Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: pH-Wert

pH-Wert: Sauer oder basisch ist wichtig für das Milieu

Der pH-Wert gibt Auskunft darüber, wie sauer oder basisch (alkalisch) eine wässrige Lösung ist. Die Abkürzung pH kommt von pondus (Gewicht) oder potentia (Konzentration) und Hydrogenium (Wasserstoff), bezeichnet also das Gewicht oder die Konzentration der in einer Flüssigkeit gelösten Wasserstoffionen. Je höher der verhältnismäßige Anteil dieser Ionen ist, desto saurer ist das Milieu. Der pH-Wert wird auf einer Skala von null für sehr sauer bis vierzehn für sehr alkalisch angegeben. Lösungen wie reines Wasser mit einem Wert von sieben gelten als neutral. Je weiter der Abstand vom Neutralwert ist, desto größer ist die saure beziehungsweise basische Wirkung.

Regulierung des pH-Wertes

In verschiedenen Körpergeweben und -flüssigkeiten herrschen unter physiologischen Bedingungen verschiedene pH-Werte vor. Diese sind wichtig, um die jeweiligen Funktionen der Organe oder Flüssigkeiten optimal zu gewährleisten. Von besonderer Bedeutung ist der pH-Wert im Blut, der in der Regel in einem Bereich zwischen 7,36 und 7,44 konstant gehalten wird, also im leicht basischen Bereich. Im Darm und in der Bauchspeicheldrüse sind basische Werte von acht und höher normal. Der pH-Wert im Urin ist normalerweise leicht sauer, kann aber je nach Nahrungszusammensetzung auch in den basischen Bereich steigen. Gewebe und Flüssigkeiten, die eine Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse oder Erreger haben, wie die Haut, der Schweiß und die Schleimhaut der Vagina haben ein saures Milieu. Der höchste Säuregrad mit Werten zwischen eins und vier ist im Magen zu finden. Beeinflussungen des pH-Wertes zum Beispiel durch die Nahrungsaufnahme werden sehr schnell reguliert, um den für das jeweilige Gewebe optimale Milieu konstant zu halten. Dafür stehen verschiedene Puffersysteme zur Verfügung. Im Blut verhindert vor allem das Bikarbonat eine zu starke Übersäuerung. Es kann große Mengen an Wasserstoffionen neutralisieren und der Ausscheidung über die Nieren und den Urin zuführen. Eine andere Möglichkeit, eine Übersäuerung des Blutes zu verhindern, ist über die Atmung gegeben, indem vermehrt Kohlendioxid abgeatmet wird. Die Nieren können je nach Bedarf Wasserstoffionen ausscheiden oder in den Kreislauf zurückführen und so basische oder saure Abweichungen ausgleichen. Große Eiweißmoleküle übernehmen eine wichtige Funktion bei der Regulierung des Säuregehaltes. Sie sind in der Lage Wasserstoffionen zu binden und bei Bedarf wieder in die Umgebung zu entlassen. Im Blut sind dies vor allem Hämoglobin und Albumin.

Störungen des Säure-Basen-Haushaltes

Erkrankungen der Lunge, die zu einer Minderbelüftung im Bereich der Alveolen und damit zu einer Behinderung des Gasaustausches führen, können zu einer Übersäuerung (Azidose) des Blutes führen. Dieser Prozess wird respiratorische Azidose genannt. In dem Fall müssen die anderen Puffersysteme den Ausgleich übernehmen. Der umgekehrte Prozess entsteht bei einer respiratorischen Alkalose, bei der es durch eine Hyperventilation zu einer vermehrten Abatmung von Kohlendioxid und zu einer Erhöhung des pH-Wertes kommt. Saure Stoffwechselendprodukte, die bei Stoffwechselstörungen entstehen, bewirken eine Senkung des pH-Wertes im Blut, die als metabolische Azidose bezeichnet wird. Diese Art der Veränderung des Säuregehaltes im Blut ist häufig bei Diabetes zu beobachten. Eine metabolische Alkalose kann durch den Verlust von Säuren entstehen, zum Beispiel der Magensäure bei häufigem Erbrechen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige