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Gesundheitslexikon: Phenol

Phenol und seine Gefahr für den Menschen

Phenol ist ein aromatischer Alkohol aus der Gruppe der Phenole und entspricht einer aromatisch organischen Verbindung. Die Substanz zählt zu den Gefahrenstoffen und entfaltet toxische Wirkungen auf unseren Körper. Trotzdem wurde Phenol früher als Desinfektionsmittel verwendet.

Was ist Phenol?

Phenol ist aus Benzolresten aufgebaut, die mit einer Hydroxygruppe in Verbindung stehen. Damit entspricht die Substanz letztlich einem aromatischen Alkohol mit der Summenformel C6H6O. Phenol riecht charakteristisch und besitzt farblos kristalline oder weiß kristalline Gestalt. Da man heute um seine toxische Wirkung auf den Menschen weiß, findet die Substanz nur noch industriell pharmazeutisch Einsatz und dient vorwiegend als Hilfsmittel. Mittlerweile ist Phenol gefahrstoffrechtlich offiziell ein CMR-Stoff. Die aktiven Metabolite von Phenol stehen mit Chromosomen der DNA in Wechselwirkung und können damit Mutationen und Fehlbildungen vermitteln. Außerdem gilt Phenol inzwischen als krebserregende Substanz.

Einsatzgebiete in der Medizin

Phenol wurde in der Vergangenheit medizinisch vor allem gegen Mikroorganismen eingesetzt. In Abhängigkeit von seiner Konzentration zeigt die Substanz bakterizide und fungizide Wirkung. Bis ins 19. Jahrhundert galt Phenol in der medizinischen Praxis daher als vielversprechendes Antiseptikum und diente der Desinfektion von Wunden und der Hautdesinfektion. Da Phenole allerdings mit außergewöhnlich hohen Gesundheitsrisiken einhergehen, werden die Substanzen von der modernen Medizin nicht mehr unmittelbar am Menschen angewendet. Innerhalb der medizinischen Forschung sind seit dem 19. Jahrhundert genügend desinfizierende Substanzen entdeckt worden, die mit weitaus weniger Gesundheitsgefahren verbunden sind. In der chemisch pharmazeutischen Industrie wird Phenol noch immer als Chemikalie verwendet und unterstützt in diesem Bereich als Hilfsstoff die Synthese chemischer Verbindungen und Arzneistoffe. Eine der wichtigsten Arzneistoffverbindungen ist in diesem Zusammenhang das Antirheumatikum Acetylsalicylsäure.

Wirkung auf den menschlichen Körper

Phenol besitzt toxische Wirkung. Es handelt sich um ein sogenanntes Neurotoxin mit reizstofflicher Wirkung. Die Substanz schädigt die Nervenzellen unseres Körpers oder beeinträchtigt ihre Funktion. Außerdem steigt durch die Einnahme von Phenol unser Methämoglobin-Spiegel an. Ab einer gewissen Höhe macht sich dieses Phänomen in Form von Bewusstlosigkeit bemerkbar. Ab Mengen von einem Gramm kann Phenol einen erwachsenen Menschen bei peroraler Einnahme umbringen. Der reizstoffliche Charakter der Substanz manifestiert sich bei Hautkontakt in Symptomen wie Erythemen, Verätzungen, kontaktallergischen Reaktionen oder lokal betäubter Nerven. Der neurotoxische Charakter ruft Symptome wie Krämpfe, Muskelschwäche, abgeschwächte Reflexe oder Tremor hervor und kann neben Gesichtszuckungen Atemlähmungen verursachen. Ab einer gewissen Dosis kann Phenol Herz-Kreislauf-Versagen hervorrufen und den Säure-Basen-Haushalt stören. Darüber hinaus zeigt Phenol degenerative Wirkung auf die Leber und die Nieren.

Maßnahmen bei Phenol-Vergiftung

Zu den ersten Symptomen einer Phenol-Vergiftung zählen psychische Beschwerden und Appetitlosigkeit. Wenn die Haut mit Phenol in Kontakt gerät, muss die Kontaktstelle mit reichlich Wasser gereinigt werden. Anschließend ist eine Spülung mit Polyethylenglycol oder Glucocorticoiden durchzuführen. Der Betroffene sollte sich an die frische Luft begeben. Falls Phenol peroral eingenommen wurde, ist die Verabreichung von Speiseöl oder Aktivkohle angezeigt. Zusätzlich sollte eine Magenspülung stattfinden. Die Patienten werden notfallmäßig ins Krankenhaus aufgenommen, wo ihre Vitalwerte überwacht werden. Bei entsprechender Indikation ist eine Schocktherapie durchzuführen. Zusätzlich kann eine Therapie des Säure-Basen-Haushalts erforderlich sein. Neben künstlicher Beatmung findet unter Umständen eine intravenöse Gabe von Mannitol statt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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