Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)

Plattenepithelkarzinom: das Spinaliom ist die zweithäufigste Hautkrebsart

Das Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt, ist die zweithäufigste Hautkrebsart neben dem Basaliom und dem Melanom. Es gehört mit dem häufiger vorkommenden Basaliom zum weißen Hautkrebs. Der Krebs entwickelt sich aus den Epithelien von Haut und Schleimhäuten. Hauptsächlich ältere Menschen sind von dieser Krebsart betroffen. Sehr häufig geht dem Spinaliom eine jahrelang bestehende aktinische Keratose voraus. Hierbei handelt es sich um eine Präkanzerose mit veränderten Epithelzellen, welche jedoch noch nicht die Lederhaut durchbrochen hat. Zehn Prozent aller aktinischen Keratosen können zu einem Spinaliom ausarten. Ein Plattenepithelkarzinom kann ein sehr differenziertes Wachstum aufweisen. In selteneren Fällen kommt es jedoch zu einem undifferenzierten Wachstum mit der Neigung zur Metastasenbildung. Von einem Spinaliom können im Prinzip alle Hautareale sowie die Schleimhäute betroffen sein. So gehören etwa 20 Prozent aller Lungenkarzinome zu diesem Krebstyp. Auch der Speiseröhrenkrebs und der Gebärmutterkrebs zählen zu den Plattenepithelkarzinomen.

Ursachen

Die Hauptursache für die Bildung eines Plattenepithelkarzinoms ist eine jahrelange Exposition mit der UV-Strahlung der Sonne. Deshalb sind meist Gesicht und Kopfhaut betroffen. Bei der UV-Belastung können besonders in den oberflächlichen Hautzellen Mutationen auftreten. Wenn dabei Gene verändert werden, welche die Zellteilung kontrollieren, kann es zu einem unkontrollierten Zellwachstum kommen. Zunächst bildet sich meist eine aktinische Keratose. Sie erscheint als roter schuppender Fleck auf der Haut, der nicht abheilt. Ein kräftiges Immunsystem kann die veränderten Zellen lange in Schach halten oder sogar zurückdrängen, sodass nur etwa zehn Prozent aller aktinischen Keratosen zu einem echten Hautkrebs ausarten. Auch bei chronischen Hautentzündungen oder bei Verbrennungen und Narben können sich Spinaliome entwickeln.

Symptome

Je nach Lokalisation sind die Symptome von Plattenepithelkarzinomen unterschiedlich. Anfangs erscheinen sie unauffällig. Es treten zunächst kleine schuppende Verhornungen auf, die rötliche Flecken auf der Haut bilden. Oft kann in diesem Stadium nicht unterschieden werden, ob es sich noch um eine aktinische Keratose oder schon um ein Spinaliom handelt. Wenn sich ein Plattenepithelkarzinom entwickelt, bilden sich kleine schmerzlose und harte Knoten, die in die Haut wachsen und die angrenzenden Bereiche allmählich zerstören. In seltenen Fällen wächst das Spinaliom aggressiv und bildet Metastasen.

Diagnose

Die Hautveränderungen bei Spinaliomen sind von den Betroffenen selbst leicht zu erkennen. Der Hautarzt kann durch das charakteristische Aussehen des Hauttumors entscheiden, ob es sich um eine aktinische Keratose oder um ein Plattenepithelkarzinom handelt. Dazu führt er eine dermoskopische Untersuchung mit einem Dermoskop durch, das aus einer Lupe und einer Lichtquelle besteht. Mit dessen Hilfe kann der Arzt auch zwischen den verschiedenen Hautkrebsarten differenzieren. Zur Absicherung der Diagnose Plattenepithelkarzinom wird noch eine Gewebeprobe histologisch untersucht.

Behandlung

Die Behandlung eines Plattenepithelkarzinoms muss in einer vollständigen Entfernung des Tumors bestehen. Dazu kann eine Kürettage (Ausschabung), eine Kryotherapie (Vereisung), eine Elektrodesikkation (elektrische Behandlung), eine fotodynamische Therapie sowie eine lokale Chemo- oder Immuntherapie beziehungsweise eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Bei älteren und kranken Patienten wird als Alternative zur chirurgischen Entfernung des Tumors oft die Strahlentherapie angewendet.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung vor einem Plattenepithelkarzinom ist die Vermeidung von längeren und häufigen Sonnenexpositionen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige