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Gesundheitslexikon: Polypen

Polypen: Schleimhautwucherungen in den Hohlorganen

Polypen sind Wucherungen im Bereich der Schleimhäute, die abhängig von ihrer Größe und ihrem Entstehungsort unterschiedlich ausgeprägte Beschwerden verursachen können. Nicht zu verwechseln sind sie mit der umgangssprachlich als ‚Polyp‘ bezeichneten Rachenmandel, die oft bei Kindern Probleme verursacht.

Vorkommen und Ausprägung

Polypen können in allen Hohlorganen vorkommen, da diese mit schützender Schleimhaut überzogen sind. Hierzu zählen äußere Hohlorgane wie die Nase und innere Hohlorgane wie Magen, Darm, Gebärmutter und Harnblase. Besonders häufig kommen Polypen beim Erwachsenen im Darm oder in der Nase vor. Die Wucherungen liegen direkt auf der Schleimhaut auf oder sind mit ihr über einen dünnen Stiel verbunden (‚gestielte Polypen‘).

Ursachen

Polypen entstehen häufig auf dem Boden chronischer Entzündungsprozesse. Im Nasenbereich können diese z. B. aufgrund von Allergien und Asthma entstehen. Weitere Ursachen liegen in einer familiär bedingten Veranlagung. Bei Darmpolypen spielt zusätzlich das Lebensalter eine wichtige Rolle. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten zählen hier zu den wesentlichen Risikofaktoren.

Symptome

Bei allen Polypenformen kann es zu Blutungen kommen, die Sie von einem Arzt abklären lassen sollten. Darüber hinaus ist die Symptomatik in ihrer Ausprägung vielfältig. In der Nase verursachen kleinere Ausstülpungen meist wenige Beschwerden. Mit zunehmender Größe können sie jedoch die Nasenatmung behindern, was zu Schnarchen und einem gestörten Nachtschlaf führen kann. Wenn dann über den Mund geatmet und die Atemluft durch die Nase nicht mehr ausreichend gereinigt wird, können Krankheitserreger ungehindert in den Rachenraum gelangen. Darmpolypen hingegen bleiben häufig lange Zeit ohne spürbare Symptome.

Diagnose

Wenn Sie aufgrund von Beschwerden im Nasenbereich einen Arzt aufsuchen, wird dieser Nasenpolypen z. B. mithilfe eines optischen Instruments (Endoskop) oder auf Basis von Röntgenaufnahmen diagnostizieren. Polypen anderer Organe fallen aufgrund ihrer Beschwerdefreiheit jedoch oft nur als Zufallsbefund auf. Doch gerade bei Darmpolypen besteht die Gefahr einer Entartung. Daher werden hier spezielle Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Eine Maßnahme ist ein einfacher Test auf Blut im Stuhl, den Sie zuhause durchführen können. Darüber hinaus übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr die Kosten für eine Darmspiegelung. Diese kann auf Wunsch unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Behandlung

Polypen können medikamentös oder operativ behandelt werden. Sind die auslösenden Ursachen bekannt und behandelbar, werden diese in das Therapiekonzept mit eingebunden. Nasenpolypen können zunächst mit einem örtlich wirkenden Nasenspray oder mit Tabletten behandelt werden. Bringt diese Therapie nicht den erhofften Erfolg, kann eine operative Entfernung in Betracht kommen. Andere Formen von Polypen werden bereits im Rahmen der Diagnostik entfernt. Dies ist insbesondere bei Darmpolypen im Rahmen einer Spiegelung der Fall. Hierdurch ist es dem behandelnden Arzt unter anderem möglich, das betroffene Gewebe auf mögliche Entartungen zu untersuchen.

Vorbeugung

Eine wirksame Vorbeugung gibt es aufgrund der Vielzahl auslösender Faktoren nicht. Grundsätzlich sollten Sie auslösende Risikofaktoren meiden oder behandeln lassen, wie z. B. eine Allergie. Studien zufolge können regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung insbesondere zur Vorbeugung von Darmpolypen beitragen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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