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Gesundheitslexikon: Pneumothorax

Pneumothorax: Luft zwischen Lunge und Brustwand

Von Pneumothorax spricht man, wenn Luft in den Pleuraspalt eingedrungen ist. Der Pleuraspalt ist der Raum zwischen Lunge und Brustkorb beziehungsweise zwischen dem inneren und dem äußeren Lungenfell. Normalerweise besteht im Pleuraspalt ein Unterdruck, durch den die Lungenflügel angesaugt werden und somit aufgebläht bleiben. Durch das Eindringen der Luft verschwindet der Unterdruck und die Lunge wird nicht mehr gehalten. Sie kann sich beim Einatmen nicht mehr vollständig aufblähen oder sogar ganz zusammenfallen. Ein Pneumothorax kann einen oder beide Lungenflügel betreffen.

Ursachen

Der Pneumothorax kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Man unterscheidet vier verschiedene Formen. Der traumatische Pneumothorax wird durch eine Verletzung hervorgerufen. Beim Spannungspneumothorax dringt wegen einer Ventilstörung Luft in den Pleuraspalt ein und kann nicht mehr entweichen. Das führt zu einer ständig größer werdenden Luftansammlung. Diese Form ist die gefährlichste und kann lebensbedrohlich werden. Der Spontanpneumothorax bildet sich durch einen Riss im Lungengewebe. Meist sind völlig gesunde Menschen davon betroffen, die vorher keinerlei Beschwerden hatten. Der symptomatische Pneumothorax schließlich entsteht durch eine bereits bestehende Lungenerkrankung wie Mukoviszidose, Asthma oder Lungenfibrose.

Symptome

Die Beschwerden sind abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Ist die Lunge nur wenig in ihrer Ausdehnung eingeschränkt, so kann die Beeinträchtigung so gering sein, dass der Betroffene nichts wahrnimmt. Je stärker die Lunge zusammenfällt, desto deutlicher sind die Symptome. Kollabiert ein Lungenflügel ganz, so kommt es zu starken Schmerzen im Brustkorb und zu Atemnot. Die Schmerzen strahlen meist bis in die Schulter aus, so dass die Patienten nicht selten einen Herzinfarkt vermuten. Beim traumatischen Pneumothorax kommt es an der Stelle der Verletzung zu einem Hautemphysem, das bedeutet, dass sich Luft unter der Haut ansammelt. Am schwerwiegendsten sind die Symptome des Spannungspneumothorax. Durch die ständig ansteigende Luftmenge im Pleuraspalt entsteht große Atemnot und das Herz beginnt förmlich zu rasen. Zeitgleich fällt der Blutdruck massiv ab. Letztendlich kann es durch den Totalausfall der Lungen zu einem tödlichen Verlauf kommen.

Diagnose

Durch die vorhandenen Symptome wird der Arzt meist recht schnell den Pneumothorax diagnostizieren können. Mit einer körperlichen Untersuchung lassen sich die Atemgeräusche abhören, die beim Pneumothorax schwächer sind als in gesundem Zustand. Manchmal sind sie gar nicht zu hören. Durch Abklopfen der Brust lässt sich ein veränderter Schall erkennen. Auch eine Blutuntersuchung bringt Aufschluss. Ist der Sauerstoffgehalt im Blut gesenkt und der Kohlendioxidwert erhöht, so ist das ebenfalls ein Hinweis auf den Pneumothorax. Auf einer Röntgenaufnahme schließlich kann man deutlich die Form der Lunge sehen und einen Kollaps gut erkennen.

Behandlung

Befinden sich nur wenige Mengen Luft im Pleuraspalt und hat der Patient keine größeren Beschwerden, so wird in der Regel nur Sauerstoff verabreicht und Ruhe verordnet. Meist wird die Luft im Verlauf weniger Tage resorbiert, das heißt, vom Körper wieder aufgenommen. Beim lebensbedrohlichen Spannungsthorax wird schnellstmöglich eine Thorax-Drainage gelegt, um die Luft entweichen zu lassen. In sehr schweren Fällen oder wenn der Pneumothorax bereits öfters vorgekommen ist, kann eine spezielle Operation helfen.

Vorbeugung

Ein großer Risikofaktor für den Pneumothorax, der durch eine Lungenschädigung verursacht wird, ist das Rauchen. Durch den Verzicht kann man der Erkrankung vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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