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Gesundheitslexikon: Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakrebs: Symptome und Behandlung des Prostatakarzinoms

Das Prostatakarzinom ist die dritthäufigste zum Tode führende Krebserkrankung bei Männern. Es tritt überwiegend im fortgeschrittenen Alter auf. Mittels Obduktionen ist zwar belegt, dass bei 80 Prozent der über 70-Jährigen ein solcher bösartiger Tumor vorliegt, doch führte dieser nicht zum Tode der Betroffenen. Es ist also eine schleichende Erkrankung, welche lange unentdeckt bleiben kann und erst einmal keine Symptome aufweist.

Die Prostata liegt zwischen Harnblase und Mastdarm und ist für die Produktion der Samenflüssigkeit verantwortlich. Wie bei anderen Organen oder Körperbereichen auch, kann es zu einer Entartung der Zellen kommen. Dabei mutieren erkrankte Zellen und duplizieren sich. Die Prostata besteht aus drei Lagen. Eine Zellveränderung kann in allen drei Bereichen der Geschlechtsdrüse entstehen.

Ursachen

Dem Prostatakrebs kann eine genetische Disposition vorangestellt sein. Wenn Vater oder Bruder bereits eine Krebserkrankung aufweisen, gilt ein erhöhtes Risiko aufgrund des familiären Zusammenhangs. Da es sich um eine Krebserkrankung handelt, welche über den Testosteronwert gesteuert (aber nicht verursacht) wird, könnte auch ein Zusammenspiel innerhalb des Hormonhaushalts für die Entwicklung des Tumors mitverantwortlich sein.

Symptome

Die Entstehung eines bösartigen Prostatakarzinoms verläuft in den allermeisten Fällen zu Beginn der Mutationen symptomlos. Der Betroffene stellt lange Zeit keine Veränderungen fest. Im Verlaufe der Erkrankung kann es dann zu Problemen beim Wasserlassen oder Schmerzen während oder nach der Ejakulation kommen. Auch der nächtliche Harndrang ist ein typisches Symptom. Viele Männer klagen auch über Erektionsstörungen. Im fortgeschrittenen Stadium können diese und ähnliche Beschwerden auch durch eine beginnende Metastasierung hervorgerufen werden.

Diagnose

Durch das Abtasten der Prostata kann bereits eine erste Einschätzung abgegeben werden. Eine genaue Abklärung kann mittels Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomografie stattfinden. Auch eine Laboruntersuchung, die PSA-Bestimmung, ist ein wichtiger Indikator. Eine anschließende Biopsie wird einen Tumor final diagnostizieren.

Behandlung

Dem Patienten stehen heute, je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung, vielfältige Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Seit Jahren lassen sich mittels der Strahlentherapie sehr gut Heilungsaussichten nachweisen. Insbesondere wenn noch keine Metastasierung stattgefunden hat, ist die Bestrahlung eine der zuverlässigsten Behandlungsarten. Eine Entfernung der Drüse mittels Operation ist das Mittel der Wahl, wenn die gesamte Prostata karzinogen befallen ist. Auch durch den rektalen Einsatz des 'hochintensiv fokussierten Ultraschalls' (HIFU) lassen sich gute Heilungsaussichten bei gleichzeitig überschaubaren Nebenwirkungen beobachten. Bei lokal begrenzten Tumoren kann auch die Hormontherapie gut anschlagen. Sie unterbindet die Testosteronausschüttung und wirkt damit dem Wachstum entgegen. Es können durch den Eingriff in den Hormonhaushalt aber typische Nebenwirkungen entstehen. Die Hormontherapie wird meist in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt. Die klassische Chemotherapie kommt bei einem großflächigen Befall anderer Bereiche mit Metastasen zum Einsatz. Da das Prostatakarzinom aber üblicherweise im fortgeschrittenem Lebensalter auftritt, kann, insofern der Patient keine Beschwerden hat, auch das 'Aktive Beobachten' als Therapiemöglichkeit Anwendung finden. Dann wird der Tumor regelmäßig gescreent, jedoch zunächst keine Schritte gegen das Vorhandensein unternommen.

Vorbeugen

Maßgeblich zur Prävention eines Prostatakarzinoms wird zum einen eine ausgewogene Ernährungsweise empfohlen. Der verminderte Verzehr von rotem Fleisch und die regulierte Aufnahme von Milchprodukten steht dabei im Fokus. Eine weitere vorbeugende Maßnahme könnte eine ausreichende Zufuhr von Sonnenlicht und der damit einhergehenden Produktion von Vitamin D sein. Als dritter vorbeugender Faktor wurde durch mehrere Studien belegt, dass regelmäßiges Ejakulieren, insbesondere in den jungen Lebensjahren, das Risiko einer Erkrankung hinauszögern oder sogar verhindern kann. Dabei beruht der Erfolg dieser präventiven Maßnahme wohl auf der regelmäßigen Entleerung der Vorsteherdrüse.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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