Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen)

Was der PSA-Wert wirklich aussagt

Das prostataspezifische Antigen, kurz PSA, ist ein Enzym, das dem Ejakulat beigemengt ist. Es dient der Verflüssigung der Samenflüssigkeit und wird von Drüsengewebe in der Prostata produziert. Die Produktion unterliegt der Kontrolle der männlichen Geschlechtshormone. Vor rund 40 Jahren wurde das prostataspezifische Antigen in den USA als Maß für die Aktivität des Gewebes der Prostata entdeckt.

PSA im Blut

Die höchste PSA-Konzentration findet sich in der Samenflüssigkeit. Wie fast alle Stoffe, die von Drüsen gebildet werden, geht auch das prostataspezifische Antigen zu einem geringen Teil in das Blutserum über. Ein Teil des Antigens zirkuliert frei im Blut, der größere Teil ist jedoch an Eiweiße gebunden. Das gebundene PSA wird auch als komplexiertes PSA bezeichnet. Alle drei Werte lassen sich im Blutserum messen: Gesamt-PSA (t-PSA), freies PSA (f-PSA) und komplexiertes PSA (c-PSA).

Der PSA-Wert als Tumormarker bei Prostatakrebs

Da PSA fast ausschließlich von der Prostata produziert wird, ist es prostataspezifisch. Deshalb wird der PSA-Wert als Organmarker für die Prostata genutzt. Ein hoher PSA-Wert im Blut geht meistens mit Veränderungen der Vorsteherdrüse einher. Je höher der PSA-Wert ist, desto eher kann von einer Erkrankung der Prostata ausgegangen werden. Dabei kann zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen unterschieden werden. Der PSA-Wert kann bei einer Entzündung der Prostata (Prostatitis) ebenso erhöht sein wie bei einem Prostatainfarkt, bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder bei einem bösartigen Tumor der Prostata. Bei jedem erhöhten und auch bei jedem normalen PSA-Wert kann ein Prostatakarzinom vorliegen. Anhand des PSA-Wertes können Karzinome mit gewisser Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden. So liegt bei einem PSA-Wert zwischen 4 ng/ml und 10 ng/ml die Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom bei rund 30 Prozent. Liegt der Wert über 10 ng/ml, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf 50 bis 80 Prozent. Allerdings ist zu beachten, dass bei zwei Dritteln aller Tumore in einem Stadium ohne Metastasen der PSA-Wert nicht über 10 ng/ml ansteigt. Jeder fünfte Patient hat bei der Erstdiagnose des Prostatakarzinoms einen Wert unter 4 ng/ml. Seit der Einführung des PSA-Werts in der Diagnose wird Prostatakrebs häufiger und früher erkannt. Der Stellenwert in der Frühdiagnose ist trotzdem umstritten, da nur wenige der erkrankten Männer durch das Karzinom tatsächlich gesundheitliche Beschwerden erleiden würden. Die Diagnose Krebs ist jedoch für die betroffenen Männer seelisch sehr belastend.

Die Rolle des PSA-Werts in der Verlaufskontrolle

Nach einer Behandlung gegen Prostatakrebs ist die regelmäßige Bestimmung des PSA-Werts zur Verlaufskontrolle hingegen unbestritten sinnvoll. Bei Prostatakrebs wird die gesamte Prostata mit dem umgebenden Gewebe entfernt. Im Blut dürfte dementsprechend kein oder nur sehr wenig PSA zu finden sein. Zeigt sich in einer Nachfolgeuntersuchung erneut ein hoher PSA-Wert, spricht dies für ein Rezidiv der Erkrankung. Rezidive können somit mit dem PSA-Test schnell erkannt und behandelt werden.

PSA-Erhöhungen können harmlos sein

Nicht jede Erhöhung des PSA-Werts hat Krankheitswert. Der Wert wird durch Faktoren wie Alter, mechanische Beanspruchungen (z. B. Fahrradfahren), indirekte Beanspruchungen im Beckenbereich, Sex, Sport oder medizinische Maßnahmen beeinflusst.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige