. Hilfreich ist es, dass bereits im ersten Lebensjahr Vitamin D₃ in Tabletten- oder Tropfenform beigegeben wird. Ferner ist auf genügend Sonnenlicht zu achten. Spaziergänge an der frischen Luft können hier wahre Wunder wirken. Auch empfiehlt es sich, bereits bei den ersten Anzeichen zu reagieren und den Säugling zum Kinderarzt zu bringen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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