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Gesundheitslexikon: Plazenta

Die Plazenta – das nährende und beschützende Organ während der Schwangerschaft

Sie versorgt das Baby die gesamte Schwangerschaft über mit allen lebenswichtigen Stoffen und stellt die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen sicher – die Plazenta.

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta, oder auch Mutterkuchen oder Fruchtkuchen genannt, ist ein schwammartig aussehendes Organ, welches sich in den ersten Schwangerschaftswochen im Unterleib der Frau bildet. Sie ist einerseits der mütterlichen Gebärmutter zugewandt und zur anderen Seite mit der Nabelschnur des Kindes verbunden.

Die Plazenta versorgt das Kind mit Sauerstoff, Wasser, Vitaminen, Mineralstoffen, Zucker, Eiweißen, Fettsäuren und verschiedenen Hormonen. Der Mutterkuchen wird nach absolvierter Geburt etwas zeitlich versetzt vom weiblichen Körper abgestoßen. Dieser ausleitende Prozess wird als Nachgeburt bezeichnet.

Wie funktioniert die Plazenta?

Die Plazenta erfüllt mehrere Aufgaben. Sie leitet dem Fötus Nährstoffe zu und sorgt für eine stetige Versorgung mit Sauerstoff. Gleichzeitig entsorgt sie Reststoffe wie Zellschuppen oder verbrauchte Rückstände. Sie dient die gesamte Schwangerschaft über als ständige Ver- und Entsorgungsstätte des Embryos. Daneben produziert sie auch eigene Hormone. So schickt sie das Gelbkörperhormon Progesteron in den mütterlichen Blutkreislauf, um ein Abstoßen des ungeborenen Lebens zu verhindern und die Schwangerschaft zu schützen. Sonst könnte es passieren, dass der weibliche Körper das Baby als Fremdkörper ansieht. Zudem bildet der Mutterkuchen auch das ‚humane Plazentalaktogen’. Dieses Hormon (HPL) spricht die Brustdrüsen der Mutter an, um am Ende der Schwangerschaft mit dem Milcheinschuss das Kind stillen zu können.

Da die Plazenta wie ein Filter aufgebaut ist, strömen die verschiedenen Stoffe durch sie hindurch. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der strikten Trennung der beiden Blutkreisläufe, um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden.

Wie entwickelt sich die Plazenta?

Die Plazenta ist das einzige Organ, welches sich erst mit Eintritt einer Schwangerschaft entwickelt. Sie besteht zur Hälfte aus mütterlichem Gewebe und hälftig aus den Zellen des ungeborenen Kindes. Wenn das Herz des Kindes zu schlagen beginnt, also etwa in der vierten Schwangerschaftswoche, ist die Plazenta ausgebildet und übernimmt die vollständige Versorgung des Fötus.

Wie ist die Plazenta aufgebaut?

Die Plazenta besteht aus sehr weichem Bindegewebe und ist stark durchblutet sowie mit vielen Hormonen und Enzymen ausgestattet. Das Organ ist mehrschichtig aufgebaut und wirkt dadurch wie ein Filter. Ziel der Plazenta ist es, das Ungeborene sicher zu versorgen.

Wofür wird die Plazenta noch eingesetzt?

In vielen Landkreisen ist es üblich, den Eltern nach der Geburt die Plazenta auszuhändigen. Viele Menschen vergraben den Mutterkuchen als Ritus im heimischen Garten und pflanzen einen Baum darauf. Die nährstoffreiche Plazenta wird seit einigen Jahren aber auch im Rahmen der Alternativmedizin genutzt. Dann synthetisieren darauf spezialisierte Labore aus dem Gewebe naturheilkundliche Globuli, welche die Mutter mit der Kraft ihrer darin enthaltenen eigenen Hormonen weiterhin positiv versorgen sollen.

Seit wenigen Jahren können Frauen aber auch eine Trocknung der Plazenta mit anschließender Pressung zu Pillen veranlassen. Diese Tabletten sollen der Mutter die ausgeschiedenen Nährstoffe wieder zurückgeben können. In Fachkreisen ist die Praxis jedoch stark umstritten, finden sich in der Plazenta neben zahlreichen Enzymen und Hormonen nämlich auch Abfallprodukte und Giftstoffe. Denn auch Konsumgifte wie Alkohol, Drogen, Medikamente oder Koffein können anteilig durch die Zellen dringen.

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