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Gesundheitslexikon: Psychiatrie

Psychiatrie – Diagnose und Behandlung psychischer Störungen

Unter dem Begriff Psychiatrie versteht man eine medizinische Disziplin, die sich die Therapie und Diagnostik von geistigen und psychischen Störungen zum Ziel gesetzt hat. Die Bezeichnung Psychiatrie setzt sich aus den Wörtern ‚psyche‘ (Griechisch für Seele) und ‚iatros‘ (Arzt) zusammen und wurde vom Mediziner Johann Christian Reil im Jahr 1808 geprägt. Der Fachbereich der Psychiatrie entspringt aus dem ehemaligen Fachbereich Nervenheilkunde und befasst sich mit den Erkrankungen der Seele. Die erste Klinik für Psychiatrie wurde im Jahr 1811 in Dresden gegründet. Im Laufe der Zeit konnten sich innerhalb der Psychiatrie viele einzelne Spezialfächer entwickeln.

Biologisch-naturwissenschaftliche Teilbereiche der Psychiatrie

Der Bereich Psychopathologie untersucht die Formen eines krankhaft veränderten Seelenlebens, worunter auch Störungen des Bewusstseins und des Erinnerungsvermögens fallen. Sie beschreibt weiterhin die Symptome psychischer Störungen und benennt diese als Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen.

Die Allgemeinpsychiatrie ist der klinische Teil des Fachgebietes und beschäftigt sich mit psychischen Störungen und Erkrankungen von Erwachsenen. Die Akutpsychiatrie hat die Aufgabe, die Behandlung von psychiatrischen Notfällen durchzuführen. Zu den weiteren Fachbereichen der Psychiatrie zählen unter anderem die forensische Psychiatrie, die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Psychopharmakologie.

Psychiatrische Krankheitsbilder

Psychische Störungen sind heute weit verbreitet und zählen zu den einschränkendsten Erkrankungen. Psychische Krankheiten können das Wahrnehmen, Denken, Handeln, Fühlen und Wollen der Betroffenen beeinträchtigen und haben Auswirkungen auf emotionaler, kognitiver, interpersonaler, körperlicher und auf der Verhaltensebene. Zu den psychiatrischen Störungen zählen unter anderem Halluzinationen, Denkstörungen, gesteigerte oder reduzierte Affekte sowie die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

Der Arzt für Psychiatrie

Der Psychiater hat die Aufgabe, krankhafte Störungen der Gefühle, des Denkens, der Stimmungen, des Antriebs, des Gedächtnisses sowie des Verhaltens zu untersuchen und Patienten daraufhin zu behandeln. Der Psychiater möchte die Verhaltensweise eines Menschen psychologisch verstehen, aber auch ursächlich körperliche Erkrankungen untersuchen, die sich auf das Seelenleben auswirken können. Der Psychiater als Arzt kann die Wechselwirkung von psychischen und körperlichen Faktoren erfassen und dem Patienten bei Bedarf Medikamente verschreiben.

Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen

Bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen werden meist mehrere Faktoren als Ursache angesehen. Angefangen bei den genetischen Faktoren und körperlichen Erkrankungen über seelische Konflikte bis hin zu belastenden Ereignissen kommen mehrere Faktoren als Krankheitsursache in Frage. Häufig leiden die Betroffenen auch unter Störungen des Stoffwechsels im Gehirn und an Veränderungen der Gehirnsubstanz. Da psychische Erkrankungen komplex entstehen, ist auch die Behandlung mehrdimensional ausgerichtet. Um eine optimale Versorgung des Patienten zu gewährleisten, ist oftmals eine Kooperation mit der Neurologie, mit der psychosomatischen Medizin, der klinischen Psychologie und weiteren Disziplinen notwendig. Häufig besteht die Behandlung aus einer Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie.

Das Ziel der Psychiatrie

Die Psychiatrie als Fachgebiet der Medizin hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität der Patienten maßgeblich zu verbessern. Bestehende Symptome des Patienten sollen gemildert oder beseitigt werden und hinderliche Lebenseinstellungen sollen aufgelöst werden. So soll die psychische Entwicklung der Betroffenen gefördert werden, sodass die Aufgaben des Lebens wieder bewältigt werden können.

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