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Gesundheitslexikon: Pocken

Pocken lösten früher Epidemien aus

In der Vergangenheit waren Blattern der Auslöser von Epidemien. Die hochansteckende Infektionskrankheit ist auch unter dem Begriff der Pocken bekannt und wird durch Viren verursacht. Als Leitsymptom zeigen sich charakteristische Hautveränderungen.

Ursachen

Die Pocken werden durch virale Erreger ausgelöst. Die ursächlichen Viren stammen aus der Familie der Poxviridae und können sich ausschließlich im Menschen vermehren. Neben dem Orthopoxvirus kann der Parapoxvirus Blattern auslösen. Die durch den Orthopoxvirus ausgelöste Erkrankung trifft uns Menschen am häufigsten und kann sich in zwei verschiedenen Krankheitsbildern manifestieren. Das eine Krankheitsbild sind die Echten Pocken, die durch Orthopoxvirus variola verursacht werden. Die Weißen Pocken sind die ungefährlicheren Blattern und werden durch die Infektion mit dem Orthopoxvirus alastrim verursacht. Pockenviren sind die größten Tierviren und bestehen aus etwa 200 Genen. Die Übertragung der Viren findet meist durch Tröpfcheninfektion statt, aber kann auch durch Schmierinfektion erfolgen. Die Pocken besitzen eine symptomfreie Inkubationszeit von bis zu 19 Tagen.

Symptome

Anfangs macht sich die Infektion mit den Pocken-Viren in wenig charakteristischen Symptomen bemerkbar. Neben Fieber können Gliederschmerzen oder entzündliche Reaktionen der Atemwege entstehen. Leitsymptomatisch stellt sich bald ein Hautausschlag ein, der relativ rasant wieder abklingt. Das Fieber sinkt kurzfristig ab und ein typischerer Hautausschlag tritt ein. Zuerst bilden sich Papeln im Gesicht, die sich im Verlauf der Blattern über den gesamten Körper ausbreiten. Die Papeln enthalten eine hochinfektiöse Flüssigkeit. Das Fieber steigt im Laufe der Papel-Infektion treppenförmig wieder an und geht oft mit Delirien oder Wahnvorstellungen einher. Die Papeln werden im fortgeschrittenen Stadium der Pocken zu Pusteln, die Stück für Stück verschorfen oder verkrusten. Die Krusten fallen am Ende der Erkrankung unter starkem Juckreiz ab. Auf der Haut lässt der Pocken-Virus charakteristische Pockennarben zurück.

Diagnose

Pocken-Infektionen lassen sich leicht diagnostizieren. Die Kombination aus Fieber und den typischen Hautveränderungen ermöglicht dem Arzt die Diagnose per Blickdiagnostik und Temperaturermittlung. Zur Diagnosesicherung kann der Arzt mittels Mikroskop einen Nachweis des Virenbefalls erbringen.

Behandlung

Pocken sind kaum behandelbar und können ausschließlich in ihren Symptomen gelindert werden. Quarantäne und absolute Bettruhe gilt für Pockenfälle als zielführend. Neben einer hohen Flüssigkeitszufuhr kommen fiebersenkende Medikamente zum Einsatz. Außerdem erfolgt eine symptomatische Therapie, die in der Regel einer Lokaltherapie entspricht. Die Patienten werden tägliches zum Baden in einer kaliumpermanganaten Lösung angewiesen. Die Lösung kommt darüber hinaus zweimal täglich zum Betupfen der Hautveränderungen zum Einsatz. Tägliche Mundspülungen werden empfohlen, so vor allem solche mit Chlorhexidinlösung oder Wasserstoffperoxid-Lösungen. Die Schleimhaut der Patienten wird durch dexpanthenolhaltige Lösungen vor Befall geschützt. Über die lokale Therapie hinaus findet meist eine systemische Therapie statt. Neben einer kalorienreichen Ernährung kommen in diesem Zusammenhang Breitspektrumantibiotika wie Doxycyclin zum Einsatz, die bei bakteriellen Superinfektionen Wirkung zeigen.

Vorbeugung

Seit 1980 spricht die WHO von einer ‚pockenfreien‘ Welt. Der Grund ist die seither zur Verfügung stehende Pockenimpfung, die als erfolgsversprechende Vorbeugemaßnahme gegen die Blattern gilt.

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