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Gesundheitslexikon: Puls (Herzfrequenz)

Diese Pulsarten sollten Sie kennen

Wir Menschen nehmen den Puls dann wahr, wenn das durch den Körper strömende Blut ein Pochen an den Gefäßwänden verursacht. Besonders gut spüren können Sie dies an Ihrem inneren Handgelenk. Dieses Pochen wird auch zur Pulsmessung genutzt. Die gezählten Schläge pro Minute ergeben den Wert des Pulses beziehungsweise der Herzfrequenz. Ein Puls von 75 besagt, dass Ihr Herz in einer Minute 75 Mal schlägt. Das Pochen entsteht durch Druckschwankungen in den Adern. Fühlbar und damit messbar sind die Druckschwankungen in der Phase, wenn das Herz sich zusammenzieht, um das Blut in die Blutgefäße zu drücken.

Wo misst man den Puls am besten?

Das Messen der Herzfrequenz ist eine wichtige Methode zur Beurteilung der Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems. Neben der Innenseite des Handgelenks ist die Halsschlagader der Ort, wo der Puls am besten gefühlt werden kann. Dabei kann man neben der Herzfrequenz auch feststellen, ob der Puls kräftig oder nur schwach fühlbar ist und ob das Herz gleichmäßig oder ungleichmäßig schlägt. Sportler nutzen die Pulsmessung zur Überprüfung ihres Trainingszustandes. Der Puls ist auch für Hobbysportler eine gute Möglichkeit, um die Trainingsintensität zu kontrollieren.

Welche Pulsarten gibt es?

Man unterscheidet vier Pulsarten: den Ruhepuls, den Bereitschaftspuls, den Belastungspuls und den Erholungspuls.


Mit dem Ruhepuls kann festgestellt werden, wie oft das Herz in absoluter Ruhe schlägt. Daher wird er meistens morgens im Bett, noch vor dem Aufstehen, gemessen. Sobald jemand beginnt, sich zu bewegen, steigt der Puls nämlich an. Ein gesunder Erwachsener hat einen Ruhepuls von durchschnittlich 60 bis 80 Herzschlägen in der Minute. Wer Ausdauersport betreibt, hat einen Ruhepuls, der sehr viel niedriger ist. Durch das Training ist das Herz von Ausdauersportlern fähig, mit einem einzelnen Herzschlag mehr Blut durch den Körper zu transportieren als es bei untrainierten Menschen der Fall ist. Der Ruhepuls ist immer wieder anders, denn er wird durch viele Faktoren beeinflusst. Das können die Tageszeit oder das Wetter sein, bei Infektionen oder Stress kann der Ruhepuls ansteigen, genauso wie bei der Zufuhr von viel Koffein. Wenn jedoch der Ruhepuls dauerhaft höher als 100 Herzschläge pro Minute ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der eine Kontrolluntersuchung durchführen kann, um eine Krankheit auszuschließen.


Als Bereitschaftspuls wird der Puls bezeichnet, den Sportler nach dem Aufwärmen, aber vor dem Beginn des Trainings haben. Die Muskeln wurden durch das Aufwärmen aktiviert, der Puls liegt dann zehn bis zwanzig Schläge höher als beim Ruhepuls.


Der Belastungspuls ist die Pulsfrequenz unmittelbar nach einer körperlichen Anstrengung oder nach dem Training. Da die Pulsfrequenz relativ rasch zurückgeht, sollten Sie den Puls möglichst sofort nach Beendigung der Belastung messen, wenn Sie den Belastungspuls ermitteln wollen. Wer wissen will, ob sein Puls während des Trainings gute Werte erreicht, kann mit der Altersformel rechnen. Für Frauen gilt dabei als maximale Herzfrequenz während des Trainings: 226 abzüglich Lebensalter. Für Männer lautet die Formel 220 minus Lebensalter. Der so errechnete Wert sollte nicht dauerhaft überschritten werden.


Der Erholungspuls wird einige Minuten nach dem Training gemessen. Er sollte ca. 30-40 Schläge unter dem Belastungspuls liegen.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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