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Gesundheitslexikon: Prostataentzündung (Prostatitis)

Prostataentzündung: alles über die Prostatitis

Die Prostata ist ein Teil der inneren männlichen Geschlechtsorgane. Sie ist verantwortlich für die Bildung von Sperma, den Verschluss der Harnblase und der Samenwege und trägt wesentlich zum Hormonstoffwechsel bei. Leidet ein Mann unter Prostatitis, so kann dies sehr schmerzhaft sein. Die entzündete Vorsteherdrüse verursacht Schmerzen beim Wasserlassen, bei der Ejakulation und im Analbereich.

Unterschieden wird zwischen der bakteriellen Prostatitis, die akut und chronisch auftreten kann, sowie der chronischen abakteriellen Prostatitis. Zudem gibt es die asymptomatische Prostataentzündung. Schätzungen zufolge haben etwa 15 Prozent der deutschen Männer zumindest einmal im Leben mit einer Prostataentzündung zu kämpfen. Die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung steigt mit dem Alter, die meisten Krankheitsfälle werden im fünften Lebensjahrzehnt verzeichnet.

Ursachen

Die akute bakterielle Prostataentzündung wird von Bakterien verursacht, die über das Blut oder durch eine Infektion der Harnwege in das Organ gelangen. Meistens ist das Darmbakterium Escherichia coli für die Entzündung verantwortlich, seltener andere Erreger oder sexuell-übertragbare Krankheiten. Heilt die akute Prostatitis nicht aus und werden über einen längeren Zeitraum immer wieder Keime im Urin oder im Ejakulat entdeckt, so sprechen Mediziner von einer chronischen bakteriellen Prostatitis.

Jedoch werden nur etwa zehn Prozent aller Prostataentzündungen durch Bakterien ausgelöst, in den meisten Fällen bleibt die Ursache ungeklärt. Ärzte sprechen in diesem Fall von der abakteriellen chronischen Prostatitis.

Selten kommt es zu einer asymptomatischen Prostatitis, bei der keinerlei Symptome auftreten. Zumeist wird diese Art der Prostataentzündung nur zufällig entdeckt.

Symptome

Fieber, Schüttelfrost, ein brennender Schmerz beim Wasserlassen, ein ständiger Harndrang und ein abgeschwächter Harnstrahl sind klare Hinweise auf eine akute Prostatitis. Zudem können Schmerzen in der Blase, am Penis, am Damm und am Rücken sowie während der Ejakulation auftreten.

Eine chronische Prostataentzündung, egal ob bakteriell oder abakteriell, zeigt weniger ausgeprägte Symptome. Patienten berichten von einer durch Blut bedingten Braunfärbung des Ejakulats, von Blut im Urin oder einem Druckgefühl im Unterbauch und/oder am Damm. Aufgrund von Schmerzen bei der Ejakulation kann es zu Potenzstörungen kommen.

Diagnose

Anhand der Anamnese führt der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Über den Enddarm kann der Mediziner die Beschaffenheit der Prostata ertasten. Eine Schwellung sowie Schmerzempfindlichkeit lassen auf eine Prostatitis schließen. Bei Verdacht auf eine bakterielle Prostataentzündung wird zusätzlich eine Urinuntersuchung veranlasst, um den Erreger zu bestimmen. Manchmal kann zudem eine Ultraschalluntersuchung zur genauen Lokalisierung der Entzündung hilfreich sein.

Behandlung

Zur Bekämpfung der bakteriellen sowie der asymptomatischen Prostatitis wird der Arzt Antibiotika verschreiben.

Bei der chronischen abakteriellen Prostatitis werden mit Antibiotika in der Regel keine oder nur kleine Erfolge erzielt, weshalb der Arzt eventuell nur entzündungshemmende Medikamente verschreibt. Zur Besserung der Beschwerden können pflanzliche Arzneimittel aus Roggenpollenextrakt oder Kürbis beitragen. Zusätzlich kann eine physikalische Therapie aus Beckenbodentraining, Prostatamassage und Wärmebehandlungen sinnvoll sein.

Vorbeugung

Nicht immer kann einer Prostatitis vorgebeugt werden. Allerdings sind Maßnahmen wie die regelmäßige Blasenentleerung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Trinken von Nieren- oder Blasentees hilfreich. Gute körperliche Hygiene, das Verwenden von Kondomen und rasches Wechseln von nasser Unterkleidung tragen ebenfalls zur Gesundheit der Prostata bei.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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