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Gesundheitslexikon: Quarantäne

Quarantäne – Isolierung als Schutzmaßnahme

Der Begriff Quarantäne bedeutet die Absonderung von Menschen oder Tieren, von welchen eine Ansteckungsgefahr ausgeht. Der Kontakt zu anderen soll unausweichlich vermieden werden. Dies hat eine Abschottung der betroffenen Personen zur Folge und dient dem Schutz der übrigen Bevölkerung. Auch bei der Einfuhr von Tieren ist die Quarantäne eine Vorsichtsmaßnahme, um die Verbreitung eventueller Krankheiten zu vermeiden. Die Dauer der Quarantäne richtet sich in der Regel nach der Inkubationszeit der vermuteten Krankheit. In den Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Landes finden sich weitere Informationen.

Woher stammt der Begriff?

Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Quarantäne ergab sich aus einer fest vorgeschriebenen Wartezeit für einreisende Personen und eingelaufene Schiffe, die aus mit Krankheiten übersäten Ländern kamen. Hierdurch sollte die unkontrollierte Ausbreitung hoch ansteckender Krankheiten mit einer hohen Sterblichkeit ausgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um eine sehr aufwendige Maßnahme, da sie aber seuchenhygienisch sehr wirksam ist, hat sie schon oft dazu beigetragen, die Ausbreitung tödlicher Krankheiten zum Großteil zu verhindern.

Geschichtlicher Hintergrund

Der Begriff Quarantäne stammt von dem französischen Wort ‚quarantaine‘ ab und bedeutet ‚Anzahl/Summe von Vierzig‘. Er wurde unter anderem aus der Bibel von der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern hergeleitet. So zogen sich bereits Moses und Jesus zum Fasten 40 Tage in die Wüste zurück, um sich von der übrigen Bevölkerung zu isolieren.

Diesen Zeitraum nahm man sich zur Zeit der Pest zum Vorbild. Man ging davon aus, dass eine vierzigtägige Absonderung bei Ansteckungsverdacht ausreichend sei, um eine Ansteckung zu vermeiden. So wurde beispielsweise am Ende des 14. Jahrhunderts in den oberitalienischen Häfen zur Abwehr der Pest eine Wartezeit von 40 Tagen für einlaufende Schiffe eingeführt. Diese Regelung wurde sehr bald auch in anderen Ländern angewandt. Man hatte herausgefunden, dass ein an der Pest erkrankter und wieder genesener Patient nach einer Dauer von 40 Tagen nicht mehr ansteckend war. Auch andere europäische Länder verhingen zur Zeit der Pest Quarantäne für ankommende Schiffe.

In Australien schützten die Quarantänemaßnahmen nach dem Ersten Weltkrieg vor dem Ausbruch der Spanischen Grippe. Auch in Deutschland wurden noch in den 60er-Jahren aufgrund der Pocken Isolierungsmaßnahmen vorgenommen.

Quarantäne heute

In Deutschland gibt es ein Infektionsschutzgesetz, welches die gefahrenabwehrrechtlichen Quarantänebestimmungen regelt. Dieses besagt, dass im Rahmen der Bekämpfung von spezifischen Erkrankungen besondere Maßnahmen zur Absonderung ergriffen werden können und müssen. Die Quarantäne erfolgt auf ärztliche Anweisung und kann auch gegen den Willen der Erkrankten verhangen werden. Zu den quarantänepflichtigen Krankheiten gehören derzeit nur die Pest und das hämorrhagische Fieber. Allerdings führen auch Erkrankungen wie Cholera oder eine Infektion mit multiresistenten Erregern zu Isolationsmaßnahmen. Der Zutritt zu den Erkrankten ist ausschließlich den behandelnden Ärzten, Pflegekräften und Seelsorgern gestattet und erfolgt unter streng einzuhaltenden Hygienevorschriften.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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