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Gesundheitslexikon: Pest

Pest

Infolge der Pest starben in früheren Jahrhunderten Tausende von Menschen. Wie neueste Forschungsergebnisse beweisen, begleitet die Erkrankung die Menschheit bereits seit mindestens 5.800 Jahren und damit schon 3.000 Jahre länger als bisher angenommen. Damals war das Pest-Bakterium jedoch vermutlich noch nicht so gefährlich für den Menschen wie heute. Seine tödliche Wirkung entfaltete es erst vor circa 2.800 bis 2.600 Jahren, als es die Fähigkeit erwarb, Flöhe als Zwischenwirte zu nutzen.

Ursachen

Ausgelöst wird die Pest durch das Bakterium Yersinia pestis, das sowohl Menschen als auch zahlreiche Tierarten infizieren kann. Dabei geschieht die Übertragung auf den Menschen oft über Flöhe befallener Tiere wie beispielsweise Ratten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion steigt bei schlechten hygienischen Bedingungen. Sie können sich jedoch auch auf dem Luftweg, durch den Kontakt mit Lungenpest-Infizierten, oder durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch anstecken. Obwohl die Pest mittlerweile weitgehend eingedämmt wurde, kommt es immer wieder zu örtlich begrenzten Ausbrüchen, insbesondere in Asien, Südamerika und Afrika. Auch in Teilen der USA führt der Erreger bis heute zu vereinzelten Infektionen beim Menschen. Dort geht die Erkrankung zumeist von Eichhörnchen aus.

Symptome

Bei einer Pest-Infektion treten innerhalb weniger Tage Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost auf. Im weiteren Verlauf unterscheiden sich die Krankheitsbilder danach, ob es sich um die Beulenpest oder die gefährlichere Lungenpest handelt.

Die Beulenpest äußert sich zunächst in schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten, sogenannten Bubo, im Bereich der Leiste. Neben Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen können schwerste Komplikationen wie Gehirnhautentzündungen oder Organversagen auftreten. Circa zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen sterben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

Die Lungenpest tritt als Folge der Beulenpest, aber auch einzeln, besonders bei einer Ansteckung an anderen Lungenpestinfizierten, auf. Zu den wichtigsten Symptomen zählen Brustschmerzen, Atemnot und blutiger Husten. Selbst unter Therapie beträgt die Überlebensrate nur fünfzig Prozent. Je früher die Infektion erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen.

Diagnose

Die Diagnose der Pest wird durch deren seltenes Auftreten und die Ähnlichkeit der anfänglichen Symptome zu vielen anderen fiebrigen Erkrankungen erschwert. Bei der Identifizierung der Krankheit ist insbesondere der Zusammenhang mit dem Aufenthalt des Patienten in einem Risikogebiet von Belang. Der Erreger lässt sich in Blutkulturen und in Abstrichen nachweisen.

Behandlung

Bei der Behandlung der Pest kommen Antibiotika zum Einsatz. Üblich ist eine zehntägige Antibiotikatherapie mit Streptomycin, Gentamycin, Doxycyclin, Tetrazyklin oder Chloramphenicol. Wichtig ist ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn.

Da es sich um eine ansteckende Erkrankung handelt, werden die Betroffenen umgehen isoliert. Kontaktpersonen, vor allem von Lungenpesterkrankten, werden vorbeugend antibiotisch mitbehandelt.

Vorbeugung

Es gibt eine Impfung gegen die Beulenpest, die jedoch nicht gegen die Lungenpest wirkt. Diese wird aufgrund ihrer kurzen Wirksamkeit und der schlechten Verträglichkeit allerdings nur für Personen verwendet, die sich berufsbedingt einem erhöhten Pestrisiko aussetzen. Vorbeugend sollten Sie jeden Kontakt zu lebenden oder toten Nagetieren meiden. Gerade in Regionen mit einer Rattenplage trägt eine verbesserte Hygiene zur Kontrolle der Pest-Ausbreitung bei.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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