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Gesundheitslexikon: Prostata

Die Prostata – kleines Organ, große Wirkung

Sie liegt tief versteckt im Unterleib des Mannes, ist von außen nicht sichtbar, hat aber einen großen Einfluss auf die Männlichkeit: Die Prostata dient der Fortpflanzung und der sexuellen Stimulation.

Was ist die Prostata?

Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse, welche eingebettet im Beckenboden zwischen Mastdarm und Harnblase liegt. Sie wird auch Vorsteherdrüse genannt. In ihr findet ein Teil der Produktion der Samenflüssigkeit statt, welche im Rahmen der Ejakulation das Spermiengemisch abgibt. Mittig durch sie hindurch verläuft die Harnröhre. Angeregt wird die Prostata zur Sekretbildung über das Hormon Testosteron. Während der sexuellen Aktivität kann die Prostata über eine direkte manuelle Stimulation zusätzliche positiv angesprochen werden.

Aufbau der Prostata

Die kleine Drüse liegt gut versteckt im Beckenboden des Mannes. Sie ist eng verbunden mit dem Venengeflecht der Harnblase. Aktiviert wird die Prostata über den Sympathikus und den Parasympathikus. Über diese ist sie mit den großen Nervenbahnen des Körpers verbunden. Die Prostata selbst ist dreischichtig aufgebaut. Die innerste Zone ist mit den eigentlichen Prostatadrüsen bestückt und mit der Harnröhre verbunden. Die beiden äußeren Schichten bestehen aus Drüsengewebe und einem Verbund aus Muskelzellen und Bindegewebe. Diese Muskeln kontrahieren die Prostata und stoßen dadurch die Samenflüssigkeit in die Harnröhre.

Funktion der Prostata

Die Prostata ist eine exokrine Drüse und als solche mit der Harnröhre verbunden. In der Prostata wird die Samenflüssigkeit gebildet. Das produzierte Sekret dient zu circa 30 Prozent als charakteristischer Bestandteil des Ejakulats. Es ist milchig-trüb und dünnflüssig. Kommt es zum Orgasmus, so sondert die Prostata dieses Gemisch aus verschiedenen Eiweißen, Enzymen, Cholesterinbestandteilen, Zitronensäure und Zink in die Harnröhre ab. Die Samenflüssigkeit mischt sich beim Einschuss dort mit den Spermien und wird dann ausgeschieden. Bei der Zusammensetzung des Sekretes berücksichtigt die Prostata sogar den pH-Wert der Vagina. Um den Spermien eine bestmögliche Überlebenschance zu gewährleisten, ist der pH-Wert des Sekretes dem der Vagina angepasst und somit leicht sauer.

Erkrankungen der Prostata

Die Prostata erkrankt in den allermeisten Fällen in den späteren Lebensabschnitten des Mannes. Häufig leiden Männer unter der entzündlichen Veränderung der Prostata, der Prostatitis. Diese Entzündung kann sich durch vielfältige Symptome bemerkbar machen. Die häufigsten sind Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie Schmerzen während und nach der Ejakulation. Ferner wird häufiger Harndrang beschrieben. Auch diffuse Schmerzen im Bereich von Penis, Hoden, Damm, der Anal- und Leistengegend können auftreten. Die Herkunft des Erregers ist umstritten, man vermutet eine aufgestiegene Harnwegsinfektion als Verursacher der Entzündung. Die Therapie einer Prostatitis kann mit Antibiotika erfolgen.

Viele Männer leiden aber auch unter der benignen Prostatahyperplasie (BPH). Hierbei handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Sie führt zu den typischen Beschwerden beim Wasserlassen, da die Harnröhre stark eingeengt wird. Diese gutartige Tumorerkrankung gilt als Volkskrankheit. Unbehandelt findet ein immer weiter währendes Wachstum statt. Es gibt jedoch gute Erfahrungen mit alternativmedizinischen Therapiemethoden.

Der bösartige Prostatakrebs ist nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritthäufigste Todesursache bei Männern. Das Prostatakarzinom tritt üblicherweise erst in den erhöhten Lebensjahren auf. Die Erkrankung verläuft zunächst ohne Symptome. Erst im fortgeschrittenen Stadium werden Knochenschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen oder Gewichtsverlust wahrgenommen. Je früher das Prostatakarzinom entdeckt wird, desto besser die Überlebenschancen. Daher ist es Männern ab dem mittleren Lebensalter empfohlen, die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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