Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Pseudokrupp (stenosierende Laryngitis)

Pseudokrupp: So erkennen Sie die stenosierende Laryngitis

Pseudokrupp oder stenosierende Laryngitis ist eine Atemwegserkrankung, bei der sich die Schleimhaut im Bereich der Stimmbänder und des Kehlkopfes entzündet. Der daraus resultierende teilweise Verschluss der Atemwege kann eine starke Atemnot nach sich ziehen, die einen anfallartigen Husten auslöst. Dieser Krupphusten, unter dem vor allem Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 18 Monaten bis fünf Jahren leiden, nimmt zum Teil lebensbedrohliche Ausmaße an.

Ursachen

Der Pseudokrupp-Anfall wird durch unterschiedlichste Faktoren ausgelöst. Zu den wichtigsten Ursachen zählen Virusinfektionen, bakterielle Infektionen, allergische Reaktionen und eine hohe Schadstoffbelastung in der Umwelt. Zu den relevantesten Viren gehören Masern-, Influenza- und RS-Viren (respiratorisches Synzytialvirus). In selteneren Fällen lösen Bakterien wie Staphylokokken oder Haemophilus influenzae Typ B die stenosierende Laryngitis aus. Mittlerweile wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Luftschadstoffe in hoher Konzentration Pseudokrupp-Anfälle hervorrufen können. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind beispielsweise Kinder aus Raucherwohnungen.

Symptome

Die stenosierende Laryngitis tritt meist ohne Vorwarnung, in der Regel abends oder während der Nacht auf. Tagsüber bleiben die Kinder für gewöhnlich beschwerdefrei. Ein akuter Anfall äußert sich in trockenem, bellendem Husten, Atemnot und Heiserkeit. Jeder Atemzug wird durch ein pfeifendes oder fauchendes Geräusch begleitet. In schweren Fällen besteht sogar Erstickungsgefahr. Häufig leiden Kinder unter Angst- oder Panikattacken, ausgelöst durch das Gefühl des Erstickens.

Diagnose

Kinderärzte erkennen einen Pseudokrupp-Anfall sofort an charakteristischen Symptomen wie dem bellenden Husten und den typischen lauten Einatemgeräuschen. In seltenen Fällen kann es sinnvoll sein, das Blut oder einen Abstrich auf eine bakterielle Infektion hin zu untersuchen. Sind Bakterien die Auslöser für die stenosierende Laryngitis, ist die Leukozytenzahl deutlich erhöht.

Behandlung

Da Herzklopfen, Erstickungsangst und Unruhezustände den Anfall verschlimmern können, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und das Kind zu beruhigen. In vielen Fällen hilft es bereits, das Kind hochzunehmen oder aufrecht hinzusetzen.

Feuchtwarme Luft erleichtert das Atmen. Haben Sie ein Inhaliergerät im Haus, sollte der kleine Patient mit Kochsalzlösung inhalieren. Anderenfalls empfiehlt es sich, heißes Wasser in die Badewanne laufen und das Kind den entstehenden Dampf einatmen zu lassen. Die kühle, feuchte Luft vor einem offenen Kühlschrank kann ebenfalls Linderung bringen.

Kortison-Zäpfchen bewirken ein schnelles Abschwellen der entzündlichen Schleimhaut. Nebenwirkungen haben Sie bei einer kurzfristigen Anwendung im Akutfall auch bei höherer Dosierung nicht zu befürchten.

Hat sich das Kind beruhigt, sollten Sie ihm kühles Wasser oder etwas Tee in kleinen Schlucken verabreichen. Milch ist kontraproduktiv und sollte nicht getrunken werden. Ist der Anfall vorüber, empfiehlt es sich, mit dem Kind an die frische Luft zu gehen oder es ans offene Fenster zu stellen.

Rufen Sie bei schwerer Atemnot sofort einen Arzt. Bei akuter Erstickungsgefahr kann eine Intubation oder sogar ein Luftröhrenschnitt erforderlich sein. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall.

Vorbeugung

Es gibt bisher keine spezielle vorbeugende Maßnahme, die einen Pseudokrupp-Anfall sicher verhindert. Ist Ihr Kind besonders empfindlich und erleidet häufiger einen Anfall, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen nicht zu niedrig ist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige