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Gesundheitslexikon: Qi Gong

Mit Qi Gong zu einem gesunden Körper finden

Wer schon einmal in China zu Gast war, dem sind die ruhig in einem Park stehenden Menschen sicherlich schon aufgefallen. Mit geschlossenen Augen nehmen sie sehr langsam bestimmte Körperformen ein; sie scheinen in einer anderen Welt zu sein. Auch bei uns finden sich immer mehr Qi-Gong-Gruppen zusammen. Was hat es mit dieser fernöstlichen Bewegungsart auf sich?

Was ist Qi Gong?

Qi Gong (oder Qigong) ist eine historische Bewegungsform, bei der Einflüsse aus der Meditationslehre und verschiedene Konzentrationsübungen in einer körperlichen Ausdrucksform zusammengebracht werden. Diese sanfte Sportart ist im frühen China entstanden. Qi Gong hat sich aus der damals noch jungen traditionellen chinesischen Medizin, dem aufkommenden Buddhismus, dem Daoismus und den Kampfkünsten entwickelt.

Im Qi Gong beruft man sich darauf, dass innerhalb der Körperbereiche verschiedene Energien fließen. Dieser große Energiefluss, auch Qi genannt, soll innerhalb eines gesunden Körpers frei fließen können. Er sorgt für ein zirkulierendes Energienetz, um den Menschen vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Ziel der Übungen ist es, dass Qi im Körper frei fließen zu lassen, damit es sich mehrt und dem Körper zu Energie und Gesundheit verhilft.

Wie läuft eine Qi Gong-Übung ab?

Es gibt verschiedene Bewegungsabläufe. Sie begründen sich auf überlieferten Formen, die wie Bilder einstudiert und nach immer gleichem Schema hintereinander absolviert werden. Jeder Übende geht die Choreographien für sich alleine durch, es gibt keine Interaktion zwischen den Praktizierenden. Die Bewegungen werden möglichst flüssig und locker vollzogen, um den Atem frei fließen zu lassen und die Nerven im Körper zu beruhigen. Die im Westen praktizierten Übungen dauern meistens circa eine Stunde und beginnen mit einer im Stehen ausgeführten Meditation. Bei der ursprünglichen und noch in China praktizierten Form kann eine Qi-Gong-Übung durchaus mehrere Stunden am Tag in Anspruch nehmen.

Welche verschiedenen Arten von Qi Gong gibt es?

Qi Gong ist eine Ansammlung verschiedenster Stilrichtungen. Manche Schulen lehren eine Ausdrucksweise, die in der Mediation beheimatet ist. Andere Schulen fokussieren sich auf die kräftigenden Erfahrungen und lassen Einflüsse der chinesischen Kampfkünste mit einfließen. Qi Gong kann aber auch mehr philosophisch ausgelegt werden und nimmt praktische Übungsweisen der traditionellen chinesischen Medizin mit auf. Die im Westen vermittelten Techniken von Qi Gong konzentrieren sich auf eine beruhigende und ausgleichende Praxis, mit welcher sich der Körper stärken und harmonisieren lässt.

Wie wirkt Qi Gong auf den Körper?

Die sanfte Sportart führt den Übenden in eine entspannte, aber konzentrierte Grundhaltung. Muskeln und Gelenke werden zurückhaltend mobilisiert. Durch die tiefe Atmung soll sich der Herzschlag verlangsamen und der Blutdruck normalisieren. Jede Bewegung wird nur so weit ausgeführt, wie es der Körper auch zulässt. Daher wird Qi Gong vor allem in der Rehabilitierung gerne eingesetzt. Durch die Konzentration auf den eigenen Körper soll der Übende in die Lage versetzt werden, nicht nur die Muskeln gesondert wahrzunehmen, sondern auch den Blutfluss innerhalb der Gliedmaßen steuern zu können. So soll beispielsweise vor allem Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen eine Linderung verschafft werden.

Bei welchen Beschwerden könnte Qi Gong hilfreich sein?

In China wird Qi Gong nicht gezielt gegen Beschwerden eingesetzt, sondern soll den gesunderhaltenen Lebensstil fördern. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Qi Gong als Jungbrunnen bezeichnet. In jedem Fall hat Qi Gong aber eine beruhigende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist. Gerade ältere oder in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen finden in Qi Gong eine gute Sportart, welche sie ihm Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten auch alleine praktizieren können.

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