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Gesundheitslexikon: Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte, Kleienflechte)

Pityriasis versicolor: die Kleienpilzflechte betrifft häufig junge Menschen

‚Pityriasis versicolor‘, auch als Kleienpilzflechte oder Kleienflechte bekannt, ist eine gutartige Hauterkrankung, die insbesondere jüngere Erwachsene betrifft. In Europa erkranken circa ein bis vier von hundert Erwachsenen daran, in tropischen Regionen sogar bis zu vierzig.

Ursachen

Der Auslöser für ‚Pityriasis versicolor‘ ist der Hefepilz ‚Malassezia furfur‘, der üblicherweise in den Haarfollikeln vorkommt, in welche auch die Talgdrüsen einmünden. Er ernährt sich von den im Talg enthaltenen Fettsubstanzen und bewirkt normalerweise keine Hautveränderungen. Ist jedoch besonders viel Fett verfügbar und herrscht auf der Haut ein feuchtwarmes Mikroklima, vermehrt sich der Hefepilz übermäßig und verbreitet sich von den Haarfollikeln aus auf die Hautoberfläche. Begünstigt wird die Vermehrung des Pilzes durch Kleidung aus synthetischen Materialien, die Schweiß nicht ausreichend verdunsten lässt.

Symptome

Im Bereich der Haarfollikelöffnungen bilden sich durch den Hefepilz sogenannte Pilzrasen, die durch ihre bräunliche Pigmentierung auffallen. Zunächst als dunkle Umrahmung einzelner Öffnungen sichtbar, entwickelt sich der Pilzrasen später zu zahlreichen runden, scharf begrenzten Flecken mit einem Durchmesser von bis zu zehn Millimetern. Die Farbe kann von Hellbraun über Gelbbraun bis hin zu Rotbraun variieren. Die Oberfläche der Flecken erinnert durch ihre zarte Schuppung an Kleie. Dies spiegelt sich auch in der Bezeichnung ‚Pityriasis‘ wieder.

Die Kleienpilzflechte tritt bevorzugt an jenen Bereichen des Oberkörpers auf, an denen sich besonders viele Talgdrüsen befinden, also an der Brust- und Rückenmitte. Gelegentlich verbreitet sie sich auch auf die Schultern, den Nackenbereich, die seitlichen Rumpfpartien oder die Innenseiten von Oberarmen und Oberschenkeln. In seltenen Fällen besteht leichter Juckreiz.

Wirkt ultraviolette Strahlung auf die Haut ein, bräunt die gesunde Haut, während die von der Krankheit betroffenen Areale vor den UV-Strahlen abgeschirmt werden. Außerdem bildet der Hefepilz eine Substanz, welche die Haut an der Melaninbildung hindert. Daher erscheinen die erkrankten Hautstellen nach Sonneneinwirkung heller als ihre Umgebung.

Diagnose

Erfahrene Dermatologen können die Kleienflechte problemlos über eine Blickdiagnose erkennen. Zur genaueren Begutachtung schabt der Arzt eine Probe von den betroffenen Hautstellen oder klebt ein Stück Tesafilm auf, an dem die Hautschuppen haften bleiben, und untersucht dieses anschließend unter dem Mikroskop. Zusätzlich ist eine Untersuchung mit speziellem Licht möglich, welches Pilzansammlungen auf der Haut gelblich-grün fluoreszieren lässt.

Behandlung

Zur Therapie der Kleienpilzflechte verordnet Ihnen der Arzt eine Lösung oder eine Lotion mit pilzabtötenden Wirkstoffen. Diese tragen Sie etwa zwei Wochen lang zweimal täglich auf die betroffenen Hautareale auf. In aller Regel genügt diese Behandlung, um die Hautveränderungen abheilen zu lassen.

Führt der Einsatz lokaler Antimykotika nicht zum Erfolg, ist eine einwöchige systemische Therapie der Kleienflechte mit Tabletten möglich. Hier kommen beispielsweise die Wirkstoffe Itraconazol oder Fluconazol zur Anwendung. Bei Menschen mit Nieren- oder Leberproblemen oder während der Schwangerschaft und der Stillzeit kommt diese Behandlungsform jedoch nicht infrage.

Vorbeugung

Trotz erfolgreicher Therapie müssen Sie bei entsprechender Veranlagung mit häufigen Rückfällen rechnen. Da die Vermehrung der Pilze meist von der Kopfhaut ausgeht, sollten Sie deshalb vorbeugend regelmäßig ein antimykotisch wirkendes Shampoo verwenden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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