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Gesundheitslexikon: Pulmonale Hypertonie

Pulmonale Hypertonie - bei Lungenhochdruck müssen Sie handeln

Lungenhochdruck oder pulmonale Hypertonie ist eine ernsthafte Erkrankung, die bei Nichtbehandlung eine ungünstige Prognose zeigt. Während gesunde Menschen einen Blutdruck im Lungengefäßsystem von etwa 15 mmHg haben, liegt der Wert bei Lungenhochdruck-Patienten dauerhaft über 25 mmHg. Die pulmonale Hypertonie, die erstmals 1891 vom deutschen Internisten Ernst von Romberg beschrieben wurde, kann als primäre oder sekundäre Erkrankung auftreten. Der primäre Lungenhochdruck ist relativ selten, umso öfter wird die sekundäre pulmonale Hypertonie beobachtet.

Ursachen

Lungenhochdruck entsteht durch die Verengung von Lungengefäßen, deren Volumen infolge verkleinert ist und nur einen geringeren Blutfluss zulässt. Durch den reduzierten Blutfluss steigt die Belastung für das Herz, denn die rechte Herzkammer und der Herzwandmuskel verdicken sich und das Herz kann nicht mehr genügend Blut pumpen. Verantwortlich für diese Vorgänge ist ein Ungleichgewicht der Botenstoffe, die für die Erweiterung und Verengung der Gefäße zuständig sind.

Die genauen Gründe für den primären (idiopathischen) Lungenhochdruck sind nicht bekannt, die Vererbung kann jedoch eine Rolle spielen. Die sekundäre pulmonale Hypertonie hingegen ist eine Folgeerkrankung. Patienten, die unter COPD, Lungenfibrose, Lungenembolien oder Linksherzerkrankungen leiden, sind ebenso gefährdet wie HIV-Infizierte und Personen mit Leber- oder Bindegewebserkrankungen. Weitere Risikofaktoren sind Drogen und Medikamente wie Appetitzügler.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung werden zumeist keine Beschwerden deutlich. Im Gegenteil, die ersten milden Beschwerden werden zumeist auf die Grunderkrankung zurückgeführt. Später tauchen Beschwerden auf, die an eine Herzschwäche erinnern, schließlich kann das Organ nicht mehr die übliche Blutmenge transportieren. Um diese Fehlfunktion auszugleichen, schlägt das Herz schneller, Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen oder Herzstolpern sind die Folge. Zudem kann Atemnot bei Belastung, später auch im Ruhezustand auftreten. Es kommt zu raschen Ermüdungserscheinungen, Kreislaufproblemen und kurzzeitigen Ohnmachtsanfällen. Ist das Herz von den Ausgleichsmechanismen überfordert, beginnt das Blut zu stauen. Dies wird in prall gefüllten Halsvenen, später auch in geschwollenen Beinen sichtbar. In der Bauchregion führt die Stauung zu Oberbauchschmerzen oder Übelkeit. Ein weiteres Merkmal sind leicht blau gefärbte Extremitäten.

Diagnose

Bei Verdacht auf pulmonale Hypertonie wird der Mediziner eine Reihe an Untersuchungen veranlassen. Ein Ultraschall des Herzens kann eine Beurteilung über die Leistungsfähigkeit des rechten Herzens zulassen, ein Lungenfunktionstest über jene der Lunge. Auskunft über den Zustand der betroffenen Organe können zudem ein EKG, eine Blutgasanalyse oder Röntgenaufnahmen geben. Deuten all diese Untersuchungen auf Lungenhochdruck hin, so folgt eine Rechtsherz-Katheter-Untersuchung. Dabei wird ein feiner Kunststoffschlauch durch die Vene bis zum rechten Herz eingeführt. Dort kann der Herzspezialist den Druck in den Lungenkreislaufgefäßen und im rechten Herzen messen.

Behandlung

Ein wichtiger Teil der Behandlung bei Lungenhochdruck ist es, Risikofaktoren, die die beiden Organe schädigen können, auszuschalten. So sollten Betroffene das Rauchen einstellen, extreme körperliche Belastung meiden oder Impfungen durchführen lassen, um Infekte zu verhindern. Zudem gilt es, die Grunderkrankung so gut wie möglich zu therapieren und die Symptome zu lindern. Da Lungenhochdruck verschiedene Auslöser haben kann, wird jede Therapie individuell auf den Patienten abgestimmt. In der Regel kommen aber gefäßerweiternde oder blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz. Bei COPD als Grunderkrankung kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie Besserung verschaffen. Als letzte Behandlungsmöglichkeit gilt die Herz- und Lungentransplantation.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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