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Gesundheitslexikon: Pflaster

Pflaster – der kleine Helfer bei der Wundversorgung

Ein Pflaster dient der Versorgung oder der Therapie einer Wunde. Daher ist zu unterscheiden zwischen wirkstofflosen Wundschnellverbänden und mit Arzneimitteln getränkten Heilpflastern. Das Wundschnellpflaster besteht aus einer Wundauflage, die mit einem Klebeband verbunden ist, um kleine Wunden, etwas Schnittverletzungen, abzudecken. Arznei- beziehungsweise Heilpflaster bestehen aus einer klebenden und flexiblen Zubereitung aus einem oder mehreren Arzneimitteln, die auf die Haut aufgetragen werden, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Pflaster haben eine lange Tradition. Sie wurden bereits vor etwa 4.000 Jahren hergestellt und verwendet. So konnten Arzneimittel problemlos verabreicht werden. Im 19. Jahrhundert haben sich die Pflaster als schnelle Erstversorgung bei Wunden durchgesetzt. Der Herstellung von Pflastern widmeten sich zu dieser Zeit allerdings nur die Apotheker, welche sie individuell für die Patienten kochten und zubereiteten.

Funktion und Anwendung

Ein Wundschnellverband schützt eine Wunde vor Krankheitserregern, Schmutz oder Belastungen. Das Wundpflaster verhindert auch ein Austrocknen der verletzen Haut und verringert das Infektionsrisiko, sodass die Heilung begünstigt wird. Meist kommt es bei kleineren Schnitt- oder Schürfwunden zum Einsatz, die keine eingehende Behandlung brauchen. Das Klebeband um die Wundauflage herum, welche die Verletzung bedeckt, sorgt für Halt auf der Hautoberfläche. Bei den Arzneipflastern kann unterschieden werden zwischen transdermalen und lokal wirksamen Pflastern. Das hängt davon ab, ob die Heilpflaster für eine örtliche oder eine systemische Behandlung infrage kommen. Transdermale Pflaster enthalten ein Wirkstoffdepot. Sobald es auf die Haut aufgeklebt wird, gibt es den Arzneistoff kontrolliert an die Haut ab. Durch Absorption an der Hautoberfläche gelangt der Wirkstoff in den Blutkreislauf und kann seine Wirkung freisetzen. Lokal wirksame Pflaster führen den Wirkstoff nur der Haut zu. Er kann bis in tiefere Hautschichten oder in das unmittelbar darunter liegende Gewebe vordringen. Es gibt noch weitere vielfältige Anwendungsmöglichkeiten von Pflastern. Arzneipflaster kommen etwa bei Hormonbehandlungen zum Einsatz oder in Form von Nikotinpflastern im Rahmen von Rauchentwöhnungstherapien. Weiterhin können Gelpflaster Wundsekret aufnehmen und so den Wundheilungsprozess beschleunigen. Blasenpflaster. dienen der Druckentlastung. Zur Erweiterung der Nasenflügel, um die Atmung zu erleichtern, gibt es Nasenpflaster. Für die Behandlung von Hühneraugen oder das Verhindern der Ausbreitung von Herpesviren gibt es spezielle mit Wirkstoffen getränkte Pflaster. Zudem sorgen Wärmepflaster für eine Förderung der Durchblutung an bestimmten Körperstellen und können so auch Schmerzen lindern.

Material

Je nachdem wofür das Pflaster Verwendung finden soll, wird es aus speziell für das Anwendungsgebiet konzipierten Materialien hergestellt. Die Wundauflage besteht meist aus einem saugfähigen Gewebe, welches zudem mit antiseptischen Wirkstoffen versehen ist. Damit sie nicht an der Verletzung festklebt, wir die Wundauflage meist noch mit einer bestimmten Beschichtung versehen. Die Arznei- respektive Heilpflaster bestehen, je nach Einsatzgebiet, aus verschiedenen dafür entwickelten Wirkstoffen oder Wirkstoffkombinationen. Das Klebeband wird aus Kautschuk, Kunststoff oder einem speziellen Gewebe hergestellt und mit einer klebenden Beschichtung versehen. Diese kann stark oder leicht haftende Eigenschaften haben. Die Klebefläche wird zusätzlich mit Schutzstreifen ausgestattet.

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