Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Phlegmone

Phlegmone – selbst kleine Hautverletzungen können schwere Folgen haben

Die Phlegmone ist eine sich flächenhaft ausbreitende, diffus-eitrige Entzündung des Bindegewebes, die mit einer Absonderung von Wundsekret und Eiter einhergeht. In den meisten Fällen wird die Erkrankung durch Streptokokken oder Staphylokokken verursacht, die durch kleinere Verletzungen oder Wunden in die Haut eindringen. Zum Teil gelangen die Erreger auch über unreine Spritzen oder Skalpelle in das Gewebe. Bei Männern tritt die Phlegmone häufiger auf als bei Frauen.

Ursache

Meist resultiert die Phlegmone aus einer Bagatellverletzung der Haut, über die sich die Bakterien ohne eindeutig ersichtliche Grenze in das Gewebe ausbreiten. In der Regel handelt es sich bei den Erregern um Streptokokken und Staphylokokken (eitrige Phlegmone), seltener um Anaerobier (faule Phlegmone). Oftmals liegt auch eine Mischinfektion vor. Weitere, weniger häufige Ursachen dieser Krankheit sind odontogene oder hämatogene Infektionen.

Symptome

Da bei einer Phlegmone der Eiterherd nicht abgekapselt ist, breitet sich die Entzündung rasch entlang anatomischer Strukturen wie Faszien, Unterhaut, Muskeln und Bänder aus. Die dabei entstehende großflächige eitrige Entzündung verursacht starke Schmerzen. Das Gewebe schwillt an, rötet und überwärmt sich. Hinzu kommen ein allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Fieber.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Phlegmone anhand der vorliegenden Krankheitszeichen. Meist kommen die Betroffenen mit einem schmerzenden, geröteten und überwärmten Arm oder Bein zu einem Arzt, der alles Weitere in die Wege leitet. Um die medikamentöse Therapie mit Antibiotika zu optimieren, wird häufig ein Abstrich vom Entzündungsherd genommen, um den verantwortlichen Erreger eindeutig zu identifizieren.

Wichtig ist es, die Phlegmone von der Wundrose (Erisypel) abzugrenzen. Dies ist jedoch nicht immer machbar, insbesondere weil es auch Mischformen der beiden Erkrankungen gibt. Von einer tiefen Beinvenenthrombose, die ähnliche Symptome aufweist, muss die Phlegmone ebenfalls unterschieden werden. Gleiches gilt für das Lymphödem, bei dem es gleichfalls zu einer starken Schwellung kommen kann, und für banale Ursachen wie Insektenstiche.

Behandlung

Ist es bereits zur sichtbaren Eiterbildung und zum Einschmelzen der Phlegmone gekommen, muss der Arzt den Eiter und das schon abgestorbene Gewebe möglichst frühzeitig entfernen, die Wunde spülen und bei Bedarf eine Drainage zum Ableiten von Eiter und Wundflüssigkeit legen. Im Anschluss daran sollten Sie den betroffenen Körperteil hoch lagern und ruhig stellen. Befindet die Phlegmone sich nahe am Körperstamm, kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Um Komplikationen zu verhindern, erfolgt zusätzlich immer auch eine antibiotische Therapie, bei der üblicherweise Penicillin zur Anwendung kommt. Leiden Sie unter einer Penicillinallergie, greift der Arzt auf Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine zurück. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können Sie außerdem kühlende Quarkwickel oder feuchte Umschläge mit Kamillen- oder Arnikatinktur zur Linderung der Beschwerden einsetzen.

Vorbeugung

Einer Phlegmone können Sie mit geeigneten Hygienemaßnahmen vorbeugen. Auch kleinste Hautverletzungen sollten Sie desinfizieren und abdecken. Begeben Sie sich bei Verdacht auf eine Phlegmone am besten sofort in ärztliche Behandlung, da die Heilungschancen bei frühzeitig einsetzender Therapie sehr gut stehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige