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Gesundheitslexikon: Pleuraerguss

Pleuraerguss: vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt

Ein Pleuraerguss ist eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt, der sich zwischen den beiden Blättern des Brustfells befindet. Es wird gebildet aus dem Lungenfell (Pleura visceralis), das die Lunge einhüllt, und dem Rippenfell (Pleura parietalis), das den Brustkorb innen auskleidet. Dazwischen befindet sich der Pleuraspalt, der normalerweise mit wenig Flüssigkeit gefüllt ist. Diese gewährleistet die parallele Verschieblichkeit der beiden Blätter, ist aber auch verantwortlich dafür, dass sie bei der Ausdehnung des Brustkorbs aneinander haften bleiben. Je nach Ursache können sich bei einem Pleuraerguss bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit im Pleuraspalt sammeln.

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Pleuraerguss ist eine Herzinsuffizienz. Durch die verminderte Pumpleistung des Herzens entwickelt sich allmählich ein Rückstau, durch den Flüssigkeit in die umliegenden Gewebe und Körperhöhlen gedrückt wird, unter anderem auch in den Pleuraspalt. Die Erreger von entzündlichen Erkrankungen wie der Lungenentzündung oder der Tuberkulose können auch in den Pleuraspalt geraten. Im Rahmen der entzündlichen Reaktion entsteht dann der Pleuraerguss. Die Leberzirrhose oder bestimmte Nierenerkrankungen verändern der Eiweißzusammensetzung des Blutes, was dazu führt, dass Flüssigkeit in das umliegende Gewebe diffundiert, unter anderem in den Pleuraspalt. Ein Pleuraerguss kann auch durch Lungenkarzinome, Metastasen oder traumatisch durch Rippenbrüche oder Operationsschäden hervorgerufen werden.

Symptome

Flüssigkeitsansammlungen bis zu einem halben Liter bleiben häufig unbemerkt. Bei größeren Pleuraergüssen entwickelt sich zunächst eine belastungsabhängige Atemnot (Belastungsdyspnoe), die bei weiterer Verschärfung in eine Ruhedyspnoe übergehen kann. In diesem Stadium ist auch eine flache Atmung zu beobachten und der Gasaustausch in den Lungenbläschen ist reduziert. Der verminderte Sauerstoffgehalt im Blut ist an der Blauverfärbung (Zyanose) besonders an den Lippen zu beobachten. Sind die Pleurablätter selber entzündet, können auch atemabhängige Schmerzen auftreten.

Diagnose

In der Anamnese bekommt der Arzt häufig schon entscheidende Hinweise auf die verursachenden Vorerkrankungen. Typische Kennzeichen eines Pleuraergusses sind gedämpfte Geräusche beim Abklopfen und verminderte Atemgeräusche beim Abhören. Während durch Röntgenaufnahmen nur große Flüssigkeitsansammlungen feststellbar sind, können durch Ultraschall oder die Computertomografie schon kleinste Mengen an Flüssigkeit im Pleuraspalt sichtbar gemacht werden. Für die ursächliche Diagnose ist eine Pleurapunktion notwendig, bei der mit einer Hohlnadel Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt entnommen wird. In der Laboranalyse kann die Zusammensetzung des Punktates festgestellt und eventuell vorhandene Erreger, Entzündungs- oder Tumorzellen können nachgewiesen werden.

Behandlung

Ein kleiner Pleuraerguss bedarf in der Regel keiner Therapie und bildet sich nach Beseitigung der Ursache meist von alleine zurück. Ansonsten steht neben der Behandlung der Grunderkrankung die Entlastung der Lunge durch Reduzierung der Flüssigkeitsmenge im Vordergrund. Wie schon in der Diagnostik geschieht dies mittels einer Punktion. Bei einem Pleuraerguss, bei dem sich laufend Flüssigkeit nachbildet, wird eine Saugdrainage gelegt, die so lange liegen bleibt, bis keine Neubildung mehr erfolgt. Über den Schlauch kann der Innenraum bei bakteriellen Entzündungen auch mit antibiotikahaltiger Flüssigkeit ausgespült werden. Wenn alle Therapiemaßnahmen erfolglos bleiben, wird eine sogenannte Pleurodese notwendig, bei der die beiden Pleurablätter operativ oder medikamentös miteinander verklebt werden.

Vorbeugung

Es gibt keine wirkliche Vorbeugung gegen einen Pleuraerguss. Regelmäßige sportliche Aktivitäten können die Herzleistung stärken und die Gefahr vermindern, dass eine Herzinsuffizienz entsteht. Die Stärkung des Immunsystems kann dazu beitragen, dass die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger steigt, die Lungenentzündungen auslösen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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