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Gesundheitslexikon: Progesteron

Progesteron – das wichtige Hormon für die Schwangerschaft

Progesteron zählt zu den weiblichen Geschlechtshormonen. Zusammen mit dem Östrogen wirkt es bei der Steuerung des weiblichen Zyklus mit. Zudem bereitet das Progesteron den weiblichen Körper auf eine Schwangerschaft vor.

Was ist Progesteron und wie wirkt es?

Progesteron gehört zu den Gelbkörperhormonen. Nach dem Eisprung bleibt die Eihülle, auch Gelbkörper genannt, im Eierstock zurück. Dieser Gelbkörper beginnt nach dem Eisprung vermehrt Progesteron zu produzieren. Das Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter durch eine stärkere Durchblutung auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Der Gelbkörper im Eierstock wird wiederum durch das luteinisierende Hormon (abgekürzt LH) aus dem Vorderlappen der Hirnanhangdrüse zur Hormonproduktion angeregt. Frauen, deren Progesteronwert sehr niedrig ist, können daher Probleme damit haben, schwanger zu werden. Neben der Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft hat das Progesteron aber auch wichtige Funktionen bei der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.

In der Zyklusphase mit der erhöhten Progesteronproduktion steigt die Körpertemperatur der Frau messbar an. Dies wird bei der natürlichen Empfängnisverhütung genutzt, bei der die Frau jeden Morgen noch im Bett ihre Körpertemperatur misst. Wenn diese an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 0,5 Grad höher als an den vorangegangenen Tagen liegt, kann die Frau daraus schließen, dass der Eisprung vor oder am ersten Tag des Temperaturanstiegs stattgefunden hat. Sie kann dann daraus den Rückschluss ziehen, dass eine Empfängnis in diesem Zyklus nicht mehr möglich ist. Wenn die Frau nicht schwanger geworden ist, bildet sich der Gelbkörper zurück. Damit geht auch die Produktion von Progesteron zurück und vierzehn Tage nach dem Eisprung kommt es zur Regelblutung.

Progesteron in der Schwangerschaft

Hat eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle stattgefunden, geht die Produktion von Progesteron immer mehr auf die Plazenta über. Um die zwölfte Schwangerschaftswoche herum wird das Progesteron schließlich vollständig dort gebildet. Das Progesteron verhindert während der Schwangerschaft die Erzeugung von weiteren Eizellen in den Eierstöcken. Außerdem sorgt es dafür, dass sich die Brustdrüsen auf die Produktion der Muttermilch vorbereiten.

Progesteron in den Wechseljahren

In den Wechseljahren geht die Produktion von Progesteron zurück. Das kann zu Beschwerden wie Gereiztheit oder Schlafstörungen führen. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann eine Behandlung mit natürlichem Progesteron, häufig in Form von Creme, erfolgen.

Die Progesteronwerte

Die Progesteronwerte bei Frauen sind zum einen davon abhängig, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. Zum anderen ist der Wert in der ersten Hälfte des Zyklus niedriger als in der zweiten Hälfte. Er kann aber auch im Falle eines Tumors in den Eierstöcken erhöht sein, es sei denn, es besteht eine Schwangerschaft.

Wenn der Gelbkörper zu wenig Progesteron produziert, können die Progesteronwerte zu niedrig sein. Zu niedrige Werte sind eventuell auch ein Hinweis auf eine Unterentwicklung der Eierstöcke oder einen fehlenden Eisprung. Die Progesteronwerte kann ein Arzt durch mehrere Blutabnahmen nach dem Eisprung ermitteln. Diese Werte können auch ohne Erkrankung starke Schwankungen aufweisen. Eine Beurteilung sollte deshalb unbedingt durch den Arzt erfolgen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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