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Gesundheitslexikon: Priapismus

Priapismus oder auch Dauererektion
Priapismus kann zu einer sehr unangenehmen Angelegenheit werden. © Nikolay Pozdeev - Fotolia

Priapismus: alles zur schmerzhaften Dauererektion

Der griechische Gott Priapos ist der Sohn von Aphrodite und Dionysos, der als Fruchtbarkeitsgott bekannt ist und in Bildern mit einem übermäßig großen, erigierten Penis dargestellt wird. Patienten mit Priapismus leiden angelehnt an dieses Bild an einer schmerzhaften Dauererektion. Bei Frauen ist dasselbe Phänomen als Klitorismus bekannt.

Ursachen

Der Priapismus wird abhängig von der Ursache in verschiedene Unterarten unterteilt. Der sogenannte Low-Flow-Typ besteht bei einem verminderten Abfluss von Blut aus dem Penis. Beim High-Flow-Typ liegt dagegen ein vermehrter Zufluss von Blut in den Penis vor.

Priapismus kann idiopathisch oder symptomatisch ausgelöst werden. In vielen Fällen ist die schmerzhafte Dauererektion das sekundäre Symptom einer übergeordneten Erkrankung. Priapismus kann in dieser Form auf Medikamente wie PDE-5-Hemmer zurückgehen oder durch Psychopharmaka wie SSRI oder SSNRI verursacht werden. Auch bei Levodopa-Überdosierungen kann Priapismus eintreten. Dasselbe gilt für Drogenmissbrauch, so vor allem bei Amphetamin, Kokain und Mephedron.

Darüber hinaus kann die schmerzhafte Dauererektion sekundär zu einer malignen Erkrankung des blutbildenden Systems auftreten, zum Beispiel als Symptom von Leukämie oder dem Plasmozytom. Von diesen Ursachen abgesehen ist Priapismus mit der Sichelzellanämie und verschiedenen Gerinnungsstörungen assoziiert. Außerdem kann es im Rahmen von Thrombosen, nach einem Biss der Brasilianischen Wanderspinne oder Echten Witwe, im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen oder nach Verletzungen des Nervensystems zu einem Priapismus kommen.

Symptome für Priapismus

Bei der schmerzhaften Dauererektion werden beide Penisschwellkörper des Patienten steif. Sowohl die Eichel als auch das Corpus spongiosum bleiben schlaff. Statt einem Lustgefühl verursacht die Erektion starke Schmerzen. Die Dauererektion besteht im unbehandelten Zustand für bis zu drei Wochen. Ab einem gewissen Zeitpunkt stellt sich eine fibröse Umwandlung des Schwellkörpergewebes ein, die eine bleibende Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit bedingt. Der Priapismus kann mit vielen weiteren Symptomen einhergehen. Die Ursache bestimmt das symptomatische Bild. Probleme beim Wasserlassen treten übrigens in der Regel nicht auf.

Diagnose von Priapismus

Der Priapismus zeigt ein relativ typisches Bild. Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Anamnese und der klinischen Symptome. Nach rund sieben Stunden ist die Diagnostik besonders einfach. In diesem Stadium stellt sich eine fortschreitende Thrombosierung der Corpora cavernosa ein. Nach Dauererektionen von rund zwei Stunden besteht bereits großer Verdacht auf den Priapismus. Ein Patient mit einer anhaltenden Erektion sollte sich nicht scheuen, den Arzt zu besuchen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto wahrscheinlicher ist der Erhalt der Erektionsfähigkeit.

Behandlung der Dauererketion

Der Priapismus ist ein absoluter Notfall, der in der Regel nach einem Stufenplan behandelt wird. Das Blut wird möglichst rasch aus den Schwellkörpern des Penis abgezogen. Dazu stehen mehrere Methoden zur Verfügung.

Die konservative Therapie konzentriert sich auf körperliche Bewegung und die damit verbundene Muskelarbeit. In Bewegung wird den Muskeln Blut zugeführt. Wenn auf diese Weise kein ausreichender Abfluss des Bluts erfolgt, wird der Patient mit alpha-adrenergen Substanzen versorgt. Infrage kommt in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Gabe von Etilefrin. Der Blutdruck wird während der medikamentösen Versorgung überwacht. In den meisten Fällen erfolgt die Medikamentengabe per Injektion in die Schwellkörper.

Etwas weniger schmerzhaft ist eine Spülung des Corpus cavernosum mittels verdünnter Adrenalinlösung. Wenn die genannten Behandlungsmethoden keine Verbesserung herbeiführen, findet eine Shunt-Operation statt. Wenn die Erektion innerhalb von zwölf Stunden zum Abklingen gebracht wird, bleibt in der Regel keine Erektionsstörung zurück.

Vorbeugung von Priapismus

Verschiedenen Ursachen des Priapismus lässt sich vorbeugen. Der Abstand von Drogen- und Alkoholmissbrauch kann weitestgehend als Präventionsmaßnahme betrachtet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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So erkennt man Krätze Symptome und Behandlung von Skabies 00:00:56
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