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Gesundheitslexikon: Pubertät

Der Körper im Wandel - Pubertät

Sie gilt als die Schwelle, die von der Kindheit ins Erwachsenenalter führt – die Pubertät. Stimmungsschwankungen, einsetzende Scham- und Achselbehaarung und beginnende Geschlechtsreife sind nur einige Eigenschaften, welche die Phase mit sich bringt. Der einschneidende Lebensabschnitt beginnt, indem die Hirnanhangsdrüse ein hormonell bedingtes Signal an den Körper vermittelt. Dieses löst die vermehrte Ausschüttung der Geschlechtshormone – bei Frauen Östrogen, bei Männern Testosteron – aus. Das Einsetzen der Pubertät ist an kein bestimmtes Alter gebunden. In der Regel findet sie zwischen dem zehnten und 19. Lebensjahr statt. Häufig setzt sie bei Mädchen früher als bei Jungen ein. Die Pubertät gilt als Zeit der Gefühlswechselbäder – für viele Menschen kann sie einen schönen, aber auch schwierigen Lebensabschnitt darstellen.

Physische Veränderungen in der Pubertät

Die Pubertät kann diverse Begleiterscheinungen mit sich bringen. Bei den Jungen wachsen Hoden und Penis, die Schambehaarung setzt ein. Zudem kommen sie in den Stimmbruch, der aus der kindlichen eine männliche Stimme formt. Während dieser Zeit kann es vorkommen, dass sich die Stimme überschlägt und schrill klingt. Bei den Mädchen beginnt mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife die Regelblutung (Periode). Zudem entwickeln sich die Brüste. Bei beiden Geschlechtern können vermehrt Pickel oder hartnäckige Akne auftreten. Dies ist auf die hormonelle Umstellung des Körpers zurückzuführen. Auch schnell fettende Haare sind in der Pubertät nicht unüblich.

Psychische Merkmale der Pubertät

Gefühlschaos, Verliebtheit und Auflehnung gegen die Erziehungsberechtigten durchleben viele pubertierende Jugendliche. Die Stimmungsschwankungen basieren auf hormonellen Umstellungen sowie auf situationsbezogenen Faktoren. Plötzlich können sich Problemstellungen auftun, die früher keine Rolle für die Heranreifenden gespielt haben. Durch die eintretende Geschlechtsreife kann es zu neuen Sehnsüchten kommen. Oft loten die Teenager auch ihre Grenzen im Elternhaus aus. Dies kann sich durch provokante Handlungen oder Worte bemerkbar machen.

Das Verhältnis zu den Eltern

Die Pubertät kann nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern eine echte Belastungsprobe sein. Die Jugendlichen beanspruchen für sich ein neues Mitbestimmungsrecht und beginnen, Vorschriften zu hinterfragen. Dadurch kann es zum Boykott von bestehenden Regeln kommen. Viele Eltern reagieren besorgt auf den neuen Freiheitsdrang der Kinder. Sie wollen ihre Schützlinge vor eventuellen Gefahren und Herausforderungen des Lebens beschützen, wodurch es zu Konflikten kommen kann. Meist bessert sich das Verhältnis aber wieder nach der ausgestandenen Pubertät.

Sex und Selbstbefriedigung

Mit der Geschlechtsreife setzt auch das sexuelle Verlangen bei Pubertierenden ein. Viele entdecken die Selbstbefriedigung für sich, einige stürzen sich in ihre erste Beziehung. In dieser Phase erleben die meisten Jugendlichen ihren ersten Sex. Eine vorherige Aufklärung, die auch die adäquate Verhütung beinhaltet, kann in der Schule oder im Elternhaus erfolgen. Obgleich es den Kindern und Erwachsenen oft unangenehm ist, sollte diese Thematik nicht umgangen werden.

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